Robert Schuppner

Robert Schuppner (* 21. Januar 1896 in Hamm an der Sieg, Rheinprovinz; † 6. Mai 1966 in Hurst-Bach bei Rosbach an der Sieg, heute Windeck, Nordrhein-Westfalen[1]) war ein deutscher Maler und Kunsthändler. Er handelte auch mit gefälschter Kunst.

Leben

Nach einer Ausbildung zum Anstreicher entwickelte sich Schuppner als Autodidakt zum Maler. In Berlin lernte er den Maler Lovis Corinth kennen, dessen Malerei ihn stark beeindruckte. In Hamburg trat er 1921/1922 mit einer Kollektion von Aquarellen, die diese Stadt in einer völlig neuen Auffassung zeigten, an die Öffentlichkeit. Er bereiste Frankreich, Italien und Spanien. Als Porträtmaler der Gesellschaft konnte er sich ab den 1920er Jahren einen prominenten Kundenkreis aufbauen, so malte er etwa Josephine Baker, eine damals weltberühmten Tänzerin. 1933 emigrierte er nach Paris. Als Maler des Surrealismus konnte er sich dort erfolgreich profilieren. Georges Huisman, Leiter der französischen Kulturbehörde, ließ Werke Schuppners für französische Museen ankaufen. 1934 scheiterte Schuppners Antrag, in die Reichskulturkammer aufgenommen zu werden.

Bereits seit 1917 aufgrund einer Verurteilung wegen verbotenen Großhandels mit Fleisch und einer Bestechung vom Amtsgericht Köln als vorbestraft geltend, verurteilte man ihn 1937 in Hamburg wegen fortgesetzten Betrugs zu einer Gefängnisstrafe, die er von 1937 bis 1939 absaß. 1940 wurde gegen den wieder in Paris lebenden Künstler eine erneute Strafverfolgung wegen gefälschter Kunstwerke eingeleitet. Bei dem ehemaligen Kustos des Städtischen Kunstmuseums Düsseldorf, Walter Cohen, der in dem 1942 schließlich eröffneten Strafprozess Mitangeklagter war, hatte er Expertisen bestellt. Mit diesen Expertisen versuchte Schuppner die Werke in Auktionen anzubieten.[2] Im Februar 1942 untersagte ihm die Staatsanwaltschaft Köln die Ausübung kunsthändlerischer Geschäfte für insgesamt fünf Jahre. Die Annahme, dass Schuppner oder Cohen die ihnen vorgeworfenen Fälschungen begangen haben, konnte in dem Prozess von 1942 letztlich nicht bewiesen werden. Ab 1943 fungierte er als Komplize bei der Aneignung von im Keller des Kölnischen Kunstvereins gelagerten Werken aus der Sammlung Alfred & Thekla Hess durch den Hausmeister Josef Jenniches (1895–2001). 1946 handelte er mit Stegware. 1950 wurden Werke aus der Sammlung Hess in der Wohnung Schuppners durch die Polizei sichergestellt. Zusammen mit Jenniches, welcher ab 1946 deponierte Kunstwerke aus der Sammlung Hess an Schuppner verkauft hatte, wurde er im selben Jahr des Betrugs angeklagt. In diesem Prozess sprachen ihn die Richter mangels Beweisen frei.

Mit dem künstlerischen Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg schuf Schuppner surrealistische und abstrakte Malerei. Erfolgreich stellte er 1948 und 1949 bei Erich Mueller-Kraus in Köln aus.[3] Auch soll er sich der Neuen Gruppe in München angeschlossen haben.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Rolf-Dieter Rötzel: Maler Robert Schuppner: Weltkarriere begann in Hamm. rhein-zeitung.de, 18. März 2021, abgerufen am 21. September 2025
  2. Kathrin Iselt: „Sonderbeauftragter des Führers“. Der Kunsthistoriker und Museumsmann Hermann Voss (1884–1969). Böhlau Verlag, Köln 2010, ISBN 978-3-412-20572-0, S. 261 (Google Books)
  3. Daniela Wilmes: Wettbewerb um die Moderne. Zur Geschichte des Kunsthandels in Köln nach 1945. Akademie Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-05-005197-0, S. 193, 418, 423, 425, 428 (Google Books)