Lynda Simmons

Lynda Simmons (geboren 1963 in Neuseeland)[1] ist eine neuseeländische Architektin. Sie forscht und unterrichtet an der University of Auckland. Simmons war Mitbegründerin der feministischen Berufsorganisation Architecture + Women New Zealand. 2013 wurde sie zum Fellow des New Zealand Institute of Architects (NZIA) ernannt und 2014 für ihr Engagement mit dem NZIA President's Award ausgezeichnet.

Leben

Ausbildung und erste berufliche Erfahrungen

Simmons schloss ihr Architekturstudium 1987 an der University of Auckland mit dem Master ab. 1989 wurde sie als Architektin zugelassen. Von 1987 bis 1990 und erneut von 1993 bis 1996 arbeitete sie im Familienbetrieb Neil Simmons Architects, der von ihrem Vater gegründet worden war.[2][3] Von 1991 bis 1993 arbeitete sie bei Melanie Sainsbury & Associates in London. Sie ging mit, als das Architekturbüro nach Vancouver zog und war beteiligt an der Renovierung des denkmalgeschützten Gebäudes für das Warehouse Studio in Gastown.[4]

Linda Simmons Architect

Simmons eröffnete 1997 ihr eigenes Architekturbüro Linda Simmons Architect (LSA) und unterrichtete gleichzeitig am Unitec Institute of Technology in Auckland.[5] Als sie Kinder bekam, war sie entschlossen, ihre Unterrichts- und Arbeitszeiten nicht zu reduzieren, sondern stattdessen nachts zu Hause zu arbeiten und mit ihrem Baby im Tragetuch zu unterrichten. Sie hatte beobachtet, dass viele Frauen, große Architekturbüros verlassen und von zu Hause aus arbeiten, wenn sie eine Familie gründen. Erst wenn ihre Kinder älter sind, kehren sie wieder in die Architekturbüros zurück.[6] Zu ihrer eigenen Entscheidung, während der Kindererziehung als Selbstständige zu arbeiten, sagte Simmons:

„Es war eine Entscheidung für mein berufliches Überleben. Ich sehe so viele junge Frauen, die in großen oder mittelgroßen Architekturbüros gut arbeiten. Die Erwartung, dass sie plötzlich zehn Jahre lang von ihrem Küchentisch aus arbeiten müssen, und erst danach zurückkehren und den Job zu bekommen, den sie verdienen – das erschreckt mich.“[5]

Simmons schloss 2012 ihr Masterstudium in Architekturgeschichte an der University of Auckland mit einer Arbeit über ihren Vater ab, die den Titel „From man alone to larrikin: the work of Neil Simmons 1958–1984“ trägt.[2]

Hochschullehrerin

Simmons war externe Prüferin für die Architekturstudiengänge an der Victoria University of Wellington Te Herenga Waka und am Unitec sowie für Raumgestaltung am Auckland Technical Institute (ATI), das heute Auckland University of Technology (AUT) heißt.

Sie ist Lehrbeauftragte an der University of Auckland.[3] Ihre Forschungsschwerpunkte sind Designprozesse in der Kunst, die Wechselwirkung zwischen Architektur und Soziologie sowie die Aufdeckung „unsichtbarer Geschichten“ in der neuseeländischen Architekturszene.

Architecture + Women New Zealand

Simmons schätzt, dass sie in ihrer über 25-jährigen Universitätskarriere mehr als 1000 Frauen unterrichtet hat. Angesichts der hohen Zahl von Frauen, die den Beruf aufgeben, begann Simmons 2011, sich für mehr Gleichberechtigung in der Architekturszene einzusetzen, und gründete mit Sarah Treadwell, Julie Wilson und Megan Rule die Berufsorganisation Architecture + Women New Zealand.[7] Die Organisation, die 2013 mehr als 1000 Mitglieder hatte, kuratierte 2013 eine Ausstellung mit dem Titel „Between Silos“, die in vier Städten zu sehen war. Gleichzeitig wurde ein eintägiges Symposium abgehalten.[8] Simmons war von 2011 bis 2019 Co-Vorsitzende. Nach ihrem Rücktritt ist weiterhin als Forschungs- und Politikverantwortliche sowie Archivarin in der Organisation tätig.[2]

Auszeichnungen

Simmons wurde 2013 zum Fellow des New Zealand Institute of Architects ernannt.[2] 2014 erhielt sie den President's Award des Instituts. Mit dieser Auszeichnung wurde ihr Beitrag zu „Veranstaltungen und Initiativen zur Untersuchung der aktuellen Situation von Frauen in der neuseeländischen Architektur“ gewürdigt. Das Programm hat zusammen mit der Datenbank und Website „Architecture + Women“, an denen Simmons ebenfalls maßgeblich beteiligt war, das berufliche Profil von Architektinnen geschärft, kollegiale Beziehungen unter ihnen gefördert und dafür gesorgt, dass Geschlechteraspekte in der neuseeländischen Architektur berücksichtigt werden.[8]

Weitere Auszeichnungen:

  • 2004: NZIA Regional Award in der Kategorie Denkmalschutz[3]
  • 2005: NZIA Local Award in der Kategorie Wohnen[3]
  • 2016: NZIA National Award in der Kategorie „Kleines Projekt“
  • 2016: NZIA Local Award in der Kategorie „Kleines Projekt“, für Studio and Garden Room, Peters House in Pakuranga. Die Juroren sagten, es „definiert die traditionell sterile Beziehung zwischen Haus, Vorgarten und Straße in den Vororten von Auckland neu“.[2]

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Interior Darkness / Contained Shadow. In: Interstices. 12. Jahrgang, 2011, ISSN 1170-585X, S. 126–130 (englisch, auckland.ac.nz).
  • Opinion: The issue of unpaid hours. In: Architecture NZ. Nr. 4, Juli 2019, S. 16–17 (englisch, architecturenow.co.nz [abgerufen am 14. Dezember 2025]).
  • Obituary: Lillian Chrystall (1926–2022). In: Architecture NZ. Nr. 3, Mai 2022 (englisch, architecturenow.co.nz [abgerufen am 14. Dezember 2025]).

Literatur

  • Elizabeth Cox: Making Space: A History of New Zealand Women in Architecture. Massey University Press, Auckland, Neuseeland 2022, ISBN 978-1-991016-34-8 (englisch).
Commons: Lynda Simmons – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Simmons, Lynda. ULAN Full Record Display (Getty Research), abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).
  2. a b c d e Previous Work for Neil Simmons Architects. In: Lynda Simmons • Architect. Abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).
  3. a b c d Lynda Simmons. University of Auckland, abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).
  4. Previous Work - Overseas. Lynda Simmons • Architect, abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).
  5. a b Elizabeth Cox (Hrsg.): Making Space: A History of New Zealand Women in Architecture. 2022, S. 207 (englisch).
  6. Elizabeth Cox (Hrsg.): Making Space: A History of New Zealand Women in Architecture. 2022, S. 255.
  7. Women in architecture: Let's get visible. In: homestyle magazine. 1. August 2020, abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).
  8. a b In 2014, the following people and groups received NZIA President’s Awards. NZ Institute of Architects, 2014, abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).