Petrus (Friaul)
Petrus war, vielleicht als Nachfolger des späteren Königs Aistulf, ab 749 Herzog des Friaul, oder er folgte erst 751 dem Schwager des Königs, Anselm von Nonantola, im Amt, der 751 zurücktrat. Seine Lebensdaten sind nicht bekannt.
Die einzige Quelle zu seinem Leben ist die Historia Langobardorum des Friulaners und Langobarden Paulus Diaconus vom Ende des 8. Jahrhunderts, die die Geschichte der Langobarden nur bis zum Jahr 744 umfasst. Dieser erwähnt Petrus als Sohn eines Munichis, der nach einer vernichtenden Niederlage des Herzogs Ferdulf gegen die Slawen (um 703) entkommen konnte, eine Schlacht, in welcher der gesamte Adel der Friulaner unterging, oder, wie es Paulus formuliert: „omnis nobilitas periit Foroiulianorum“ (Historia Langobardorum, liber VI, 24). Darin erwähnt Paulus auch, dass „Ita tamen unus e Langobardis, nomine Munichis, qui pater post Petri Foroiulani et Ursi Cenetensis ducum extitit, solus fortiter et viriliter fecit.“, oder, wie Wolfgang Schwarz übersetzt: ‚Trotzdem hat dort einer der Langobarden mit Namen Munichis – er wurde später Vater der Herzöge Petrus von Friaul und Ursus von Ceneda – auf sich allein gestellt tapfer und mannhaft gehandelt.‘[1]
Die Daten der Herrschaft Petrus‘ im Friaul sind unsicher. Vielleicht folgte er 749 auf Aistulf, aber dann nur in Ceneda, wie sein Bruder, oder im Friaul selbst, wobei er dann bis 751 mit Anselm von Nonantola das Amt geteilt haben müsste. Daher muss er sein Amt im Jahr 751 angetreten haben, falls er der Nachfolger Anselms war. Ob Ursus von Ceneda sein Bruder oder sein Halbbruder war, geht aus den Angaben in der Historia Langobardorum nicht hervor, ihr gemeinsamer Vater jedenfalls war jener Munichis.
Petrus hatte, wie eine lokale Tradition weiß, drei Söhne, die sich als Klostergründer betätigten. Diese waren Erfo, Marco und Anto, die Sesto in Silvis und Salto bei Cividale gründeten. Erfo gründete in der Toskana die Abtei San Salvatore al Monte Amiata.[2]
Quellen
- Ludwig Bethmann und Georg Waitz (Hrsg.): Paulus Diaconus, Historia Langobardorum, in: Monumenta Germaniae Historica, Scriptores rerum Langobardicarum et Italicarum saec. VI–IX, Hahn, Hannover 1878, liber VI, 24.
- Wolfgang F. Schwarz (Hrsg.): Paulus Diaconus: Historia Langobardorum – Geschichte der Langobarden, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2009 (lateinisch–deutsch).
Weblinks
Anmerkungen
- ↑ Wolfgang F. Schwarz (Hrsg.): Paulus Diaconus: Historia Langobardorum – Geschichte der Langobarden, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2009, S. 319.
- ↑ Erika Cinello: Les biens du fisc royal dans la région du Nord-Est du Royaume Italique (VIII-XI siècles). Une tentative de reconstruction, Université Panthéon-Sorbonne - Paris I; Università degli studi di Bologne, thèse, 2024, S. 473 (online, PDF, italienisch).