Floyd McKissick

Floyd Bixler McKissick (* 3. März 1922 in Asheville; † 28. April 1991 in Soul City) war ein US-amerikanischer Bürgerrechtler. Er war 1966 bis 1968 der Vorsitzende des Congress of Racial Equality (CORE).

Leben

Floyd McKissick war der Sohn des Hotelpagen Ernest McKissick, und dessen Frau, der Näherin Magnolia Esther Thompson. Er studierte 1939 bis 1942 am Morehouse College, wo er in Kontakt mit dem einflussreichen afroamerikanischen Philosophen W. E. B. Du Bois trat. Nach dem Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg, während dem er mit dem Purple Heart ausgezeichnet wurde, schrieb er sich für ein Jurastudium an der University of North Carolina at Chapel Hill ein, wurde jedoch auf Grund seiner Hautfarbe abgelehnt. Er setzte sein Studium stattdessen am afroamerikanischen North Carolina College fort. Mit Hilfe der Rechtsabteilung der NAACP unter der Führung von Thurgood Marshall reichte er erfolgreich Klage gegen die University of North Carolina ein und wurde 1951 zugelassen. Als erster Afroamerikaner machte er dort im selben Jahr seinen Bachelor of Laws. Ein Jahr später bestand er das Juristische Staatsexamen und fing an, als Anwalt in Durham zu praktizieren.

Schon als Student engagierte McKissick sich für die Bürgerrechtsbewegung. 1947 begleitete er Bayard Rustin auf seiner „Journey of Reconciliation“, eines der ersten Freedom Rides. Nach seinem Studium wurde er einer der führenden Stimmen der Afroamerikaner Durhams, Berater örtlicher NAACP-Jugendgruppen und der Vorsitzende des städtischen Zweiges des CORE. Er half bei der Organisation mehrerer Protestaktionen gegen die geltenden Jim-Crow-Gesetze und nahm am Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit teil. Als Anwalt ging er auch juristisch gegen rassistische Diskriminierung vor und klagte 1958 das Recht seiner Tochter ein, eine weiße Schule zu besuchen. In einem weiteren Fall verklagte er erfolgreich die Gewerkschaft Tobacco Workers International, einem Tochterverband der AFL-CIO, da diese schwarze Arbeiter nicht als vollwertige Mitglieder behandelte. Zudem verteidigte er mehrere Bürgerrechtler, die bei Sit-ins verhaftet wurden, vor Gericht. 1963 bis 1966 war er Vorstandsmitglied von CORE. 1966 folgte McKissick James Farmer im Amt als Vorsitzender von CORE. Unter seiner Führung orientierte sich die Organisation verstärkt an der Black-Power-Bewegung und wurde radikaler in ihren Forderungen nach politischer und wirtschaftlicher Gleichheit für Schwarze. Sie wandte sich zudem von der Philosophie der Gewaltlosigkeit ab und forderte Afroamerikaner auf, sich selbst zu verteidigen. Des Weiteren meinte er, dass Afroamerikaner ihre kulturelle Autonomie vom weißen Amerika bewahren müsse. Diese politische Philosophie betrachtete McKissick im Gegensatz zu anderen Black-Power-Aktivisten als eine Weiterentwicklung, nicht als eine Ablehnung von Martin Luther Kings Strategien. Nach dem Mordversuch auf den Bürgerrechtler James Howard Meredith führte er mit Martin Luther King und Stokely Carmichael den March Against Fear, auf dem die Differenzen zwischen King und den radikaleren Bestandteilen der Bürgerrechtsbildung klar wurden. Gemeinsam mit King sprach er sich in den späten 1960ern gegen den Vietnam-Krieg aus.

1968 trat McKissick vom Vorsitz von CORE zurück, um am Projekt der Soul City zu arbeiten. Sein Nachfolger als Vorsitzender von CORE wurde Roy Innis. Soul City war als eine Planstadt gedacht, die Afroamerikanern eine neue Heimat bieten und wirtschaftlich unabhängig werden sollte. Finanziert wurde das Projekt teils durch Kredite und teils durch das Ministerium für Wohnungsbau und Stadtentwicklung. Das Projekt scheiterte allerdings; 1979 zog die Bundesregierung die Mittel zurück. 1969 veröffentlichte er mit Three-Fifths of a Man seine Analyse des Rassismus in den Vereinigten Staaten. Ihm zufolge war das Grundproblem die wirtschaftliche Ungleichheit zwischen Schwarzen und Weißen, die nur durch Umverteilung zu lösen sei. Die Mittel hierzu würden bereits Verfassung und Unabhängigkeitserklärung bieten; sie müssten nur durchgesetzt werden. Der Titel ist eine Anspielung auf die Drei-Fünftel-Klausel der Verfassung, der zufolge fünf schwarze Sklaven bei der Sitzverteilung im Repräsentantenhaus so viel zählen sollten wie drei Weiße. Während der Präsidentschaftswahl 1972 unterstützte trotz der Kritik anderer Bürgerrechtler aktiv den Kandidat der Republikaner Richard Nixon.

1990 ernannte ihn der Gouverneur von North Carolina James G. Martin zum Richter am neunten Bezirksgericht des Bundesstaates. McKissick verstarb bereits im folgenden Jahr an Lungenkrebs. Sein Sohn Floyd McKissick Jr. ist Politiker.

Werke

  • Three-Fifths of a Man. Macmillan, New York 1969.

Literatur

Commons: Floyd McKissick – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien