Protrahierte Schulterhaltung
Als protrahierte Schulterhaltung oder vereinfacht oft Schulterprotraktion bezeichnet man eine Haltungsschwäche, bei der die Schulterblätter dauerhaft nach vorne und außen auf den Brustkorb gezogen werden.[1] Der Schultergürtel ist funktionell nicht fest mit dem Rumpf verankert, sondern gleitet muskulär geführt, jedoch verläuft bei Verlagerung der Kraftfluss biomechanisch ungünstig, das führt zu weiteren Haltungsproblemen und anderen Folgeerscheinungen. Umgangssprachlich wird es als eingefallene Brust oder nach vorne gezogene Schulter beschrieben.
Während es normal ist, die Schultern nach vorne zu bewegen (z. B. wenn man etwas vom Tisch greift), wird diese Position problematisch, wenn sie zum Dauerzustand wird. Die Schultern bleiben „stecken“ und rollen nach vorne und begünstig eine vorgestreckten Kopfhaltung und einem krummen oberen Rücken (Rundücken, Kyphose), da der Schultergürtel dabei hilft den Körper aufzurichten[2].
Der den ständige Blick auf das Handy, langes Sitzen bei der Arbeit am Computer, beim Autofahren oder auf dem Sofa bewirkt eine Vorwärtsneigung. Die Brustmuskeln gewöhnen sich an diese verkürzte Position.
Einzelnachweise
- ↑ I. A. Kapandji: Funktionelle Anatomie der Gelenke: schematisierte und kommentierte Zeichnungen zur menschlichen Biomechanik. 5. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart New York 2009, ISBN 978-3-13-142215-6.
- ↑ Muskeln: Funktionen und Tests. 5., völlig überarb. und erw. Aufl., auf Grundlage der 3. amerikan. Aufl., mit Erw. aus der 4. und 5. amerikan. . Elsevier, Urban & Fischer, München Jena 2009, ISBN 978-3-437-45682-4.