Robert A. Nakamura

Robert Akira Nakamura (* 5. Juli 1936 in Venice, Kalifornien; † 11. Juni 2025 in Culver City, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Fotograf, Dokumentarfilmer und Hochschullehrer. Er gilt als einer der Pioniere der asiatisch-amerikanischen Medienproduktion und wurde als „Godfather of Asian American Media“ bekannt.[1] In seinen Filmen beschäftigte er sich mit der Darstellung und Aufarbeitung japanisch-amerikanischer Geschichte, darunter die Internierung japanischstämmiger Amerikaner während des Zweiten Weltkriegs.[2]

Leben

Robert Akira Nakamura wurde 1936 in Venice, Kalifornien, als Sohn des aus Kagoshima eingewanderten Issei George Harukichi Nakamura. Er wuchs in Atwater, Los Angeles, auf. Sein Vater arbeitete zunächst als Gärtner, später betrieben die Eltern ein Lebensmittelgeschäft in den Los Feliz Hills. Nach dem Angriff auf Pearl Harbor im Dezember 1941 wurde die Familie aufgrund der Executive Order 9066 in das amerikanische Internierungslager Manzanar verlegt. Dort kam Nakamuras Bruder Norman Noboru Nakamura zur Welt, und Robert besuchte die erste Klasse. Nach zweieinhalb Jahren wurde die Familie entlassen und zog nach Denver, Colorado. Anschließend kehrten sie nach Los Angeles zurück, wo der Vater wieder als Gärtner arbeitete, da das frühere Geschäft enteignet worden war. Nakamura besuchte die Washington Irving Junior High School und die Marshall High School, an der er die Schülerzeitung herausgab. Während dieser Zeit arbeitete er als Copy Boy beim Los Angeles Examiner und erhielt dadurch ein Stipendium an der Pepperdine University. Später studierte er am Art Center College of Design in Pasadena und schloss mit einem B.F.A. in Fotojournalismus ab.[2]

Von 1959 bis 1961 diente er in der US-Armee in Deutschland, wo er Fotografie unterrichtete. Nach seiner Rückkehr arbeitete er von 1961 bis 1963 als Fotograf für Charles Eames und als freier Magazin-Fotograf. Zudem führte er mit George Paxton ein kommerzielles Fotostudio. Robert Nakamura lebte in Culver City, Kalifornien, und war mit der Autorin und Kuratorin Karen L. Ishizuka verheiratet. Das Paar hatte zwei Kinder, Thai Binh und Tadashi, sowie vier Enkelkinder. Robert A. Nakamura starb am 11. Juni 2025 im Alter von 88 Jahren in Culver City.[2]

Wirken

1969 engagierte sich Robert Nakamura für das neu erschienene asiatisch-amerikanische Aktivistenmagazin Gidra. Er dokumentierte frühe politische und kulturelle Bewegungen von Asiaten in Amerika, darunter die erste Manzanar-Pilgerfahrt. Im selben Jahr begann er ein Studium an der School of Theater, Film and Television der University of California, Los Angeles (UCLA), welches er 1975 mit einem Master of Fine Arts (M.F.A.) abschloss. 1970 war er Gründungsdirektor von Visual Communications, der ältesten community-basierten Medienorganisation von asiatisch-pazifischen Amerikanern in den USA. Er gehörte dauerhaft dem Vorstand an.

Zu seinen frühen Filmarbeiten zählt Manzanar (1972), eine achtminütige dokumentarische Reflexion über seine Kindheit im Lager. Weitere Filme waren Wataridori: Birds of Passage (1975), Hito Hata: Raise the Banner (1980, Co-Regie), Fool’s Dance (1983), Conversations: Before the War/After the War (1985), Through Our Own Eyes (1992), Moving Memories (1992), Something Strong Within (1994), Looking Like the Enemy (1995) und Toyo Miyatake: Infinite Shades of Gray (2002). Im Jahr 1996 gründete er das UCLA Center for EthnoCommunications. Ab 1999 hatte er den UCLA Alumni and Friends of Japanese Ancestry Endowed Chair inne. 1997 richtete die Smithsonian Institution eine Retrospektive seines Werkes aus. Im selben Jahr gründete er gemeinsam mit Karen L. Ishizuka das Frank H. Watase Media Arts Center am Japanese American National Museum in Los Angeles.[3][2]

Robert Nakamura erhielt über dreißig nationale Auszeichnungen, darunter 1985 den ersten Steve Tatsukawa Memorial Award von Visual Communications. 1994 wurde an der UCLA der Robert A. Nakamura Award zur Ehrung asiatisch-pazifischer visueller Künstler eingerichtet. Im Jahr 2016 erhielten Nakamura und Ishizuka den ersten Legacy Award des Japanese American National Museum. Er emeritierte im Jahr 2012 nach 33-jähriger Lehrtätigkeit an der UCLA.[4] Im Mai 2025 veröffentlichte sein Sohn Tadashi Nakamura die Dokumentation „Third Act“ über das Leben und Werk seines Vaters.

Einzelnachweise

  1. mike: Tribute Reel to Robert Nakamura: Godfather of Asian American Media. In: CAAM Home. 24. Mai 2012, abgerufen am 15. November 2025 (amerikanisches Englisch).
  2. a b c d Robert A. Nakamura | Densho Encyclopedia. Archiviert vom Original am 13. August 2025; abgerufen am 15. November 2025 (englisch).
  3. Robert A. Nakamura | Regisseur/-in, Produzent/-in, Filmeditor/-in. Abgerufen am 15. November 2025 (deutsch).
  4. Rafu Reports: Asian American Studies Professor Nakamura Retiring from UCLA. In: Rafu Shimpo. 28. Januar 2012, abgerufen am 15. November 2025 (amerikanisches Englisch).