Rosiwka (Berdjansk)

Rosiwka
Розівка
Rosiwka
Basisdaten
Staat: Ukraine Ukraine
Oblast: Oblast Saporischschja
Rajon: Rajon Berdjansk
Höhe: 132 m
Fläche: 1.32 km²
Einwohner: 207 (2001)
Bevölkerungsdichte: 157 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 71242
Vorwahl: +380 6140
Geographische Lage: 47° 4′ N, 36° 10′ O
KATOTTH: UA23020150300068287
KOATUU: 2325586804
Verwaltungsgliederung: 1 Dorf
Verwaltung
Adresse: вул. Перемоги 80
71242 с. Просторе
Rosiwka
i1

Rosiwka (ukrainisch Розівка; russisch Розовка Rosowka) ist ein Dorf in der Ukraine und geht auf das russlandmennonitische Dorf Rudnerweide als Teil der Kolonie Molotschna zurück.

Am 31. Oktober 2016 wurde das Dorf ein Teil der neugegründeten Siedlungsgemeinde Tschernihiwka[1], bis dahin war es Teil der Landratsgemeinde Prostore im Süden des Rajons Tschernihiwka.

Seit dem 17. Juli 2020 ist sie ein Teil des Rajons Berdjansk[2].

Im März 2022 wurde der Ort durch russische Truppen im Rahmen des Russischen Überfalls auf die Ukraine eingenommen und befindet sich seither nicht mehr unter ukrainischer Kontrolle.

Rudnerweide

Der Ort wurde 1820 als eine von acht Siedlungen am östlichen Rand der Kolonie Molotschna gegründet. Die Siedler gehörten mehrheitlich einer friesischen Mennonitengemeinde in Rudnerweide in Westpreußen an, dem heutigen Rudniki im Powiat Kwidzyński. Der Ort wurde am südöstlichen Ufer des Sassikulak angelegt, eines Zustroms des Juschanlee. Anfangs siedelten hier 24 Familien, dann kamen 1826 neun weitere hinzu. 1822 wurde mit finanzieller Hilfe von Zar Alexander I. eine Kirche erbaut. Es gab auch eine Dorfschule, eine Essigdestillation und Brauerei. Im Jahre 1909 wohnten hier 698 Menschen, es gab zwei Windmühlen, eine motorisierte Getreidemühle, eine Ziegelei und eine Holzverarbeitung. Während des Ersten Weltkriegs wurde der Ort in Rosowka umbenannt. Der Ort wurde kollektiviert, wobei sich das Zentrum der Kolchose in Großweide befand. Heute sind nur einige Häuser am südlichen Dorfrand erhalten.

Kirche

Die Kirche stand in der Tradition der preußischen Bethäuser. Im Inneren trugen hölzerne Pfeiler die Empore. Kanzel und Podium waren an der Längswand angeordnet, Prediger und Diakone saßen auf der einen und Vorsänger auf der anderen Seite der Kanzel. Die Fenster mit Läden waren eher klein dimensioniert, außer vier größeren Fenstern hinter der Kanzel. 1933 wurde die Kirche geschlossen und als Gemeinschaftsraum genutzt, 1940 wurde der Bau abgerissen.

Literatur

  • Rudy P. Friesen, Edith Elisabeth Friesen: Bauwerke der Vergangenheit: mennonitische Architektur, Landschaft und Siedlungen in Russland/Ukraine. Tweeback, Bonn 2016, S. 415–419.

Einzelnachweise

  1. Відповідно до Закону України "Про добровільне об'єднання територіальних громад" у Запорізькій області у Чернігівському районі Чернігівська селищна, Богданівська, Верхньотокмацька, Владівська, Ільїнська, Новоказанкуватська, Новомихайлівська, Новополтавська, Обіточненська, Просторівська, Стульневська та Широкоярська сільські ради рішеннями від 12 і 31 жовтня 2016 року
  2. Верховна Рада України; Постанова від 17.07.2020 № 807-IX "Про утворення та ліквідацію районів"