Erich Mueller-Kraus

Philipp Heinrich Erich Mueller-Kraus, Nachname auch in der Schreibweise Müller-Kraus (* 9. Februar 1911 in Aachen; † 13. April 1967 in Veberöd bei Lund, Schweden), war ein deutscher Maler und Grafiker sowie Kunsthändler und Galerist.

Leben

In den Jahren 1929 bis 1931 studierte Mueller-Kraus an der Kunstgewerbeschule Aachen. Dort war Anton Wendling einer seiner Lehrer. Seit 1930 schuf er neben Öl- und Aquarellmalerei hauptsächlich Holzschnitte, sowohl monochrom als im Mehrfarbendruck. In der Zeit des Nationalsozialismus hatte er Berufs- und Ausstellungsverbot. Eine Freundschaft verband ihn mit Karl Otto Götz. Als deutscher Soldat im Zweiten Weltkrieg war er in Nordeuropa im Einsatz.

Mit dem politischen Neuanfang nach dem Krieg trat Mueller-Kraus in Köln durch den Entwurf von Wahlplakaten für die SPD in Erscheinung. Auch beteiligte er sich 1946 an einer Ausstellung zur Neugründung der Rheinischen Sezession in der Kunsthalle Düsseldorf. 1947 stellte er in der Donnerstag-Gesellschaft in Alfter aus. In Köln-Nippes etablierte er im selben Jahr mit seinem Partner Rolf Bjerke (1911–1993) die Kunsthandlung moderne galerie, die bis 1951 die Kunstszene mit Ausstellungsprojekten belebte. Allein für das Jahr 1949 sind 5 Ausstellungen dokumentiert. Mit Bjerke verfolgte er ein didaktisches Interesse und bewegte sich abseits des städtischen Kulturbetriebs, indem er mit Schwerpunkt auf abstrakter Kunst insbesondere süddeutsche Künstler aus dem Umkreis des Stuttgarter Sammlers Ottomar Domnick vertrat. Aber auch örtliche Künstler wie Robert Schuppner präsentierte er in seiner Galerie.[1] 1950 erzielte er zu einer Ausstellung in einem Wettbewerb, den der Munich Central Collecting Point veranstaltet hatte, eine Anerkennung. 1951 gab er den Kunsthandel auf und zog bald darauf nach Schweden. Sein Freund Götz, der ihn 1954 in Saltsjöbaden bei Stockholm besuchte, berichtete, dass Mueller-Kraus es als deutscher Künstler sehr schwer hatte, sich in Schweden durchzusetzen.[2]

In den Jahren 1945 bis 1956 war er mit seinen Werken außer in Ausstellungen in Deutschland auch in Frankreich (Salon des Réalités Nouvelles, Petit Palais, Paris 1951–1954), in den Vereinigten Staaten (Guggenheim Museum, Art Institute of Chicago), in Brasilien (Biennale von São Paulo, Museu de Arte Moderna, São Paulo 1951, 1955) und in Schweden vertreten.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Daniela Wilmes: Wettbewerb um die Moderne. Zur Geschichte des Kunsthandels in Köln nach 1945. Akademie Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-05-005197-0, S. 193, 214
  2. Karl Otto Götz: Erinnerungen 1945–1959. Rimbaud Verlag, Aachen 1993, ISBN 978-3-8908-6841-7, S. 175