Raj Bahadur

Raj Bahadur (Hindi राज बहादुर; * 21. August 1912 in Basan Gate, Bharatpur, Britisch-Indien; † 22. September 1990 in Neu-Delhi) war ein indischer Politiker des Indischen Nationalkongresses (INC), der unter anderem von 1952 bis 1967 sowie zwischen 1971 und 1977 Mitglied der Lok Sabha und mehrmals Minister war. Er fungierte zudem von 1968 bis 1971 als Botschafter in Nepal.

Leben

Raj Bahadur, Sohn von Sundar Lal, absolvierte seine Ausbildung an der Sadar High School in Bharatpur, der Maharaja’s High School and College in Jaipur, am Agra College und am St. Johns’ College in Agra und erwarb neben einem Bachelor of Science (B.Sc.) und einem Master of Arts (M.A.) einen Bachlor of Laws (LL.B.), woraufhin er eine Tätigkeit als Rechtsanwalt aufnahm. Während des Studiums war er zwischen 1929 und 1930 Mitglied der Hindustan Socialist Republican Army (HRSA) und später der Bharatpur Praja Parishad Party (BPPP), die von 1939 bis 1948 der All India States Peoples Conference (AISPC) angehörte, ein Zusammenschluss politischer Bewegungen in den Fürstenstaaten in Britisch-Indien. Er organisierte soziale Entwicklungs- und Wohlfahrtsprojekte für die benachteiligten Bevölkerungsgruppen und kämpfte gegen Zwangsarbeit im Staat Bharatpur und war von 1939 bis 1942 Mittglied des Zentralen Beratungsausschusses dieses Staates. Er nahm von 1940/41 bis 1947 aktiv am Freiheitskampf und Führung der Bewegung im Staat Bharatpur teil, wobei er zweimal inhaftiert wurde. Während dieser Zeit war er von 1941 bis 1942 Gemeindekommissar dieses Staates und fungierte zwischen 1943 und 1947 als Sekretär und später als Vizepräsident des Volksrates (Praja Parishad) des Staates Bharatpur.[1][2]

Nach der Unabhängigkeit Indiens vom Vereinigten Königreich am 15. August 1947 war Raj Bahadur zwischen 1948 und 1951 Präsident der Anwaltskammer von Bharatpur, sowie zugleich von 1948 bis 1949 Generalsekretär des Indischen Nationalkongresses (INC) in der Matsayas Union. Er gehörte von 1948 bis 1950 der Verfassungsgebenden Versammlung Indiens sowie zwischen 1950 und 1952 dem Provisorischen Parlament als Mitglied an und fungierte zudem von 1950 bis 1952 als Sekretär der Kongresspartei im Parlament sowie zwischen 1951 und 1956 als stellvertretender Kommunikationsminister im ersten und zweiten Kabinett Nehru. Bei der ersten Parlamentswahl in Indien 1951/1952 wurde er für den INC im Wahlkreis „Bharatpur“ zum Mitglied der Lok Sabha gewählt, des Unterhauses des Parlaments (Bhāratīya Sansad), und gehörte dieser nach seiner Wiederwahlen bei der Parlamentswahl zwischen dem 24. Februar 1957 und dem 15. März 1957 und der Parlamentswahl vom 19. bis 25. Februar 1962 bis zur Parlamentswahl vom 15. bis 21. Februar 1967 an. Des Weiteren gehörte er zwischen 1956 und 1982 dem All India Congress Committee (AICC), dem Präsidium der Kongresspartei als Mitglied an, und fungierte im Kabinett Nehru II von Februar bis Dezember 1956 zunächst als Minister im Kommunikationsministerium sowie im Anschluss zwischen dem 7. Dezember 1956 und dem 7. April 1957 als Kommunikationsminister. Daraufhin übernahm er im Kabinett Nehru III vom 17. April 1957 bis zum 2. April 1962 den Posten als Staatsminister im Ministerium für Transport und Kommunikation.[3] Im darauf folgenden Kabinett Nehru IV war er zunächst zwischen dem 2. April 1962 und dem 29. August 1963 Staatsminister für Schifffahrt im Ministerium für Transport und Kommunikation sowie daraufhin als Nachfolger von Jagjivan Ram[4] Minister für Transport und Kommunikation, wobei er dieses Ministeramt zwischen dem 27. Mai und dem 9. Juni 1964 auch unter Interim-Premierminister Gulzarilal Nanda[5] bekleidete und als solcher für Schifffahrt, Transport, Zivilluftfahrt und Tourismus zuständig war.[6][1][7][2]

Am 24. Januar 1966 übernahm Ram Bahadur im Kabinett Indira Gandhi I das Amt als Minister für Information und Rundfunk und behielt diesen Ministerposten bis Februar 1967, woraufhin Kodardas Kalidas Shah[8] am 13. März 1967 neuer Minister wurde.[9] Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung löste er am 5. Januar 1968 Shriman Narayan[10] als Botschafter in Nepal ab und verblieb auf diesem diplomatischen Posten in Kathmandu bis zum 22. Januar 1971, woraufhin Lallan Prasad Singh[11][12] neuer Botschafter wurde.[1][2][7]

Nach seiner Rückkehr wurde Raj Bahadur für den INC im Wahlkreis „Rajasthan-Bharatpur“ bei der Parlamentswahl vom 1. bis 10. März 1971 erneut zum Mitglied der Lok Sabha gewählt und gehörte dieser bis zur Parlamentswahl vom 16. bis 20. März 1977 an. Darüber hinaus wurde er am 18. März 1971 als Minister für parlamentarische Angelegenheiten in das Kabinett Indira Gandhi II berufen und bekleidete dieses Amt bis zu seiner Ablösung durch Kotha Raghuramaiah[13] am 5. Februar 1973. Zugleich war er vom 18. März 1971 bis zu seiner Ablösung durch Kamalapati Tripathi[14] am 8. November 1973 auch Minister für Transport und Schifffahrt. Im Zuge einer Umbildung des zweiten Kabinett Indira Gandhi übernahm er am 9. November 1973 von Karan Singh[15] den Posten als Minister für Tourismus und Zivilluftfahrt und hatte diesen bis zu seiner Ablösung durch Kotha Raghuramaiah am 22. Dezember 1976 inne. Zugleich fungierte er zwischen dem 8. November 1973 und seiner Ablösung durch Kasu Brahmananda Reddy[16] am 11. Januar 1974 auch noch als Kommunikationsminister im Kabinett Indira Gandhi II.[17][2][7]

Aus seiner am 17. Mai 1936 geschlossenen Ehe mit Vidyawati Srivastava gingen vier Söhne und eine Tochter hervor.

Einzelnachweise

  1. a b c Member Detail. Lok Sabha, abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
  2. a b c d Raj BAHADUR. Prabook, abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
  3. COUNCIL OF MINISTERS NEHRU 3 (Memento vom 8. Februar 2020 im Internet Archive)
  4. Ram, Jagjivan. rulers.org, abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
  5. Nanda, Gulzarilal. rulers.org, abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
  6. COUNCIL OF MINISTERS NEHRU 4 (Memento vom 7. Dezember 2019 im Internet Archive)
  7. a b c Bahadur, Raj. rulers.org, abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
  8. Kodardas Kalidas Shah. Prabook, abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
  9. Council of Ministers Gandhi (Memento vom 3. Dezember 2022 im Internet Archive)
  10. Narayan, Shriman. rulers.org, abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
  11. Singh, Lallan Prasad. rulers.org, abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
  12. Lallan Prasad Singh. rulers.org, abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
  13. Raghuramaiah, Kotha. rulers.org, abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
  14. Tripathi, (Pandit) Kamlapati. rulers.org, abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
  15. Singh, Karan. rulers.org, abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
  16. Reddy, Kasu Brahmananda. rulers.org, abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
  17. COUNCIL OF MINISTERS GANDHI 3 (Memento vom 8. Februar 2020 im Internet Archive)