Roy Innis

Roy Emile Alfredo Innis (* 6. Juni 1934 auf Saint Croix; † 8. Januar 2017 in New York) war ein US-amerikanischer Bürgerrechtler. Innis war ein Vertreter des Schwarzen Nationalismus und besonders gegen Ende seines Lebens Verfechter rechter bis rechtsextremer Positionen. Er war 1968 bis zu seinem Tod 2017 der Vorsitzende des Congress of Racial Equality (CORE).

Leben

Innis wurde 1934 auf Saint Croix, einer der Amerikanischen Jungferninseln geboren. Er zog 1946 nach New York, diente 1950 bis 1952 im US-Heer und studierte 1952 bis 1956 Chemie am City College of New York. Nach seinem Studium arbeitete er zehn Jahre lang als Chemiker.

1963 trat Innis dem Congress of Racial Equality (CORE) bei, einer Bürgerrechtsorganisation. Innis nahm schon bald Führungspositionen ein. Er gehörte zu den radikaleren Mitglieder von CORE, die mit der moderaten Führung unter James Farmer unzufrieden waren. Sie sahen sich in der Traditionen solcher Figuren wie Marcus Garvey, Amiri Baraka und Malcolm X und forderten die Autonomie der Schwarzen von der weißen Mehrheitskultur ein. Unter der Führung Floyd McKissicks, der Farmer 1966 im Amt gefolgt war, näherte CORE sich der Black-Power-Bewegung und dem Schwarzen Nationalismus an. Nach McKissicks Rücktritt 1968 übernahm Innis, der zuvor der stellvertretende Vorsitzende gewesen war, die Führung der Organisation. Er festigte schnell seine Kontrolle über CORE und galt als ein „autokratischer Anführer“. Er lenkte CORE in eine immer radikaler werdende Richtung, lehnte den Pazifismus früherer Tage ab und äußerte sogar seine Unterstützung der Rassentrennung. Seine politische Philosophie erwies sich jedoch als unbeliebt; CORE litt bald an Mitgliederschwund, besonders unter weißen Mitgliedern, und finanziellen Schwierigkeiten, die durch Innis Veruntreuung der Gelder der Organisation nur verschlimmert wurde. Sie wurde abhängig von den Spenden von Unternehmen wie Monsanto. Er löste mehrfach Kontroversen aus, u. a. durch seinen Plan, schwarze Veteranen des Vietnam-Krieges für die antikommunistische Seite des Bürgerkriegs in Angola zu mobilisieren, obwohl diese auch vom südafrikanischen Apartheid-Regime unterstützt wurde. Ebenso kontrovers waren seine Kontakte zum ugandischen Diktator Idi Amin, den er zu einem Ehrenmitglied von CORE machte.

Zugleich wandten Innis und CORE sich zunehmend der Amerikanischen Rechten und der Republikanischen Partei zu und unterstützten Konservative wie Richard Nixon und Ronald Reagan bei ihren Wahlkämpfen. Innis zeigte sich auch als ein Kritiker der Affirmative Action und ein Unterstützer des in den USA geltenden Rechts auf Schusswaffenbesitz. Innis selbst kandidierte mehrfach für verschiedene Ämter, scheiterte jedoch stets. Trotz ihrer zunehmenden Bedeutungslosigkeit äußerte CORE mehrfach ihre Unterstützung für konservative Afroamerikaner wie Alan Keyes.

Innis verstarb 2017 an den Folgen der Parkinson-Krankheit. Er war mehrfach verheiratet und hinterließ mindestens zehn Kinder.

Literatur

  • Boyd Childress: Innis, Roy In: Paul Finkelman (Hrsg.): Encyclopedia of African American History 1896 to the Present Oxford University Press, 2009
Commons: Roy Innis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Roy Innis in der Datenbank Find a Grave, abgerufen am 28. September 2025.