Protestantische Kirche (Iggelbach)

Protestantische Kirche

Daten
Ort Iggelbach
Architekt Ernst Stoll
Baustil Heimatstil
Baujahr 1931–1933
Koordinaten 49° 19′ 59,6″ N, 7° 55′ 9″ O

Die protestantische Kirche ist ein Sakralbau im Elmsteiner Ortsteil Iggelbach im pfälzischen Landkreis Bad Dürkheim. Sie gehört zur Protestantischen Kirchengemeinde Elmsteiner Tal, die wiederum Teil des Dekanats Neustadt der Evangelischen Kirche der Pfalz ist.[1][2] Sie steht unter Denkmalschutz und gilt als „ortsbildprägend“.

Lage

Die Kirche liegt in der nördlich verlaufenden Dorfstraße, die in diesem Bereich mit der Kreisstraße 19 identisch ist. Südlich verläuft die als Sackgasse angelegte Straße Auf der Breit, an deren östlichem Ende ein Weg beginnt, der östlich an der Kirche vorbei und zur Dorfstraße führt.

Unmittelbar an die Kirche schließt das Gemeindehaus mit der Anschrift Dorfstraße 29 an. Es ist ein 1928/29 gebauter Walmdachbau in barockisierendem Heimatstil.

Baubeschreibung

Die Kirche von Iggelbach ist eine Saalkirche, deren Baustil zur Zeit ihrer Errichtung als „modern“ galt.[3] Sie hat einen eingestellten Glockenturm mit Knickhelm. Dem Kirchengebäude unmittelbar südlich angebaut ist das frühere Schwesternhaus, das zwei Stockwerke umfasst.[4]

Geschichte

Obwohl Iggelbach Anfang des 20. Jahrhunderts mehr als 700 Protestanten zählte, gab es in dem Ort weder eine Kirche noch einen Pfarrer. Für Gottesdienste war der Gang in die 1843 eingeweihte Protestantische Kirche im Elmsteiner Kernort drei Kilometer weiter nördlich erforderlich, in dem die Zahl der Gläubigen geringer war. 1904 initiierte der Elmsteiner Pfarrer eine Bürgerversammlung, bei der die Teilnehmer mehrheitlich für den Bau eines Gotteshauses in Iggelbach votierten. Ab 1912 wurden im Schulhaus gelegentlich Gottesdienste gehalten. Der Erste Weltkrieg samt seiner Auswirkungen in den Folgejahren verhinderte den geplanten Kirchenbau zunächst.[5]

1928 waren die Pläne zur Errichtung bereits fertig, jedoch verhinderten der Pfarrerwechsel in Elmstein sowie die Weltwirtschaftskrise zunächst den Baubeginn. Das Schwesternhaus, das integraler Bestandteil des Bauprojekts war und als Reaktion auf die fehlende medizinische Versorgung entstand, war bereits 1929 fertiggestellt. Obwohl das Forstamt Elmstein-Süd drohte, das Rechtbauholz zu entziehen, wurde der Bau trotzdem ausgeführt.[4]

Die Grundsteinlegung der Kirche, die nach Plänen des Architekten Ernst Stoll aus Neustadt erbaut wurde, fand am 21. Dezember 1928 statt. Am 11. Oktober wurde die Kirche eingeweiht. Am 24. Oktober wurden die Glocken angeliefert; ihre Weihe fand am 1. November statt.[6]

Die Kirchengemeinde wurde am 1. Juli 1975 mit ihrem Pendant im Elmsteiner Kernort zusammengelegt, weshalb die Iggelbacher Kirche zunächst außer Betrieb genommen wurde.[7] Da dies vor Ort in Unmut umgeschlagen war, wurde sie bereits am 4. März 1982 reaktiviert.[4] Das angebaute Schwesternhaus ist seit 1988 nicht mehr belegt, sodass die Aufgaben seither von der Ökumenischen Sozialstation Neustadt an der Weinstraße erfüllt werden.[8] 2006 feierte die Kirche ihr 75-jähriges Jubiläum; zu diesem Anlass wurde sie innen und außen neu gestrichen.[9]

Innenausstattung

Der Innenraum ist sehr schlicht gehalten und umfasst kaum Kirchenausstattung.[3] Das Harmonium der Kirche ist ein Instrument aus dem Jahr 1910.[10]

1943 wurden die Glocken zu Rüstungszwecken konfisziert. Erst 1953 konnte das Geläut durch drei Gussstahlglocken aus der Glockengießerei Bochumer Verein ersetzt werden. Am 25. April 1954 fand die Einweihung der Glocken statt.[11]

Literatur

  • Georg Peter Karn, Ulrike Weber (Bearb.): Kreis Bad Dürkheim. Stadt Grünstadt, Verbandsgemeinden Freinsheim, Grünstadt-Land und Hettenleidelheim (= Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 13.2). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2006, ISBN 3-88462-215-3.
  • Erich Uhly: Iggelbach und seine Kirche. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 144–149.
  • Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Bad Dürkheim (PDF; 5,1 MB). Mainz 2023.
  • Festschrift zur Wiederindienststellung der Protestantischen Kirche Iggelbach. 14. März 1982. Hrsg.: Prot. Kirchengemeinde Elmstein-Iggelbach. Red.: Gottfried Müller. Iggelbach 1982.
Commons: Protestantische Kirche Iggelbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Willkommen auf der Internetseite der Protestantischen Kirchengemeinde Elmsteiner Tal. Abgerufen am 21. September 2025.
  2. Prot. Kirchengemeinde Elmsteiner Tal. Abgerufen am 21. September 2025.
  3. a b Erich Uhly: Iggelbach und seine Kirche. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 148.
  4. a b c Erich Uhly: Iggelbach und seine Kirche. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 147.
  5. Erich Uhly: Iggelbach und seine Kirche. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 145 f.
  6. Erich Uhly: Iggelbach und seine Kirche. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 149.
  7. Erich Uhly: Protestantische Kirchengemeinde Elmstein. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 143.
  8. Unser Einzungsgebiet. In: sozialstation-neustadt.de. 22. September 2025, abgerufen am 22. September 2025.
  9. Erich Uhly: Iggelbach und seine Kirche. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 149.
  10. Orgelwanderung. 15. August 2025, abgerufen am 21. September 2025.
  11. Protestantische Kirche Iggelbach - Kulturdenkmal. Abgerufen am 21. September 2025.