Peter Scharff (Filmarchitekt)
Peter Scharff (* 28. Juni 1922 in München, Deutschland; † 10. Januar 2014 auf Sylt[1])[2] war ein deutscher Szenenbildner und Kostümbildner bei Bühne, Film und Fernsehen.
Leben
Scharff war der Sohn des Bildhauers Edwin Scharff und der Schauspielerin Ilona Scharff, die unter dem Namen Helene Ritscher auftrat[1].
Er machte in Hamburg und München eine Ausbildung in Bildender Kunst und Graphik.[1] 1950 gab er seinen Einstand als Filmarchitekt. Zunächst entwarf er die Kulissen für bayerische Filmstoffe. 1959 war er bei Bernhard Wickis Antikriegsfilm Die Brücke erstmals auch an einer künstlerisch hochwertigen Produktion beteiligt.[1] Trotz dieses internationalen Kritikererfolges war Peter Scharff in der Folgezeit nur unregelmäßig für das Kino aktiv. Er entwarf sowohl die Filmbauten für Nebenwerke von Vertretern des Neuen Deutschen Films (Engelchen oder Die Jungfrau von Bamberg) und für ambitionierte Filmdokudramen (Die Mitläufer) als auch für reine Unterhaltung (Serenade für zwei Spione) und den Heimatfilm (Schloß Hubertus).
Gelegentlich wurde Scharff auch zu internationalen Produktionen herangeholt und designte die Dekos für Jack Golds Der Mann aus Metall und Ken Annakins Papier Tiger. In den 70er und frühen 80er Jahren gehörte er zum Team des Produzenten und Regisseurs Ottokar Runze, dessen Inszenierungen Das Messer im Rücken, Die Standarte und Stern ohne Himmel er szenenbildnerisch betreute. Seit Mitte der 50er Jahre gestaltete der Münchner auch intensiv Fernsehproduktionen.
Scharff war verheiratet und lebte zuletzt in Kampen auf Sylt. Er war Träger der Bürgermedaille in Gold der Stadt Neu-Ulm. Er und seine Frau überließen dem Edwin Scharff Museum in Neu-Ulm 2012 Teile des schriftlichen Nachlasses seines Vaters, darunter handgeschriebene Briefe, Dokumente und Skizzenbücher.[1]
Filmografie
- 1950: Insel ohne Moral
- 1952: Das Dorf unterm Himmel
- 1954: Hochzeitsglocken
- 1954: 08/15
- 1956: II A in Berlin
- 1956: Hotel Allotria
- 1956: Oberst Chabert
- 1957: Zwei Bayern im Urwald
- 1958: Du gehörst mir
- 1958: Der öffentliche Ankläger
- 1959: Die ist nicht von gestern
- 1959: Die Brücke[1]
- 1961: Der Mann von drüben
- 1961: Zeit des Glücks
- 1961: Der Strafverteidiger
- 1961: Bankraub in der Rue Latour
- 1962: Laura
- 1962: Der kleine Lord[1]
- 1963: Die Legende vom heiligen Trinker
- 1964: Ein Abschiedsgeschenk
- 1965: Serenade für zwei Spione
- 1966: Begründung eines Urteils (Fernsehfilm)
- 1966: Dieser Mann aus Deutschland
- 1966: Der Kreidegarten
- 1967: Der Auswanderer
- 1967: Engelchen oder Die Jungfrau von Bamberg
- 1969: Das Vermächtnis
- 1970: Unternehmer
- 1970: Paradies der alten Damen
- 1971: Karpfs Karriere
- 1973: Jorden runt med Fanny Hill
- 1973: Schloß Hubertus
- 1973: Der Mann aus Metall (Who ?)
- 1974: Der tödliche Schlag
- 1975: Das Messer im Rücken (auch Kostüme)
- 1975: Papier Tiger (Paper Tiger)
- 1977: Die Standarte (auch Kostüme)
- 1980: Ich möchte fliehen
- 1981: Stern ohne Himmel
- 1981: Der König und sein Narr
- 1981: Im Fadenkreuz
- 1982: Urlaub am Meer
- 1983: Die Mitläufer
- 1984: Der Lehrer und andere Schulgeschichten
- 1983–86: Weißblaue Geschichten[1]
- 1985: Paradigma
- 1986: Kein Alibi für eine Leiche
- 1988: Tagebuch für einen Mörder
- 1990: Lippels Traum
- 1991: Ich schenk‘ dir die Sterne
Literatur
- Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 7: R–T. Robert Ryan – Lily Tomlin. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 83.
Weblinks
- Peter Scharff bei IMDb
- Peter Scharff bei filmportal.de