Pfaffengasse (Rhein)

Als Pfaffengasse bezeichnete man früher den geografischen Landstrich entlang des linken Rheinufers mit seinen katholischen Bistümern und Hochstiften, also den einstigen weltlichen Herrschaftsgebieten der Bischöfe als Kirchenfürsten.

Der Rhein war schon in der Antike nicht nur die Grenze zwischen dem Römischen Reich und der Germania magna, wobei die wichtigsten Legionslager und ihre Siedlungen (Vici), aus denen später die Städte entstanden, am linken, römischen Ufer lagen, sondern durch die Rheinschifffahrt auch noch im Mittelalter und in der Neuzeit der wichtigste Handelsweg nördlich der Alpen. Es ist also kein Zufall, dass viele der größten und bedeutendsten Kathedralen im Heiligen Römischen Reich von den am Rhein regierenden mächtigen Kirchenfürsten und ihren Domkapiteln errichtet wurden.[1] Die Erzbischöfe von Mainz, Trier und Köln beanspruchten zu verschiedenen Zeiten den Titel Primas Germaniae.

Der Begriff „Pfaffengasse“ setzt sich aus dem Wort „Pfaffen“ und „Gasse“ zusammen. Pfaffe ist ein abwertender Name für Priester beziehungsweise Geistliche und Gasse bezeichnet einen schmalen Weg. Der Begriff „Pfaffengasse“ ist heutzutage in diesem Zusammenhang nicht mehr gebräuchlich.

Literatur

  • Jürgen Kaiser: Entlang der „Pfaffengasse“ von Köln nach Speyer. Jakobswege in Deutschland. Stuttgart 2006, ISBN 3-8062-1965-6, S. 69ff.
  • Meyers Großes Konversations-Lexikon. Band 15. Leipzig 1908, S. 679.

Einzelnachweise

  1. Barbara Schock-Werner mit Florian Monheim (Fotos): Die schönsten Kathedralen am Rhein. Greven, Köln 2025