Paul J. Pelz
Paul Johannes Pelz (* 18. November 1841 in Seitendorf, Landkreis Waldenburg; † 30. März 1918 in Washington, D.C.) war ein deutschamerikanischer Architekt.
Leben
Paul Pelz wurde als Sohn des Freigutsbesitzers und Politikers Eduard Pelz und dessen Frau Henriette, geborene von Schimpf, in Seitendorf geboren. 1851, auf dem Höhepunkt der Reaktionsära, emigrierte sein Vater in die Vereinigten Staaten, während die Familie vorübergehend noch in Breslau lebte und erst 1858 nachzog. In New York City begann Pelz eine Ausbildung im Büro des Architekten Detlef Lienau. Als Chefzeichner wechselte er 1864 in das Architekturbüro von Henry Fernbach (1829–1883). Zu Studien bereiste er Berlin und Paris,[1] ehe er als Ingenieur im United States Lighthouse Board angestellt wurde, einem staatlichen Baubüro, das unter der Aufsicht des US-Finanzministeriums stand. Von 1872 bis 1877 wirkte er dort als Chefentwerfer. Einer seiner Entwürfe gewann einen Preis auf der Wiener Weltausstellung 1873. Zusammen mit seinem Partner John L. Smithmeyer (1832–1908) gewann er im selben Jahr den Wettbewerb um das Thomas Jefferson Building, das erste eigene Gebäude der Library of Congress, dessen Bau er bis 1892 betreute. Des Weiteren entwarf er andere öffentliche und private Gebäude, Kirchen und gewerbliche Bauten. Auch lieferte er Beiträge zu öffentlich geführten Debatten um Washingtons architektonische und städtebauliche Entwicklung. Zusammen mit Captain T. W. Symonds vom United States Army Corps of Engineers entwarf er um 1886 eine Brücke zur Querung des Potomac River in Washington, allerdings wurde sie nie gebaut.
Literatur
- Pelz, Paul Johannes. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 26: Olivier–Pieris. E. A. Seemann, Leipzig 1932, S. 371 (biblos.pk.edu.pl).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Rudolf Cronau: Drei Jahrhunderte deutschen Lebens in Amerika. Unveränderter Nachdruck des Originals von 1909, Antigonos Verlag, Frankfurt am Main 2025, ISBN 978-3-56341-394-4, S. 569 (Google Books)