Philipp Nawrath

Philipp Nawrath
Verband Deutschland Deutschland
Geburtstag 13. Februar 1993 (32 Jahre)
Geburtsort Füssen
Größe 183 cm
Gewicht 82 kg
Karriere
Beruf Polizist
Verein SK Nesselwang
Trainer Stützpunkt Ruhpolding:
Tobias Reiter, Niklas Kellerer
Nationalmannschaft:
Tobias Reiter, Jens Filbrich
Debüt im IBU-Cup 16. Dezember 2014
IBU-Cup-Siege 8 (6 Einzelsiege)
Debüt im Weltcup 10. März 2017
Weltcupsiege 2 (1 Einzelsieg)
Status aktiv
Medaillenspiegel
WM-Medaillen 0 × 0 × 2 ×
EM-Medaillen 0 × 1 × 1 ×
JWM-Medaillen 1 × 0 × 0 ×
DM-Medaillen 2 × 4 × 3 ×
 Biathlon-Weltmeisterschaften
Bronze 2025 Lenzerheide Mixed-Staffel
Bronze 2025 Lenzerheide Staffel
 Biathlon-Europameisterschaften
Silber 2021 Duszniki-Zdrój Mixed-Staffel
Bronze 2023 Lenzerheide Sprint
 Biathlon-Juniorenweltmeisterschaften
Gold 2014 Presque Isle Staffel
 Deutsche Meisterschaften
Gold 2019 Arber Speziallanglauf
Silber 2019 Arber Staffel
Bronze 2022 Oberhof Einzel
Gold 2023 Ruhpolding Einzel
Silber 2023 Ruhpolding Sprint
Silber 2023 Ruhpolding Verfolgung
Bronze 2024 Altenberg Einzel
Silber 2025 Arber Sprint
Bronze 2025 Arber Verfolgung
Weltcupbilanz
Gesamtweltcup 14. (2024/25)
Einzelweltcup 12. (2022/23)
Sprintweltcup 06. (2023/24)
Verfolgungsweltcup 12. (2023/24, 2024/25)
Massenstartweltcup 13. (2024/25)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
Sprint 1 1 2
Verfolgung 0 1 0
Staffel 1 3 5
IBU-Cup-Bilanz
Gesamt-IBU-Cup 02. (2020/21)
letzte Änderung: 8. Januar 2026

Philipp Nawrath (* 13. Februar 1993 in Füssen) ist ein deutscher Biathlet. Er debütierte 2017 im Weltcup und feierte dort 2023 seinen ersten Sieg in einem Einzelrennen. 2025 gewann er zwei Staffel-Bronzemedaillen bei den Weltmeisterschaften.

Werdegang

Philipp Nawrath wuchs in Nesselwang im Ostallgäu auf. Er begann Mitte der 2000er-Jahre mit dem Biathlon beim örtlichen Skiverein. Als einen Grund für sein Interesse an der Sportart nannte er später die Erfolge des ebenfalls aus Nesselwang stammenden Olympiasiegers von 2006 Michael Greis.[1]

Nach dem Realschulabschluss 2011 trat Nawrath zunächst dem Skizug Mittenwald der Bundeswehr bei.[2] Später wechselte er zur Spitzensportförderung der Polizei Bayern und begann eine Ausbildung, die er 2019 abschloss.[3]

Nawrath lebt seit 2013 in Ruhpolding und trainiert dort am Olympiastützpunkt in der Chiemgau-Arena in der Gruppe mit den Weltcupathleten. Aktuell wird diese von Tobias Reiter und Niklas Kellerer betreut.[4]

Anfänge (bis 2016)

Philipp Nawrath gehörte zu Beginn seiner Karriere nicht zu den besten Biathleten seines Jahrgangs in Deutschland. Weder im Deutschen Schülercup mit dem Luftgewehr noch ab 2008 im Deutschlandpokal erreichte der die ersten fünf Plätze in der Gesamtwertung seiner Altersklasse. Sein größter Erfolg war die Silbermedaille im Einzel bei den Deutschen Jugendmeisterschaften 2010 in der Altersklasse 17.

In der Vorbereitung auf seine letzte Saison im Juniorenbereich wechselte Nawrath 2013 den Stützpunkt und zog nach Ruhpolding. Im Winter 2013/14 erreichte er bei den ersten acht Deutschlandpokalrennen zwei dritte Plätze in der Juniorenklasse. Als Fünfter der Gesamtwertung wurde er für seine ersten internationalen Wettkämpfe bei den Juniorenweltmeisterschaften 2014 in Presque Isle nominiert. Dort erreichte er im Sprint und im Einzel jeweils die Top Ten. Als Startläufer der deutschen Staffel an der Seite von Roman Rees, Alexander Ketzer und Matthias Dorfer gewann er die Goldmedaille.

Zur Saison 2014/15 wechselte Philipp Nawrath vom Junioren- in den Erwachsenenbereich. Er wurde vom Deutschen Skiverband (DSV) in die Lehrgangsgruppe 1b, d. h. die B-Mannschaft, aufgenommen. Ende Dezember 2014 gab er in Obertilliach mit den Plätzen 13, 19 und 34 sein Debüt im IBU-Cup. Im Januar 2015 erreichte er in Duszniki-Zdrój als 16. und 30. ähnliche Ergebnisse; in Ridnaun wurde er im Sprint nur 70. Bei den Europameisterschaften in Otepää erhielt er keinen der auf vier reduzierten Startplätze der deutschen Mannschaft. Anfang Februar belegte er die Plätze 14 und 20. Beim IBU-Cup-Finale in Canmore besetzte der DSV nur vier Startplätze, sodass Nawrath seine Saison mit vier Rennen im Deutschlandpokal beendete.

In der Saison 2015/16 war Philipp Nawrath weiterhin Teil der Lehrgangsgruppe 1b des DSV. Vor Beginn des Winters verpasste er die Qualifikation für den IBU-Cup. Er startete seine Wettkampfsaison im Dezember mit zwei Podestplätzen im Deutschlandpokal. Im Januar konnte er an diese Leistung nicht anknüpfen und verpasste zudem die Rennen in Kaltenbrunn. Bei den weiteren Stationen im Februar und März in Ruhpolding, Oberhof und am Notschrei erreichte er zwei weitere Podestplätze. Er beendete die Saison als Dritter der Deutschlandpokalwertung ohne einen internationalen Einsatz.

Erste Weltcupeinsätze (2016 bis 2018)

Nach seinen Leistungen aus der Vorsaison verlor Philipp Nawrath zur Saison 2016/17 seinen Platz in der B-Mannschaft und wurde vom DSV dem Förderkader zugeordnet. Ende Dezember 2016 startete er nach über anderthalb Jahren wieder im IBU-Cup und erreichte in Obertilliach im Sprint ohne Schießfehler als Dritter sein erstes Podest. Bei den Rennen im Januar 2017 in Martell und am Arber gehörte Nawrath läuferisch weiterhin zu den besten Athleten, kam aber aufgrund von schwachem Schießen nicht über einen zehnten und elften Platz als beste Ergebnisse hinaus. Ende des Monats nahm er an seinen ersten Europameisterschaften in Duszniki-Zdrój teil, bei denen er im Sprint und in der Verfolgung jeweils die Top Ten erreichte. Beim anschließenden IBU-Cup in Osrblie wurde er 30. und 18. Im März 2017 wurde Nawrath erstmals für den Weltcup nominiert und gab in Kontiolahti mit Platz 34 und 42 in Sprint und Verfolgung sein Debüt. Beim Weltcupfinale in Oslo in der Folgewoche belegte er die Plätze 49 und 55.

Zur Saison 2017/18 kehrte Philipp Nawrath in die Lehrgangsgruppe 1b des DSV zurück. Beim ersten IBU-Cup Ende November in Sjusjøen wurde er in zwei Sprints 34. und 25. Als zweitbester Deutscher der Gesamtwertung durfte er in der Folgewoche beim Auftakt der Weltcupsaison in Östersund starten, wo er die Plätze 41, 47 und 52 belegte. Beim zweiten Weltcup in Hochfilzen erreichte er im Sprint mit fehlerfreiem Schießen als Neunter seine erste Top-Ten-Platzierung. In der letzten Woche vor Weihnachten wurde er in Le Grand-Bornand in Sprint und Verfolgung 59. und 44. Im Januar 2018 verlor Nawrath seinen Platz in der Weltcupmannschaft. Er startete beim IBU-Cup in Osrblie, wo er mit guten Laufzeiten einen 21. und einen neunten Platz erreichte. Ende des Monats nahm er an den Europameisterschaften in Ridnaun teil, bei denen sein bestes Ergebnis ein 17. Platz im Sprint war. In Martell wurde er mit weiterhin schwachen Schießleistungen 22. und 42. Beim nächsten IBU-Cup nach einer fünfwöchigen Pause im März in Uwat schoss Nawrath im Sprint fehlerfrei und erreichte damit seinen zweiten Podestplatz in der Rennserie. In Chanty-Mansijsk belegte er die Plätze elf, acht und 16. Die Gesamtwertung des IBU-Cups beendete er auf Platz 18.

Erste WM-Teilnahmen (2018 bis 2020)

In der Vorbereitung auf die Saison 2018/19 war Philipp Nawrath weiterhin Teil der Lehrgangsgruppe 1b. Bei den Deutschen Meisterschaften im September verpasste er die Qualifikation für den Weltcup. Er begann den Winter beim ersten IBU-Cup in Idre, wo er nach Platz elf im zweiten Sprint in der Verfolgung mit nur einem Schießfehler auf Platz eins vorlief und seinen ersten Sieg erreichte. Zwei Wochen später in Ridnaun belegte er nur die Plätze 52 und 29. In Obertilliach startete er nach Platz 24 im Einzel zu den weiteren Rennen nicht mehr. Im Januar 2019 durfte Nawrath nach einem 19. und einem 14. Platz beim IBU-Cup in Duszniki-Zdrój zu den Rennen in Ruhpolding nach einem Jahr wieder im Weltcup starten. Er erreichte dort einen 30. und in Antholz einen 29. und einen 41. Platz. Im Februar war er in Canmore erstmals Teil der deutschen Staffel, die Platz vier belegte. In Soldier Hollow erreichte er im Sprint als Zwölfter sein bis dahin bestes Saisonergebnis Obwohl er nur die halbe Norm des DSV erreicht hatte, wurde Nawrath im März 2019 für seine ersten Weltmeisterschaften in Östersund nominiert. Er erhielt dort einen Einsatz im Sprint, wo er Platz zwölf erreichte. In der anschließenden Verfolgung fiel er auf Platz 21 zurück. Danach startete er nur noch beim abschließenden Massenstart, in dem er 15. wurde. Beim direkt anschließenden Weltcupfinale in Oslo stellte er im Massenstart als Neunter seine Karrierebestleistung ein. In der Gesamtwertung belegte er mit zwölf von 25 gelaufenen Rennen Platz 33.

Zur Saison 2019/20 wurde Philipp Nawrath vom DSV erstmals in die Lehrgangsgruppe 1a, d. h. die A-Nationalmannschaft, aufgenommen. Bei den Deutschen Meisterschaften im September gewann er Silber mit der bayerischen Staffel. Aufgrund schwächerer Leistungen in den Einzelrennen verpasste er allerdings die Qualifikation für den Weltcup. Er startete stattdessen beim IBU-Cup-Auftakt in Sjusjøen, wo er in der Verfolgung von Platz vier auf Platz eins vorlief und den zweiten Sieg seiner Karriere feierte. Im weiteren Verlauf des Dezembers erreichte er noch einen dritten und einen vierten Platz im IBU-Cup. Anfang Januar 2020 gewann Nawrath beim IBU-Cup in Osrblie mit Laufbestzeit den Sprint. Er erhielt daraufhin einen Startplatz für den Weltcup in der Folgewoche in Ruhpolding, wo er im Sprint als Siebter eine neue Bestleistung aufstellte. Beim Einzel auf der Pokljuka übertraf er dieses Ergebnis als Vierter noch einmal. Im Februar 2020 nahm Nawrath an seinen zweiten Weltmeisterschaften in Antholz teil. Er erhielt nur im Einzel einen Einsatz und belegte dort mit fünf Schießfehlern Platz 45. Im März konnte er krankheitsbedingt keine Rennen mehr bestreiten; zudem wurde die Saison aufgrund der beginnenden COVID-19-Pandemie vorzeitig abgebrochen.

Erfolg im IBU-Cup und Staffelsieg im Weltcup (2020/21)

Zu Beginn der Vorbereitung im Mai 2020 wurde bei Philipp Nawrath ein Leistenbruch diagnostiziert. Infolge der Operation konnte er mehrere Wochen nur eingeschränkt trainieren. Nach dem Wiedereinstieg wurde im August ein weiterer Leistenbruch auf der anderen Seite diagnostiziert, der eine zweite Operation erforderte.[5] In der Folge verpasste Nawrath die Deutschen Meisterschaften, wodurch er vom DSV in B-Mannschaft zurückgestuft wurde. Er verpasste somit auch die Möglichkeit, sich für den Auftakt der Weltcupsaison zu qualifizieren.

Aufgrund der COVID-19-Pandemie begann die IBU-Cup-Saison 2020/21 erst im Januar mit einer Doppelveranstaltung am Arber. In der ersten Woche erreichte Nawrath im Sprint Platz zwei und führte zudem die deutsche Staffel als Schlussläufer zum Sieg. In der zweiten Woche gelangen ihm zwei weitere Podestplätze. Bei den Europameisterschaften in Duszniki-Zdrój konnte er aufgrund schwächerer Laufleistungen in den Einzelrennen an diese Ergebnisse nicht anknüpfen; mit der Mixed-Staffel gewann er als Schlussläufer Silber. Bei einer weitern Doppelveranstaltung des IBU-Cups im Februar 2021 in Osrblie gewann Nawrath in der ersten Woche in der Verfolgung sein erstes Saisonrennen. In der zweiten Woche erzielte er in allen drei Rennen die Laufbestzeit und gewann den Sprint; zudem siegte er erneut als Schlussläufer der deutschen Staffel.

Anfang März erhielt Nawrath in Nové Město seinen ersten Weltcupeinsatz der Saison. Aufgrund seiner Leistungen in den IBU-Cup-Staffeln lief er dort auch als Schlussläufer der Staffel. Er übernahm von Erik Lesser, Benedikt Doll und Arnd Peiffer mit fast zwei Minuten Vorsprung, konnte diese halten und erreichte seinen ersten Weltcupsieg. In den Einzelrennen wurde er 52. und 28. In der Folgewoche startete er beim IBU-Cup-Finale in Obertilliach, da er in der Gesamtwertung aussichtsreich platziert war. Nach einem achten Platz im Einzel und einem Sieg im ersten Sprint übernahm er auch die Führung, verlor aber nach einem 17. Platz mit drei Schießfehlern im zweiten Sprint mit sechs Punkten Rückstand gegen Filip Fjeld Andersen.[6] Beim Weltcupfinale in Östersund wurde er 42. und 26.

Erste Olympiateilnahme (2021/22)

Vor Beginn des Winters 2021/22 war Philipp Nawrath aufgrund eines Entscheids der Trainer für den Auftakt der Weltcupsaison in Östersund vorqualifiziert. Er erreichte dort im zweiten Rennen als Sechster im Sprint die Olympia-Norm des DOSB; sein zweitbestes Ergebnis war ein 24. Platz. Beim Weltcup in Hochfilzen erreichte er im Sprint als Achter eine weiter Top-Ten-Platzierung, fiel in der Verfolgung aber mit sieben Schießfehlern auf Platz 47 zurück. Als Schlussläufer der deutschen Staffel verpasste er an beiden Orten als Vierter jeweils das Podest. In Le Grand-Bornand belegte er in allen drei Rennen Plätze zwischen zehn und 20.

Beim ersten Weltcup im Januar 2022 in Oberhof lief Nawrath nach Platz 51 mit fünf Schießfehlern in der Verfolgung auf Platz 25 vor. Auch in Ruhpolding gelang ihm von Platz 41 auf Platz 15 eine ähnliche Steigerung; zudem erreichte er mit der Staffel als Zweiter erstmals in der Saison das Podest. Den Weltcup in Antholz ließ er aus, um sich auf die Olympiavorbereitung zu konzentrieren.

Im Februar 2022 war Nawrath in Peking erstmals für die Olympischen Winterspiele nominiert. Bereits im ersten Rennen, der Mixed-Staffel, kam er als Schlussläufer zum Einsatz. Er übernahm als Zehnter von Benedikt Doll, holte noch fünf Plätze auf und kam als Fünfter ins Ziel. Im Sprint und in der Verfolgung belegte er die Plätze 22 und 19. In der Männerstaffel war Nawrath wieder Schlussläufer. Er übernahm von Doll als Vierter zeitgleich mit den Zweit- und Drittplatzierten Norwegern und Franzosen, mit denen er bis zum letzten Schießen zusammenblieb. Dort schoss er eine Strafrunde und verlor den Anschluss. Er beendete das Rennen auf Platz vier. Im abschließenden Massenstart wurde er 23.

Beim ersten Weltcup nach Olympia Anfang März in Kontiolahti belegte Nawrath mit der vierten Laufzeit im Sprint den siebten Platz. In Otepää wurde er 33. und 11.; beim Saisonfinale in Oslo erreichte er mit Platz sechs im Sprint und Platz fünf im Massenstart seine besten Ergebnisse der Saison. Die Weltcup-Gesamtwertung beendete er auf Platz 18. Mit Laufzeiten, die im Schnitt drei Prozent schneller waren als der Schnitt des Feldes,[7] war er der schnellste Läufer im deutschen Team, während er im Stehendschießen mit einer durchschnittlichen Trefferquote von 72 Prozent zu den schwächeren Athleten zählte.[8]

WM in Oberhof (2022/23)

Im August 2022 nahm Philipp Nawrath an den Sommerbiathlon-Weltmeisterschaften in Ruhpolding teil. Sein bestes Ergebnis war Platz sechs im Supersprint. Bei den Deutschen Meisterschaften in Oberhof gewann er die Bronzemedaille im Einzel.

Für den Auftakt der Weltcupsaison in Kontiolahti war Nawrath aufgrund seiner Leistungen aus der Vorsaison vorqualifiziert. Er erreichte dort mit deutlich schwächeren Laufzeiten als im Vorjahr die Plätze 18, 29 und 22. In Hochfilzen fiel er nach Platz 28 im Sprint in der Verfolgung mit sieben Schießfehlern auf Platz 54 zurück. Nach diesen Ergebnissen wurde er in den IBU-Cup zurückgestuft, konnte aber in Ridnaun aufgrund von Rückenbeschwerden nicht starten.[9]

Beim IBU-Cup in Osrblie Anfang Januar 2023 erreichte Nawrath einen siebten und einen sechsten Platz. Er durfte daraufhin in Ruhpolding und Antholz wieder im Weltcup starten, wo er die Plätze 38, 39 und 34 belegte. Da er die Norm des DSV für die Weltmeisterschaften nicht erreicht hatte, lief er Ende Januar bei den Europameisterschaften in der Lenzerheide um den sechsten Platz in der Mannschaft. Mit der Bronzemedaille im Sprint und fünften Plätzen im Einzel und in der Verfolgung setzte Nawrath sich gegen Philipp Horn und Lucas Fratzscher durch und wurde für die Heimweltmeisterschaften in Oberhof nominiert.[10] Er erhielt dort im Einzel seinen ersten Einsatz und erreichte mit Platz neun sein bestes Saisonergebnis. Danach startete er gemeinsam mit Sophia Schneider in der Single-Mixed-Staffel, die Platz sechs belegte. Für die Männerstaffel wurde er nicht aufgestellt.

Beim ersten Weltcup nach den Weltmeisterschaften in Nové Město lief Nawrath in der Verfolgung mit der zweiten isolierten Zeit von Platz 30 auf Platz elf vor. In der Folgewoche in Östersund stellte er mit Laufbestzeit als Viertplatzierter im Einzel seine bisherige Bestleistung im Weltcup ein; zudem erreichte er mit Platz drei sein einziges Staffelpodest der Saison. Beim Weltcupfinale in Oslo belegte er die Plätze neun, 14 und 20. Die Gesamtwertung beendete er auf Platz 28.

Erster Weltcupsieg (2023/24)

Im Mai 2023 zog Philipp Nawrath sich beim Fußballspielen einen Bänderriss und eine Fraktur im Mittelfuß zu. Er ließ die Verletzung nicht operieren, sondern konservativ behandeln.[11] Bereits wenige Monate später gewann er bei den Deutschen Meisterschaften in Ruhpolding im Einzel den ersten Titel seiner Karriere; zudem wurde er in Einzel und Verfolgung jeweils Zweiter.

Im November 2023 gewann Nawrath die interne Weltcupqualifikation der deutschen Mannschaft im Rahmen der norwegischen Saisoneröffnungsrennen in Sjusjøen. Beim ersten Weltcup in Östersund feierte er im Sprint ohne Schießfehler und mit der zweiten Laufzeit seinen ersten Weltcupsieg. In der anschließenden Verfolgung stand er als Zweiter ebenfalls auf dem Podest; zudem führte er vorübergehend den Gesamtweltcup an. Als einen Grund für seinen Erfolg machten Beobachter Nawraths Kraft im Oberkörper aus, die ihm angesichts des neuen Verbotes von Fluor-Wachsen besonders zupassgekommen sei.[12] Außerdem habe er sein Stehendschießen – vor allem die Schießgeschwindigkeit – unter Anleitung des neuen Bundestrainers Uroš Velepec verbessert.[13]

Beim zweiten Weltcup in Hochfilzen konnte Nawrath mit den Plätzen 34 und 22 an die Ergebnisse aus Östersund nicht anknüpfen, wodurch er auch das Gelbe Trikot wieder abgeben musste. Mit der Staffel belegte er Platz drei. In Lenzerheide stand er als Dritter im Sprint wieder auf dem Podest; in der Verfolgung fiel er allerdings mit sieben Schießfehlern auf Platz 18 zurück. Auch im Massenstart wurde er nur 24. Im Januar 2024 erreichte Nawrath in Oberhof und Ruhpolding jeweils Platz zwei mit der deutschen Staffel, wobei er in Ruhpolding als Schlussläufer vier Plätze aufholte. In den Einzelrennen belegte er mit Top-Ten-Laufzeiten Plätze zwischen elf und 22. In Antholz wurde er 41. und 13.

Bei den Weltmeisterschaften im Februar 2024 in Nové Město lief Nawrath als erstes Rennen die Mixed-Staffel. Er übergab als zweiter Läufer in Führung liegend; am Ende belegte die deutsche Mannschaft Platz fünf. Im Sprint und in der Verfolgung, bei denen die deutsche Mannschaft mit Problemen beim Skimaterial kämpfte, erreichte Nawrath die Plätze 16 und 21. Auf das Einzel verzichtete er. In der deutschen Männerstaffel lief er auf Position drei. Er übernahm von Justus Strelow und Johannes Kühn auf Platz sieben, holte drei Plätze auf und übergab als Dritter an Benedikt Doll, der die Staffel auf Platz vier beendete. Im abschließenden Massenstart wurde Nawrath Zehnter.

Nach den Weltmeisterschaften zeigte Nawrath schwächere Laufzeiten als in der restlichen Saison. In Oslo belegte er im Massenstart Platz sechs. Beim ersten von zwei Nordamerika-Weltcups in Soldier Hollow führte er die deutsche Staffel als Schlussläufer auf Platz drei und belegte in den Einzelrennen die Plätze 25 und 31. Beim Weltcupfinale in Canmore wurde er Zwölfter, Elfter und 15. Die Gesamtwertung beendete er auf Platz 15.

Bester Deutscher im Gesamtweltcup (2024/25)

Bei den Deutschen Meisterschaften in Altenberg gewann Philipp Nawrath die Bronzemedaille im Einzel. Für den Auftakt der Weltcupsaison in Kontiolahti war er aufgrund seiner Ergebnisse aus der Vorsaison vorqualifiziert. Nach Platz 22 im Einzel wurde er im Sprint ohne Schießfehler Dritter und erreichte somit den vierten Podestplatz seiner Karriere. Beim Weltcup in Hochfilzen wurde er zweimal Achter. Auch in Le Grand-Bornand erreichte er mit den Plätzen sechs und sieben im Sprint und im Massenstart zweimal die Top Ten. Nach Abschluss des ersten Trimesters belegte er Platz sieben im Gesamtweltcup.

Nach dem Jahreswechsel erzielte Nawrath bei den Einzelrennen in Oberhof mit den Plätzen 27 und 16 schwächere Ergebnisse, übergab in der Mixed-Staffel als zweiter Läufer aber in Führung liegend. In Ruhpolding erreichte er als Schlussläufer das erste Staffelpodest der Saison; in den Einzelrennen wurde er 22. und 11. Auch in Antholz erreichte er nicht die Top Ten.

Bei den Weltmeisterschaften 2025 in der Lenzerheide startete er zum Auftakt auf Position drei in der Mixed-Staffel. Gemeinsam mit Selina Grotian, Franziska Preuß und Justus Strelow gewann er Bronze und somit die erste WM-Medaille seiner Karriere. Nach Platz 18 im Sprint fiel er in der Verfolgung mit sieben Schießfehlern auf Platz 44 zurück. Im Einzel kam er wie im Vorjahr nicht zum Einsatz. In der deutschen Männerstaffel lief er erstmals auf der Startposition. Er übergab auf Platz sechs an Danilo Riethmüller. Gemeinsam mit Johannes Kühn und Philipp Horn gewann die Mannschaft Bronze und Nawrath somit seine zweite Medaille. Im abschließenden Massenstart wurde er 16.

Anfang März belegte Nawrath in Nové Město in den Einzelrennen die Plätze 23 und 27; in der Staffel holte er als zweiter Läufer neun Plätze auf. Auch auf der Pokljuka erreichte er im Einzel und im Massenstart nicht die Top 20, zeigte aber in der Mixed-Staffel als zweitbester Schlussläufer auf. Beim Weltcupfinale in Oslo belegte er die Plätze 16, zehn und 20. In der Gesamtwertung war er als 14. erstmals der beste Deutsche.

Saison 2025/26

Bei den Deutschen Meisterschaften im September am Arber gewann Philipp Nawrath Silber im Sprint und Bronze in der Verfolgung. Für den Auftakt der Weltcupsaison ist er aufgrund seiner Leistungen aus der Vorsaison vorqualifiziert.

Statistiken

Weltcup

Weltcupsiege

Einzelrennen Staffelrennen
Nr. Datum Ort Disziplin
1. 2. Dez. 2023 Schweden Östersund Sprint
Nr. Datum Ort Disziplin
1. 5. März 2021 Tschechien Nové Město Staffel 1

Weltcupplatzierungen

Die Tabelle zeigt alle Platzierungen (je nach Austragungsjahr einschließlich Olympische Spiele und Weltmeisterschaften).

  • 1.–3. Platz: Anzahl der Podiumsplatzierungen
  • Top 10: Anzahl der Platzierungen unter den ersten zehn (einschließlich Podium)
  • Punkteränge: Anzahl der Platzierungen innerhalb der Punkteränge (einschließlich Podium und Top 10)
  • Starts: Anzahl gelaufener Rennen in der jeweiligen Disziplin
  • Staffel: inklusive Mixed- und Single-Mixed-Staffeln
Platzierung Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Staffel Gesamt
1. Platz 1 1 2
2. Platz 1 3 4
3. Platz 2 5 7
Top 10 2 12 3 4 22 43
Punkteränge 9 34 30 17 22 112
Starts 14 41 37 17 22 131
Stand: Saisonende 2024/25

Weltcupwertungen

Ergebnisse bei Biathlon-Weltcups (Disziplinen- und Gesamtweltcup) gemäß Punktesystem:

Saison Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Gesamt
Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte
2016/17 80. 7 95. 7
2017/18 56. 32 62. 12 60. 44
2018/19 43. 24 28. 111 44. 43 26. 58 33. 236
2019/20 24. 43 52. 36 44. 29 37. 23 38. 131
2020/21 48. 28 67. 28
2021/22 15. 182 19. 136 16. 92 18. 410
2022/23 12. 76 31. 70 28. 83 28. 39 28. 268
2023/24 41. 21 6. 259 12. 201 14. 108 15. 589
2024/25 29. 38 10. 230 12. 151 13. 134 14. 553

Olympische Winterspiele

Einzelwettbewerbe Staffelwettbewerbe
Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Männerstaffel Mixed-Staffel
Olympische Winterspiele 2022 |
China Volksrepublik Peking
22. 19. 23. 4. 5.

Weltmeisterschaften

Einzelwettbewerbe Staffelwettbewerbe
Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Männerstaffel Mixed-Staffel S.-M.-Staffel
Weltmeisterschaften 2019
Schweden Östersund
12. 21. 15.
Weltmeisterschaften 2020
Italien Antholz
47.
Weltmeisterschaften 2023
Deutschland Oberhof
9. 6.
Weltmeisterschaften 2024
Tschechien Nové Město
16. 21. 10. 4. 5.
Weltmeisterschaften 2025
Schweiz Lenzerheide
18. 44. 16. 3. 3.

Europameisterschaften

Europameisterschaften Einzel Sprint Verfol-
gung
Mixed-
Staffel
Single-
Mixed
Jahr Ort
2017 Polen Duszniki-Zdrój 28. 7. 10. 6.
2018 Italien Ridnaun 73. 17. 24.
2021 Polen Duszniki-Zdrój 10. 37. 32. 2.
2023 Schweiz Lenzerheide 5. 3. 5.

Juniorenweltmeisterschaften

Weltmeisterschaften Einzel Sprint Verfol-
gung
Staffel
Jahr Ort
2014 Vereinigte Staaten Presque Isle 9. 7. 19. 1.

IBU-Cup-Siege

Nr. Datum Ort Disziplin
1. 2. Dez. 2018 Schweden Idre Verfolgung
2. 1. Dez. 2019 Norwegen Sjusjøen Verfolgung
3. 12. Jan. 2020 Slowakei Osrblie Sprint
4. 17. Jan. 2021 Deutschland Arber Staffel 1
5. 14. Jan. 2021 Slowakei Osrblie Verfolgung
6. 18. Feb. 2021 Slowakei Osrblie Staffel 2
7. 20. Feb. 2021 Slowakei Osrblie Sprint
8. 12. März 2021 Osterreich Obertilliach Sprint
Commons: Philipp Nawrath – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. dpa: Erster Einsatz für Nawrath in Antholz. In: Mitteldeutsche Zeitung. 19. Februar 2020, abgerufen am 18. Oktober 2023.
  2. Profil von Philipp Nawrath. In: dsv-jahrbuch.de. Deutscher Skiverband, abgerufen am 18. Oktober 2023.
  3. Polizeiuniform statt Wettkampfanzug: Biathlet Philipp Nawrath verrichtet seine Dienst bei der Polizei Füssen (Memento vom 13. Februar 2025 im Internet Archive), merkur.de
  4. »Die Leistungen stabilisieren«. In: Traunsteiner Tagblatt. 4. Februar 2020, abgerufen am 18. Oktober 2023.
  5. Franziska Müller: Verletzter Biathlet: Nawraths Schuss geht nach hinten los. In: Allgäuer Zeitung. 5. September 2020, abgerufen am 28. Oktober 2023.
  6. sid: Deutsche gewinnt IBU-Cup-Wertung. In: Sport1. 13. März 2021, abgerufen am 18. Oktober 2023.
  7. 2021–22 Season statistics. In: Real Biathlon. Abgerufen am 18. Oktober 2023.
  8. Tobias Ruf: Biathlon: „Da lag ein großer Druck auf mir - Den habe ich jetzt nicht mehr“. In: chiemgau24.de. 11. August 2022, abgerufen am 18. Oktober 2023.
  9. Ilka Schweikl: Biathlon: Vanessa Hinz und Lucas Fratzscher holen Podestplätze beim IBU Cup in Ridnaun. In: xc-ski.de. 19. Dezember 2022, abgerufen am 4. Oktober 2025.
  10. Nawrath sichert sich letztes WM-Ticket – Horn und Fratzscher gehen leer aus. In: mdr.de. 30. Januar 2023, abgerufen am 18. Oktober 2023.
  11. Ilka Schweikl: Biathlon Kurznews: Philipp Nawrath kämpft sich zurück – IBU-Cup-Programm und Startzeiten für 2023/24 fixiert und ein Nationenwechsel steht bevor. In: xc-ski.de. 22. Juni 2023, abgerufen am 5. Oktober 2025.
  12. Julia Basic: Biathlon-Weltcup: Das Kraftpaket Philipp Nawrath. In: faz.net. 4. Dezember 2023, abgerufen am 21. April 2024.
  13. Milan Sako: Philipp Nawraths langer Weg in die Weltspitze'. In: Augsburger Allgemeine. 5. Dezember 2023, abgerufen am 21. April 2024.