Rodoald (Friaul)

Rodoald (bl. um 688–694) war als Nachfolger Landaris und Vorgänger Ansfrits Herzog des Friaul.

Die einzige Quelle zu seinem Leben ist die Historia Langobardorum des Friulaners und Langobarden Paulus Diaconus vom Ende des 8. Jahrhunderts. Dieser erwähnt ihn als Nachfolger des verstorbenen Landari, der wiederum Wechtari gefolgt war, mit den Worten: „Post hunc Wechtari Landari apud Foroiuli ducatum tenuit. Quo defuncto ei Rodoald in ducatu successit.“ (Historia Langobardorum, liber V, 24); wie Wolfgang Schwarz übersetzt: ‚Auf diesen Wechtari folgte Landari als Herzog in Friaul. Nach seinem Tod übernahm Rodoald das Herzogtum.‘[1] Somit ist außer dem Namen des Herzogs nur die Tatsache überliefert, dass er dieses Amt nach dem Tod seines Vorgängers übernahm. Da Paulus nicht erwähnt, unter welchem Langobardenkönig die Einsetzung Rodoalds erfolgte, besteht keine Möglichkeit, den Zeitpunkt seines Amtsantritts genauer zu datieren.

Um 694 nutzte der comes oder Gastalde des castrum Reunia (Ragogna) Ansfrit die Abwesenheit des dux Rodoald, um dessen Amt zu usurpieren. Rodoald floh über Istrien und Ravenna – also durch byzantinisches Gebiet – in die langobardische Hauptstadt Ticinum (Pavia) zu König Cunincpert. Ansfrit marschierte mit seinem Heer nach Verona, um selbst König zu werden. Dort wurde er jedoch besiegt und in Ticinum vor dem König geblendet, danach verbannt. Cunincpert vergab das Dukat nicht wieder, sondern ernannte Rodoalds Bruder Ado zum bloßen loci servator (Statthalter), wie Paulus schreibt (Historia Langobardorum, liber VI, 3).

Quellen

  • Ludwig Bethmann und Georg Waitz (Hrsg.): Paulus Diaconus, Historia Langobardorum, in: Monumenta Germaniae Historica, Scriptores rerum Langobardicarum et Italicarum saec. VI–IX, Hahn, Hannover 1878, liber V, 24.
  • Wolfgang F. Schwarz (Hrsg.): Paulus Diaconus: Historia Langobardorum – Geschichte der Langobarden, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2009 (lateinisch–deutsch).
Wikisource: Historia Langobardorum – Quellen und Volltexte (Latein)

Anmerkungen

  1. Wolfgang F. Schwarz (Hrsg.): Paulus Diaconus: Historia Langobardorum – Geschichte der Langobarden, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2009, S. 283.