Raukura Turei
Raukura Maria Turei (geboren 1987 in Auckland) ist eine neuseeländische Künstlerin und Architektin.[1][2][3] Sie arbeitet im Architekturbüro Monk Mackenzie Architects mit den Māori Iwi (Maoristämmen) zusammen, um deren Gemeinschaftsprojekte zu realisieren. Ihre Malerei wurde in Neuseeland und international ausgestellt und sie trat in dem neuseeländischen Film The Dead Lands auf.
Jugend und Ausbildung
Turei gehört als Māori zu den Stämmen Ngāi Tai ki Tāmaki und Ngā Rauru Kītahi.[4] Ihr Vater ist Māori und ihre Mutter ist Pākehā. Gemeinsam mit ihrer Mutter lernten Turei und ihre Schwester schon von klein auf die Sprache der Māori.[5]
Turei studierte Architektur an der Universität Auckland und legte 2012 den Master in Architektur mit Auszeichnung ab.[1] Im Jahr 2015 ließ sie sich beim New Zealand Registered Architects Board als Architektin registrieren.[6]
In einem Interview mit Dale Husband im Jahr 2023 erklärte Turei, dass die Malerei ihre erste Liebe war, sie sich jedoch von einer Lehrerin überzeugen ließ, Architektur zu studieren.[7]
Berufliche Entwicklung
Kunst
In ihren Gemälden verwendet Turei häufig natürliche Materialien wie Eisensand und Pigmente aus verschiedenen Landschaften. Ihre Malerei wurde als „Weg zu ihrem Whakapapa“ beschrieben: Sie nimmt die Spur zu ihrem Volk, zur Erde auf der es lebt, zu seiner Geschichte auf.[8] Turei fühlt sich dabei von anderen Maori-Künstlern wie dem Mata Aho Collective, dem Kauae Raro Research Collective, den ĀKAU, den Pacific Sisters und den Art Aunties in ihren Zielen und ihrer Kunst getragen.[9] 2018 schuf Turei vor Ort in der Adam Art Gallery in Wellington ein Kunstwerk namens Te poho o Hine-Ruhi für die Ausstellung The earth looks upon us (Ko Papatuanuku te matua o te tangata), das aus Ton, Acryl und Wasser auf Digitaldruck entstand.[10]
Ihre Werke wurden in Neuseeland im Dowse Art Museum in Wellington, im Centre of Contemporary Art Toi Moroki (CoCA) in Christchurch, im Objectspace in Auckland, im Te Pātaka Toi – The Adam Art Gallery in Wellington, bei Bartley and Co. in Wellington und bei Sumer Contemporary in Tauranga ausgestellt.[8][11] Auf internationaler Ebene wurden Tureis Kunstwerke 2019 auf der Tokyo Art Fair, der Sydney Contemporary Art Fair und in der Day01 Gallery in Sydney ausgestellt.[11]
2017 erhielt sie ein Stipendium auf Rarotonga, der größten Cookinsel. Dort schuf sie die Serie Pacific Portraits.[3] 2024 wurde Turei Artist in Residence (Stipendiatin) am Corban Estate Arts Centre in West Auckland.[11]
Architektur
Turei arbeitete im Rahmen ihres Studienabschlusses für das Architekturbüro Stevens Lawson Architects.[12] Zunächst war sie an der Sanierung des Q Theatre beteiligt. Sie engagierte sich bei der maorischen Beratergruppe Te Rōpū Reo Whakahaere und arbeitete mit dem Architekten Pip Cheshire zusammen. Dabei stellte sie fest, dass „das Engagement in Te Ao Māori die Art und Weise, wie das Gebäude genutzt wird, bereichert hat“.
Seit 2023 ist Turei leitende Architektin bei Monk Mackenzie Architects in Auckland. Dort ist sie beteiligt am Bau von Wohnungen für Maori (Papakāinga), von maorischen Kultorten und Versammlungshäusern (Marae) und gemeinschaftsorientierten Projekten für die Stämme (Iwi).[6]
Ein Gebäude, das ihrer Aussage nach einen großen Einfluss auf ihre eigene architektonische Praxis hat, ist das Teshima Art Museum von Ryue Nishizawa in Japan. Eine Architektin, die sie bewundert, ist die Brasilianerin Lina Bo Bardi.[13][3] Besonders inspiriert hat sie auch der Mut der Architektin Anne Lacaton und ihres Partners Jean-Philippe Vassal mit dem die beiden Verwaltungen herausfordern und ungewöhnliche Ideen mit minimalem Budget umsetzen.[9]
Turei ist Mitglied der Berufsorganisation Architecture + Women New Zealand.[12] Sie war 2020 neben Lori Brown, Julia Gatley und Andrew Tu’inukuafe Mitglied der Jury für die Architecture + Women New Zealand Dulux Awards.[14]
Im Jahr 2020 gewann Turei bei den Interior Awards den Preis in der Kategorie „Wohngebäude“. 2021 war Turei Jurymitglied des Wettbewerbs und gewann 2022 den Emerging Design Professional Award.[13][15] Die Jury nahm dazu wie folgt Stellung: „Ihre kohärenten, ganzheitlichen Projekte zeugen von einem Streben nach Exzellenz auf höchstem Niveau, sowohl innerhalb der Te Ao Māori als auch in der gebauten Umwelt.“[16]
Im Jahr 2002 wurde Turei bei den Architecture + Women NZ Dulux Awards mit dem Wirihana Leadership Award ausgezeichnet.[17]
Film
Sowohl in The Dead Lands, einem neuseeländischen Actionfilm, bei dem Toa Fraser Regie führte, als auch in Find Me a Māori Bride hatte Turei eine Rolle.[3]
Für ihre Rolle in The Dead Lands war Turei Finalistin für die 2014 Rialto Channel New Zealand Film Awards. Einen Preis für die Beste Nebenrolle erhielt sie von der Manukau Urban Maori Authority.[18]
Privates
Turei ist verheiratet mit Moko. Die beiden haben zwei Kinder.[9]
Auszeichnungen für Architektur
- 2012: Student & Academic Spatial, Studentin Raukura Turei, Tutor Lynda Simmons – Best Awards, The Designers Institute of New Zealand[19]
- 2020: Residential category – Ōwairaka House project New Zealand Interior Awards[13][15]
- 2022: Emerging Design Professional Award – New Zealand Interior Awards[16]
- 2023: Wirihana Leadership Award
Kunst-Ausstellungen (Auswahl)
Gruppenausstellungen
- 2013: He Whare Tangata Between Silos – kuratiert von Lynda Simmons unter Mitarbeit von Elisapeta Heta, Architecture + Women NZ Exhibition, Auckland
- 2014: Whare in the Bush, Warkworth
- 2021: Mark Work – mit einem mehrteiligen Kunstwerk namens Te Poho o Hine-Moana, Wanderausstellung, Centre of Contemporary Art Toi Moroki (CoCA), Christchurch, und Objectspace, Auckland[20][4]
Einzelausstellungen
- 2017: The Grief Series, Miss Crabb Headquarter, Auckland
- 2017: Untitled (pending welcome), Objectspace, Auckland
- 2017: SELF, Allpress Studio, Auckland
- 2023/24: Takoto ai te marino, The Dowse Art Museum, Wellington[8]
Weblinks
- Internetauftritt von Raukura Turei als Künstlerin
- Architekturbüro, in dem Turei in leitender Position arbeitet
- Expanded Fields Series #2: Raukura Turei -AWNZ
Einzelnachweise
- ↑ a b Graduate search. University of Auckland, abgerufen am 1. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Nathan Pōhio: Raukura Turei. In: 36ª Bienal de São Paulo. Abgerufen am 1. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ a b c d Rebecca Zephyr Thomas: Inside story: Raukura Turei. In: Urbis Magazine. 8. Dezember 2017, archiviert vom am 4. November 2023; abgerufen am 1. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ a b Raukura Turei. In: Capital Group. Abgerufen am 31. Januar 2024 (englisch).
- ↑ Joanna Davis: Communal living allows architect to return to this 'gentrified' Auckland suburb. In: Stuff. 17. Dezember 2022, archiviert vom am 7. Februar 2023; abgerufen am 31. Januar 2024 (englisch).
- ↑ a b Asia Pacific Architecture Festival: Asia Pacific Architecture Festival. In: Asia Pacific Architecture Festival. 31. Januar 2024, abgerufen am 31. Januar 2024 (englisch).
- ↑ Dale Husband: Raukura Turei | Multi-Disciplinary Artist, Architect, and Designer. In: Waatea News: Māori Radio Station. 18. September 2023, abgerufen am 31. Januar 2024 (neuseeländisches Englisch).
- ↑ a b c Raukura Turei, Takoto ai te marino. In: Art News Aotearoa. 5. Dezember 2023, archiviert vom am 31. Januar 2024; abgerufen am 1. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ a b c At Home With Raukura Turei. In: Simon James. Abgerufen am 31. Januar 2024 (englisch).
- ↑ Raukura Turei. In: He Kapunga Oneone. Abgerufen am 31. Januar 2024 (neuseeländisches Englisch).
- ↑ a b c Raukura Turei. Corban Estate Arts Centre, abgerufen am 31. Januar 2024 (englisch).
- ↑ a b Raukura Turei. In: AWNZ. Abgerufen am 31. Januar 2024 (neuseeländisches Englisch).
- ↑ a b c Meet the 2021 Interior Awards judges: Raukura Turei. Architecture Now, archiviert vom am 31. Januar 2024; abgerufen am 31. Januar 2024 (englisch).
- ↑ Architecture+Women.NZ Dulux Awards 2020: Winners Announced. Architecture Now, archiviert vom am 31. März 2023; abgerufen am 31. Januar 2024 (englisch).
- ↑ a b Winners announced: Interior Awards 2020. Architecture Now, archiviert vom am 31. Januar 2024; abgerufen am 31. Januar 2024 (englisch).
- ↑ a b Interior Awards 2022: Emerging Design Professional Award Winner. Architecture Now, archiviert vom am 31. Januar 2024; abgerufen am 31. Januar 2024 (englisch).
- ↑ Winners: A+W•NZ Dulux Awards 2023. Architecture Now, abgerufen am 18. Mai 2024 (englisch).
- ↑ Dark Horse vs. Dead Lands. NZ Herald, 1. Februar 2024, archiviert vom am 9. Mai 2023; abgerufen am 31. Januar 2024 (englisch).
- ↑ Te Hiki a Hineruhi: He Whare Tapere. Best Awards, abgerufen am 31. Januar 2024 (englisch).
- ↑ Mark Work: Connection with the whenua | CoCA Centre of Contemporary Art Toi Moroki. In: coca.org.nz. Archiviert vom am 25. Januar 2023; abgerufen am 31. Januar 2024 (englisch).