Grünsittich

Grünsittich

Grünsittich

Systematik
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Neuweltpapageien (Arinae)
Gattung: Psittacara
Art: Grünsittich
Wissenschaftlicher Name
Psittacara holochlorus
(P. L. Sclater, 1859)

Der Grünsittich (Psittacara holochlorus), Syn. Conurus holochlorus, ist eine Papageienart aus der Familie der Eigentlichen Papageien (Psittacidae) aus der Gattung Psittacara.[1][2]

Der Vogel kommt in Mexiko und in Texas im Süden im Rio Grande Valley vor.

Die Art wurde früher in die Gattung Aratinga gestellt, aufgrund molekulargenetischer Studien ab dem Jahre 2013 der Gattung Psittacara zugeordnet.[3]

Der Lebensraum umfasst Galeriewald, Mischwald, Lichtungen, Waldränder und buschige Flächen meist von 500 bis 2000 m Höhe.[4]

Der Artzusatz kommt von altgriechisch ὅλος hólos, deutsch ‚ganz‘ und altgriechisch χλωρός chlōrós, deutsch ‚grün, hellgrün‘.[5]

Merkmale

Die Art ist 28–31 cm groß und wiegt etwa 232 g, ein kleiner Sittich, fast durchgängig grün mit blassem Schnabel und langem, spitzen Schwanz. Die Brustfedern sind etwas gelblich, die Unterseite ist blasser und gelblichgrün. Manche Individuen haben einige rote Federn an Kopf oder Nacken. Der Augenring ist blass beigefarben. Die Unterseite des Schwanzes und der Flugschwingen ist olivfarben, die Flügelunterdecken sind matt gelblichgrün. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Die Iris ist orangerot, der hakenförmige Schnabel ist hornfarben, die Beine sind bräunlich. Jungvögel haben braune Iris.

Der Mexikosittich (Psittacara strenuus) wird nicht mehr als Unterart des Grünsittichs angesehen. Allerdings ist es praktisch unmöglich, die beiden Arten in der Natur auseinander zuhalten. Der Jamaikasittich (Eupsittula nana) ist kleiner mit einem schmalen weißen Fleck um das Auge, mit olivfarbener bis gelber Brust und Blau an den äußeren Flugfedern.[4]

Geografische Variation

Es werden folgende Unterarten anerkannt:[1][4][6][7]

  • P. h. brewsteri (Nelson, 1928)[8] – Nordwestmexiko (Sonora, Sinaloa und Chihuahua), am Kopf leicht bläulich, insgesamt dunkler
  • P. h. holochlorus (P. L. Sclater, 1859), Nominatform – Osten und Süden Mexikos
  • P. h. rubritorquis (P. L. Sclater, 1887)[9] – Ost-Guatemala über Honduras bis Nordnicaragua, kleiner, Kehle und Nacken rot, an Wangen und Nackenseiten variable rote Flecken

Die Unterart P. h. rubritorquis war zeitweise als eigenständig abgespalten und als Rotkehlsittich (Psittacara rubritorquis) bezeichnet worden[10], aufgrund geringer molekulargenetischer Unterschiede, uneindeutiger Differenzierbarkeit hinsichtlich Größe und Form des roten Kehlfleckes, sowie fehlender Unterschiede der Lautäußerungen wieder zusammengelegt worden als Unterart.[11][12]

Der Socorrosittich (Psittacara brevipes) wurde früher als weitere Unterart (Psittacara holochlorus brevipes) angesehen, so noch HBW und BirdLife International (2024).[13]

Es wurden Hybride zwischen dem Grünsittich und dem Mexikosittich (Psittacara strenuus) Psittacara holochlorus x strenuus sowie zwischen dem Grünsittich und dem Veraguasittich (Psittacara finschi) nachgewiesen.

Stimme

Die Lautäußerungen werden als scharfe quäkende Laute und laute harsche Rufe beschrieben, als schrill lärmiges Geschrei, hoch und durchdringen. Im Fluge ist ein hohes „screek...screek“ zui hören.[4]

Lebensweise

Die Art ist ein Standvogel, allerdings kommt es je nach Nahrungsangebot zu örtlichen Wanderungen. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Pflanzensamen, Früchten wie Myrica mexicana, Ehretia anacua, Glattblättriger Zürgelbaum (Celtis laevigata) oder Zedrachbaum (Melia azedarach) und Mais.

Die Brutzeit liegt im August in Guatemala, zwischen Januar und April in Mexiko, auch zwischen Juni und September in El Salvador und zwischen Juni und August in Ostmexiko. Das Nest wird in einer Baumhöhle (häufig vom Goldstirnspecht (Melanerpes aurifrons) gezimmert und verlassen), einem Termitenbau oder in Felsspalten und Höhlen angelegt. Das Gelege besteht als 4 elliptischen weißen Eiern, die über 23 Tage ausgebrütet werden.

Fledermausfalken (Falco rufigularis) und Wanderfalken (Falco peregrinus) wurden beim Erbeuten von Grünsittichen beobachtet.[4]

Gefährdungssituation

Der Bestand gilt als „nicht gefährdet“ (Least Concern).[14]

Literatur

  • P. L. Sclater: Conurus holochlorus. In: The Annals and Magazine of Natural History including Zoology, Botany, and Geology, Serie 3, Band 4, Nummer 21, S. 224, 1859, Biodiversity Library
Commons: Grünsittich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b [1], in Avibase – Die Weltvogel-Datenbank. Abgerufen am 18. September 2025.
  2. P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
  3. Van Remsen and Adam Urantówka: Divide Aratinga into four genera. South American Classification Committee, Mai 2013, abgerufen am 14. September 2025.
  4. a b c d e J. Eitniear, N. Collar, C. J. Sharpe und P. F. D. Boesman: Green Parakeet (Psittacara holochlorus), version 1.0. In: S. M. Billerman, B. K. Keeney, P. G. Rodewald und T. S. Schulenberg (Herausgeber): Birds of the World, 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Psittacara holochlorus
  5. J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
  6. IOC 15.1 Parrots, cockatoos
  7. AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025
  8. E. W. Nelson: Aratinga holochlora brewsteri. In: Proceedings of the Biological Society of Washington, Band 41, S. 154, 1928, Biodiversity Library
  9. P. L. Sclater: Conurus rubritorquis. In: Proceedings of the Zoological Society of London, 1886, Band 4, Nummer 35, S. 539, Abbildung 56, 1887, Biodiversity Library
  10. Juan E. Martínez‐Gómez, Noemí Matías‐Ferrer, Patricia Escalante: Phylogeny and taxonomy of the Socorro parakeet (Psittacara holochlorus brevipes): recent speciation with minor morphological differentiation. In: Journal of Ornithology. 2017, Band 158, Nummer 4, S. 965–978 doi:10.1007/s10336-017-1465-4.
  11. B. T. Smith, J. Merwin, K. L. Provost, G. Thom, R. T. Brumfield, M. Ferreira, W. M. Mauck, R. G. Moyle, T. F. Wright, L. Joseph: Phylogenomic Analysis of the Parrots of the World Distinguishes Artifactual from Biological Sources of Gene Tree Discordance. In: Systematic biology. Band 72, Nummer 1, Mai 2023, S. 228–241, doi:10.1093/sysbio/syac055, PMID 35916751.
  12. NACC 2023-A-14
  13. Handbook of the Birds of the World and BirdLife International digital checklist of the birds of the world. Version 9. Verfügbar unter [2]
  14. Psittacara holochlorus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2018. Eingestellt von: BirdLife International, 2018. Abgerufen am 2025-September-19.