Riparo Mandriz

Riparo Mandriz

Riparo Mandriz
Lage: bei Selva di Cadore, Provinz Belluno, Venetien, Italien
Höhe: 1715 m s.l.m.
Geographische
Lage:
46° 27′ 30,1″ N, 12° 3′ 56,6″ O
Typ Abri
Entdeckung 1980 oder 1985

Der Riparo Mandriz (ital. riparo = dt. Abri) ist ein Felsüberhang bei Selva di Cadore in den Ampezzaner Dolomiten, an dem sich vom Spätneolithikum bis in die Kupfersteinzeit Menschen aufgehalten haben.

Lage und Topographie

Der Riparo Mandriz liegt in dem schmalen, steilen Loschiesuoi-Tal, rund 1,5 km nördlich der Ortschaft Santa Fosca bei Selva di Cadore. Er befindet sich im Wald auf der linken Seite des Baches Loschiesuoi an der Südseite eines großen Findlings, der sich wohl im Pleistozän aus dem Monte Cernera gelöst hatte.

Forschung

Der Heimatforscher Vittorino Cazzetta entdeckte die Fundstelle im Jahr 1980[1][2][3] oder 1985,[4] als er in dem Tal Prospektionen an mehreren Versturzblöcken durchführte. Bei den anschließenden archäologischen Ausgrabungen wurden bis 1987 und zwischen 1999 und 2002 Stein- und Knochenwerkzeuge, Keramik und Schlachtabfälle in Form von Nutz- und Wildtierresten gefunden.

Das umfangreiche lithische Inventar umfasst neben Artefakten wie Mikrolithen und fein gearbeiteten, geflügelten Pfeilspitzen und Blattspitzen auch einige Kerne, Schaber und eher schlicht zugerichtete Werkzeuge des Typs Campignien. Die verwendeten Feuersteine wurden aus dem Bellunatal und den einige dutzend Kilometer entfernten Vizentiner Alpen antransportiert. Sie entstammen den dortigen Scaglia Rossa- und Biancone-Formationen der mittleren Kreidezeit, aus Bachschottern und von der Asiago-Hochebene.[4]

Die rötlichen bis braunen Keramikscherben sind Überreste von Schalen und Töpfen, also Ess- und Kochgeschirr, das aus grobem, geglättetem Ton bestand und formenkundlich in die Endphase der Vasi-a-bocca-quadrata-Kultur fällt.

Aus dem Fundensemble lässt sich schließen, dass der Unterstand von der späten Jungsteinzeit bis in die Kupfersteinzeit (ca. 3500 bis 2000 v. Chr.) saisonal von Hirten aufgesucht wurde. Diese trieben ihre Schaf- und Ziegen-Herden während der Sommermonate aus dem Flachland bzw. den umliegenden Tälern hinauf zu den Almflächen der Malga Mondeval de Sora. Ihren Speiseplan ergänzten sie durch Jagd- und Sammeltätigkeiten.[1][2][4]

Ein Modell des Felsüberhangs und einige Funde sind im Heimatmuseum „Vittorino Cazzetta“ in Selva di Cadore ausgestellt.

Siehe auch

Literatur

  • E. Bianchin Citton: La frequentazione della Val Fiorentina (Selva di Cadore e Belluno) durante il tardo Neolitico e l’Eneolitico. In: Quaderni di Archeologia del Veneto 8, 1992, S. 122–127, ISBN 88-7140-235-9
Commons: Riparo Mandriz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Catalogo generaledei Beni Culturali - Riparo Mandriz (riparo sotto roccia). catalogo.beniculturali.it, abgerufen am 3. Oktober 2025.
  2. a b Riparo Mandriz. cednea.it, abgerufen am 3. Oktober 2025.
  3. Riparo Mandriz. micura.it, abgerufen am 3. Oktober 2025.
  4. a b c Selva di Cadore. catalogo.archeocadore.it, abgerufen am 3. Oktober 2025.