David Gerber

David Murray Gerber (* 25. Juli 1923 in New York City, New York; † 2. Januar 2010 in Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Film- und Fernsehproduzent. Unter den zahlreichen Fernsehfilmen und Fernsehserien, die er als ausführender Produzent verantwortete, befindet sich die Serie Police Story – Immer im Einsatz, für die er den Primetime Emmy Award in der Kategorie „Herausragende Dramaserie“ gewann.[1][2][3]

Leben

Gerber wurde 1923 in Brooklyn in New York City geboren. Er wuchs jüdisch in einem überwiegend italienischen und irischen Viertel auf – frühe Erfahrungen, die eine Affinität zu anderen Kulturen schufen.[4] Er diente in den United States Army Air Forces während des Zweiten Weltkriegs und war über ein Jahr lang Kriegsgefangener im nationalsozialistischen Deutschland, nachdem sein B-17-Bomber abgeschossen worden war.[5][6] Nach dem Krieg studierte er an der University of the Pacific in Stockton.[5]

Am 12. Juni 1970 heiratete er die Schauspielerin Laraine Stephens, mit der er bis zu seinem Tod verheiratet war.[7] Er starb im Jahr 2010 im Alter von 86 Jahren an Herzinsuffizienz und wurde im Sholom Memorial Park beigesetzt.[5][8]

Karriere

Gerber war Präsident der Fernsehdivision von drei großen Studios: 20th Century Fox Television von 1965 bis 1972, Columbia Pictures Television von 1974 bis 1982 und Metro-Goldwyn-Mayer Television von 1984 bis 1992.

Er produzierte für das Fernsehen mit seiner eigenen Produktionsfirma, David Gerber Productions.[9][10][11][12][13] Sein erstes Projekt war die Sitcom Der Geist und Mrs. Muir (1968–1970). In den folgenden Jahren produzierte er mehrere Fernsehfilme, die britische Kinderserie Here Come the Double Deckers! (1970), die Sitcom Nanny and the Professor (1970–1971) sowie das Westerndrama Cade’s County (1971–1972). 1973 begann er mit der Produktion der populären und von Kritikern gelobten Serie Police Story – Immer im Einsatz.[14] Im Jahr 1980 produzierte er den Fernsehfilm Macht der Mächtigen, in dem seine Ehefrau eine der Rollen spielte.[1]

Nach 1992 gründete er seine eigene Produktionsfirma – The Gerber Company. 1993 ging er eine Partnerschaft mit der ITC Entertainment Group ein, um die Produktionsfirma Gerber-ITC Entertainment Group zu gründen.[15] 1995 wechselte er als Produzent zu All-American Television.[16] 1998 verließ er das Unternehmen, um eine weitere Produktionsfirma zu gründen, die mit Touchstone Television verbunden war.[17][18] 2003 wurde sein Vertrag verlängert.[19]

Weitere Arbeiten als ausführender Produzent waren Jessie, Riker, Eischied, Die Entführung des Lindbergh-Babys, Nakia, Gibbsville, Hunter, Walking Tall, Quark, Today’s FBI, Seven Brides for Seven Brothers, Die Lady mit dem Colt, The Price of Love und Jack & Mike. 2006 produzierte er den dokumentarischen Fernsehfilm Flight 93 – Todesflug am 11. September – eine seiner letzten Produktionen.[1] Sie brachte ihm eine Nominierung der Producers Guild of America in der Kategorie „Best Long-Form Television“ ein,[20] zusätzlich zu seiner siebten Emmy-Nominierung für den Primetime Emmy Award, dieses Mal in der Kategorie „Outstanding Television Movie“.[14]

Gerber wurde auch für sein Lebenswerk ausgezeichnet: bereits 1996 erhielt er bei den Artios Awards der Casting Society of America den „Lifetime Achievement Award“ verliehen.[21] Am 11. Januar 2006 wurde er schließlich mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame geehrt, der sich in der 1637 Vine Street in Hollywood befindet.[22]

Auszeichnungen

  • 1974: Nominiert für den Primetime Emmy Award in der Kategorie „Outstanding Drama Series“ (deutsch Herausragende Dramaserie) für Police Story – Immer im Einsatz (geteilt mit Stanley Kallis)
  • 1975: Nominiert für den Primetime Emmy Award in der Kategorie „Outstanding Drama Series“ für Police Story - Immer im Einsatz (geteilt mit Stanley Kallis und Christopher Morgan)
  • 1976: Gewinner des Primetime Emmy Award in der Kategorie „Outstanding Drama Series“ für Police Story - Immer im Einsatz (geteilt mit Stanley Kallis, Liam O’Brien und Carl Pingitore)
  • 1976: Nominiert für den Primetime Emmy Award in der Kategorie „Outstanding Special – Drama or Comedy“ (deutsch Herausragendes Spezial – Drama oder Komödie) für Die Entführung des Lindbergh-Babys (geteilt mit Buzz Kulik)
  • 1977: Nominiert für den Primetime Emmy Award in der Kategorie „Outstanding Drama Series“ für Police Story - Immer im Einsatz (geteilt mit Liam O’Brien und Mel Swope)
  • 1984: Nominiert für den Primetime Emmy Award in der Kategorie „Outstanding Limited Series“ für George Washington (geteilt mit Buzz Kulik und Richard Fielder)
  • 1987: Gewinner des ICG Publicists Showmanship Award in der Kategorie „Fernsehen“
  • 1996: Gewinner des „Lifetime Achievement Award“ (deutsch Auszeichnung für das Lebenswerk) bei den Artios Awards 2006 der Casting Society of America
  • 1998: Gewinner des „TV Producer of the Year Award“ (deutsch Fernsehproduzent des Jahres) des American Film Institute
  • 2002: Gewinner des Christopher Award für The Lost Battalion (geteilt mit Russell Mulcahy, James Carabatsos, Avi Levy und Tom Reeve)
  • 2006: Stern auf dem Hollywood Walk of Fame
  • 2006: Nominiert für den Primetime Emmy Award in der Kategorie „Outstanding Made for Television Movie“ (deutsch Herausragender Fernsehfilm) für Flight 93 – Todesflug am 11. September (geteilt mit Clara George)
  • 2007: Nominiert für den PGA Award in der Kategorie „Outstanding Producer of Long-Form Television“ (deutsch Herausragender Produzent von Langform-Fernsehen) für Flight 93 – Todesflug am 11. September (geteilt mit Clara George)

Gerber war sieben Mal für den Primetime Emmy Award nominiert, davon viermal in Folge in der Kategorie „Outstanding Drama Series“ für die Serie Police Story – Immer im Einsatz; er gewann ihn schließlich im Jahr 1976.[1][14]

Er gewann im Jahr 2002 zudem den Christopher Award für „Leistungen im Fernsehen und Kabel“ für den Fernsehfilm The Lost Battalion aus dem Jahr 2001.[6]

Filmografie (Auswahl)

Fernsehfilme

  • 1970: Prudence and the Chief
  • 1970: The Night the Animals Talked
  • 1971: The Marshal of Madrid
  • 1972: Oh, Nurse!
  • 1973: Incident on a Dark Street
  • 1973: Jarrett
  • 1974: The Girl on the Late, Late Show
  • 1974: To Sir, with Love
  • 1974: Ernie, Madge and Artie
  • 1975: The Turning Point of Jim Malloy
  • 1975: Cop on the Beat
  • 1975: Apollo Soyuz (Kurzfilm)
  • 1975: Tödliche Diagnose
  • 1976: Die Entführung des Lindbergh-Babys
  • 1976: The Quest: The Longest Drive
  • 1976: The Captive: The Longest Drive 2
  • 1977: Cover Girls
  • 1977: The Magnificent Magical Magnet of Santa Mesa
  • 1977: A Killing Affair
  • 1978: Keefer
  • 1978: Doctors’ Private Lives
  • 1978: To Kill a Cop
  • 1978: Irtum ausgeschlossen
  • 1978: The Courage and the Passion
  • 1979: Pleasure Cove
  • 1979: The Billion Dollar Threat
  • 1980: Macht der Mächtigen
  • 1980: Police Story – Immer im Einsatz: Das Leben einer Polizistin
  • 1980: Agent wider Willen
  • 1980: Die Nacht, als der Terror tobte
  • 1981: Die Bestie von nebenan
  • 1981: Elvis and the Beauty Queen
  • 1981: Nuts and Bolts
  • 1981: Revenge of the Gray Gang
  • 1982: The Neighborhood
  • 1982: Kangaroos in the Kitchen
  • 1982: Cry for the Strangers
  • 1983: Die Frauen von San Quentin
  • 1984: Boys in Blue
  • 1986: George Washington II: The Forging of a Nation
  • 1987: Das dreckige Dutzend Teil 3 – Die tödliche Mission
  • 1987: Los Angeles Police: Mord auf dem Freeway
  • 1987: Der Mann, der auf die Erde fiel
  • 1994: Royce
  • 1995: Ärztinnen – Auf Leben und Tod
  • 1995: Überleben in L.A. – Zahl für meinen Körper
  • 1996: Das Urteil der Geschworenen
  • 1997: Mit vollem Einsatz
  • 1999: Countdown: Der Himmel brennt
  • 2001: The Lost Battalion
  • 2003: Probable Cause: The Human Factor
  • 2003: Probable Cause: Mechanics of Failure
  • 2006: Flight 93 – Todesflug am 11. September

Fernsehserien

  • 1969–1970: Der Geist und Mrs. Muir
  • 1970–1971: Here Come the Double Deckers!
  • 1970–1971: Nanny und der Professor
  • 1971–1972: Sheriff Cade
  • 1972: The ABC Saturday Superstar Movie
  • 1972: Junge Schicksale
  • 1973: Mode, Mädchen und Moneten
  • 1973–1979: Police Story – Immer im Einsatz
  • 1974: Nakia, der Indianersheriff
  • 1974: Frei geboren
  • 1974–1978: Make-Up und Pistolen
  • 1975–1976: Joe Forrester
  • 1976: The Quest
  • 1976: Gibbsville
  • 1977–1978: Quark
  • 1978–1979: David Cassidy – Man Undercover
  • 1979: Doctors’ Private Lives
  • 1979–1980: Schauplatz New York
  • 1980: Geliebtes Land (Miniserie)
  • 1981: Riker
  • 1981: Der Große aus dem Dunkeln (Walking Tall)
  • 1981: The Wonderful World of Phillip Malley
  • 1981–1982: Today’s F.B.I.
  • 1982: Seven Brides for Seven Brothers
  • 1983–1984: For Love and Honor
  • 1984: George Washington (Miniserie)
  • 1984: Die Tage von Pompeji (Miniserie)
  • 1984: Jessie
  • 1985–1986: Die Lady mit dem Colt
  • 1986: Jack and Mike
  • 1989: CBS Summer Playhouse
  • 1996: Sindbads Abenteuer (The Adventures of Sinbad)
  • 2003: Tarzan

Einzelnachweise

  1. a b c d David Gerber. Internet Movie Database, abgerufen am 15. Dezember 2025.
  2. David Gerber in The Movie Database, abgerufen am 15. Dezember 2025.
  3. David Gerber bei Fernsehserien.de, abgerufen am 15. Dezember 2025.
  4. Producer Gerber has passion for worthy stories. The Hollywood Reporter, 11. Januar 2007, abgerufen am 16. Dezember 2023 (englisch).
  5. a b c Alex Ben Block: TV producer, exec David Gerber dies, The Hollywood Reporter, 5. Januar 2010. Abgerufen am 16. Oktober 2023 (englisch). 
  6. a b Margee Ensign: Pacific honors one of its ‘greatest’ grads In: The Record, 19. Mai 2002. Abgerufen am 16. Oktober 2023 (englisch). 
  7. Marilyn Beck: ‘Bracken’s World’ to Get The Axe on Christmas Day In: Pensacola News Journal, 22. Dezember 1970, S. 24. Abgerufen am 16. Oktober 2023 (englisch). 
  8. David Gerber in der Datenbank Find a Grave, abgerufen am 15. Dezember 2025.
  9. David Gerber bei Fernsehserien.de, abgerufen am 15. Dezember 2025.
  10. A man for all new TV seasons: CPT’s Dave Gerber In: Broadcasting, 7. Oktober 1974. Abgerufen am 21. August 2021 (englisch). 
  11. Remodeling at Screen Gems. In: Broadcasting. 6. Mai 1974, S. 39–40 (englisch).
  12. How the MGM piece would fit into the Turner puzzle In: Broadcasting, 11. März 1985. Abgerufen am 21. August 2021 (englisch). 
  13. MGM TV group dissolves; Gerber departs In: Broadcasting, 29. Juni 1992. Abgerufen am 21. August 2021 (englisch). 
  14. a b c David Gerber | Awards & Nominations. Academy of Television Arts & Sciences, abgerufen am 16. Oktober 2023 (englisch).
  15. Gerber, ITC form production unit In: Broadcasting, 19. Juli 1993. Abgerufen am 21. August 2021 (englisch). 
  16. All American Trades On ‘Baywatch’ Fame To Raise Fresh Coin. In: Variety. 27. November 1995, abgerufen am 21. August 2021 (englisch).
  17. Fates & Fortunes In: Broadcasting, 22. Juni 1998. Abgerufen am 21. August 2021 (englisch). 
  18. Cynthia Littleton: Gerber ready to ankle Pearson All-American. In: Variety. 6. Februar 1998, abgerufen am 21. August 2021 (englisch).
  19. Michael Schneider: Producer Gerber sticks with Fox TV. In: Variety. 4. Juni 2003, abgerufen am 21. August 2021 (englisch).
  20. Dave McNary: PGA announces nominees, Variety, 3. Januar 2007. Abgerufen am 16. Oktober 2023 (englisch). 
  21. 1996 Artios Award Winners. Casting Society of America, 15. Oktober 1996, archiviert vom Original am 13. August 2021; abgerufen am 16. Oktober 2023 (englisch).
  22. David Gerber. Hollywood Chamber of Commerce, 11. Januar 2006, abgerufen am 16. Oktober 2023 (englisch).