Ansfrit (Friaul)

Ansfrit (auch Ansfrid) war irgendwann nach 688 kurzzeitig dux (Herzog) des langobardischen Herzogtums Friaul. Er gilt als Usurpator, unterlag dem Heer König Cunincperts bei Verona und starb in der Verbannung.

Leben

Zunächst war Ansfrit comes oder Gastalde des castrum (Festung) Reunia (Ragogna). Irgendwann nach der Übernahme der Königsherrschaft durch Cunincpert als Nachfolger seines Vaters rebellierte der dux von Trient Alahis, der zum Anführer derjenigen wurde, die versuchten, die Katholisierung des Reiches aufzuhalten und die Autonomierechte der Herzöge zu verteidigen.[1] Doch scheiterte der Aufstand. Ansfrit nutzte zu einem nicht näher zu bestimmenden Zeitpunkt nach diesem Aufstand die Abwesenheit des dux Rodoald von Friaul, um dessen Amt zu usurpieren. Rodoald floh über Istrien und Ravenna – also durch byzantinisches Gebiet – nach Ticinum (Pavia) zu König Cunincpert.

Ansfrit wollte sich nun seinerseits nicht mehr mit der Herzogswürde zufriedengeben, sondern das Königtum erlangen. So marschierte an der Spitze seines Heeres westwärts, kam jedoch nur bis nach Verona. Dort wurde er geschlagen, gefangen genommen und schließlich vor König Cunincpert in seine Hauptstadt Ticinum verbracht. Er wurde geblendet und verbannt.

Cunincpert vergab das Dukat nicht wieder, sondern ernannte Rodoalds Bruder Ado zum loci servator (Statthalter) (Paulus Diaconus: Historia Langobardorum, liber VI, 3). Damit beanspruchte der König das Recht, erledigte Herzogtümer neu zu vergeben.

Quellen

Literatur

Wikisource: Historia Langobardorum – Quellen und Volltexte (Latein)

Anmerkungen

  1. Jörg Jarnut: Münzbilder als Zeugnisse langobardischer Herrschaftsvorstellungen, in: Hagen Keller, Nikolaus Staubach (Hrsg.): Iconologia sacra. Mythos, Bildkunst und Dichtung in der Religions- und Sozialgeschte Alteuropas, Walter de Gruyter, New York / Berlin 1994, S. 285 f. (Google Books).
VorgängerAmtNachfolger
RodoaldHerzog des Friaul
um 694
Ado