Poniatów (Wałbrzych)
| Poniatów Seitendorf | ||
|---|---|---|
| ? | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | Polen
| |
| Woiwodschaft: | Niederschlesien | |
| Stadtteil von: | Wałbrzych | |
| Geographische Lage: | 50° 48′ N, 16° 19′ O | |
| Einwohner: | ||
| Postleitzahl: | 58-307 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 74 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DB | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | Wałbrzych–Kłodzko | |
| Nächster int. Flughafen: | Breslau | |
Poniatów (deutsch: Seitendorf) ist ein Stadtteil der Großstadt Wałbrzych (Waldenburg) in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.
Geographie
Poniatów liegt am nordöstlichen Stadtrand von Wałbrzych. Nachbarorte sind Lubiechów (Liebichau) im Norden, Pogorzała (Seifersdorf) und Modliszów (Hohgiersdorf) im Osten, Dittmannsdorf im Südosten, Stary Zdrój im Südwesten, Szczawno-Zdrój im Westen und Szczawienko im Nordwesten.
Geschichte
Seitendorf wurde erstmals 1305 im Breslauer bischöflichen Zinsregister als „Sybothonis villa“ erwähnt, was im Zusammenhang mit dem Namen der Adelsfamilie Sebottendorf stehen könnte. Es gehörte zum Herzogtum Schweidnitz und gelangte nach dem Tod des Herzogs Bolko II. von Schweidnitz 1368 erbrechtlich an Böhmen, wobei Bolkos II. Witwe Agnes von Habsburg bis zu ihrem Tod 1392 ein Nießbrauch zustand. 1410 wurde es als „Seitindorff“ bezeichnet und 1453 von der Familie von Czettritz erworben, in deren Besitz es bis 1925 verblieb. Da die Herren von Czettritz Anhänger der Reformation waren, konnte sie sich auch auf deren Herrschaftsgebiet ausbreiten. 1654 erfolgte die Rückgabe der zuvor von der evangelischen Gemeinde genutzten Kirche.
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Seitendorf zusammen mit fast ganz Schlesien an Preußen. Ein Jahr später wurde ein evangelisches Bethaus errichtet. Für das Jahr 1755 sind 34 Bauern, 72 Gärtner und 16 Hofegärtner belegt. 1771 betrug die Einwohnerzahl 682, davon 23 Hausweber. Bis 1840 stieg die Zahl der Einwohner auf 1335, die Anzahl der Webstühle auf 216.
1845 sind für Seitendorf, damals im Besitz des Landesältesten Hans Heinrich Karl von Czettritz und Neuhaus auf Kolbnitz belegt: 155 Häuser, ein herrschaftliches Schloss und Vorwerk, 1335 überwiegend evangelische Einwohner (84 katholisch), der obere Teil evangelische Kirche zu Dittmannsdorf, der übrige Teil zur evangelischen Kirche zu Nieder-Salzbrunn, eine seit 1743 existierende evangelische Schule nur für den Ort mit einem Lehrer unter der Kollatur der Grundherrschaft, eine katholische Majoratskirche unter dem Patronat des Dominiums (Adjunkt von Waldenburg, 12 Mal jährlich Gottesdienst), 60 Morgen Pfarrwiedmuth, eingepfarrt: Seitendorf und Pilzhäuser, eine katholische Schule ohne Lehrer, zwei Wassermühlen, eine Windmühle, eine Brauerei, eine Brennerei, ein Armenhaus, 38 Handwerker, 18 Händler, eine herrschaftliche Ziegelei.[1]
Nach 1850 wurden bei einem Brand im Seitendorfer Schloss u. a. zahlreiche Dokumente vernichtet. Seit 1874 war die Landgemeinde Seitendorf Sitz des gleichnamigen Amtsbezirks, zu dem auch der Gutsbezirk Seitendorf gehörte. Bereits 1898 erhielt Seitendorf mit der Haltestelle Streckenbach Anschluss an die Waldenburger Kreisbahn. 1909 wurde eine evangelische Kirche errichtet. 1925 verkaufte die Familie von Czettritz den Seitendorfer Gutsbezirk an die Stadt Waldenburg. 1929 wurde ein Teil des Gutsbezirks in den Stadtbezirk Waldenburg eingemeindet. 1925 lebten 2268 Einwohner in Seitendorf, 1939 waren es 2954.
Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Seitendorf 1945 wie fast ganz Schlesien an Polen und wurde in Poniatów umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde, soweit sie nicht schon vorher geflohen war, vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war. 1973 wurde Poniatów in die Stadt Wałbrzych eingemeindet.
Sehenswürdigkeiten
- Römisch-katholische Herz-Jesu-Kirche (polnisch Kościół Najświętszego Serca Pana Jezusa)
Söhne und Töchter
- Paul J. Pelz (1841–1918), deutschamerikanischer Architekt
- Martin Mährlein (1892–1973), deutscher Politiker
- Alfred Reich (1908–1970), deutscher Gartenarchitekt
Literatur
- Heinrich Bartsch: Unvergessene Waldenburger Heimat. Schal, Norden (Ostfriesl.) 1969, DNB 458491888, S. 354.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Johann Georg Knie: Übersicht der Dörfer, Flecken der königl. Preußischen Provinz Schlesien. 2. Auflage. Graß, 1845, S. 630.