Peter Frederik Steinmann (General, 1782)

Peter Frederik Steinmann (auch: Pierre-Frédéric, * 13. Juni 1782 in Kopenhagen, Dänemark; † 11. Dezember 1854 ebenda) war ein dänischer Offizier und Gutsbesitzer.

Lebenslauf

Steinmann war Sohn des deutschen Buchhändlers Pierre Steinmann (11. April 1737 in Mannheim – 2. Mai 1821 in Kopenhagen) und Helene Elisabeth, geborene Salicath (1749 – 17. Februar 1809). Seine Eltern gehörten der reformierten Gemeinde an. Steinmann erhielt seine erste Ausbildung, unter anderem von dem Dichter Edvard Storm, an der Efterslægtselskabets Skole, in deren Vorstand er später viele Jahre lang sehr aktiv war. Steinmann wollte Soldat werden, und den Weg dazu ebnete ihm der Lesesaal seines Vaters, der vor allem mit französischer Literatur gefüllt war und von vielen Größen des Landes besucht wurde, darunter auch der damals einflussreiche Offizier Frantz Bülow, mit dessen Hilfe Steinmann 1794 in die Artillerieakademie eintrat, die er 1801 als Leutnant verließ. 1803 wurde er zum Oberleutnant ernannt, verbrachte ein Jahr in Christiania und ging dann 1805 zum Beobachtungskorps, das Dänemark wegen der Kriegsunruhen während des Vierten Koalitionskrieges in Holstein stationiert hatte. 1807 kehrte Steinmann nach Seeland zurück, 1808 wurde er Adjunkt im Generalstab, 1809 Hauptmann, 1811 Divisionsquartiermeister und 1813 Major.

Als nach dem französischen Misserfolg in der Völkerschlacht bei Leipzig der Kronprinz Bernadotte von Schweden das dänische Schleswig-Holstein zu erobern versuchte, diente Steinmann unter dem kommandierenden General in Nordjütland, Generalmajor Johann Theodor Wegener, schloss sich jedoch während des Marsches der Armee hinter den Kleinen Belt im Dezember 1813 dem Stab Friedrichs VI. an. Im folgenden Jahr war er Stabschef von General August Nicolai Carl von Kardorff, der mit einem Hilfskorps zum Rhein marschierte. 1824 wurde er Oberstleutnant und Ritter des Dannebrogordens, 1828 Dannebrogmann, 1832 Oberquartiermeister, 1833 Oberst, 1835 Generalquartiermeisterleutnant, 1836 Kammerherr, 1839 Generalquartiermeister und Chef des Generalstabs, 1840 Kommandeur des Dannebrog und 1842 Generalmajor.

Steinmann erwarb sich in seiner Stellung als Chef des Generalstabs große Verdienste und wurde daher auch bei Ausbruch der Schleswig-Holsteinischen Erhebung auf diesem Posten belassen, obwohl er sich aktiv um ein Frontkommando bemühte. Vermutlich spielten hierbei auch seine konservativen Ansichten eine Rolle, die nicht dem Zeitgeist entsprachen. 1847 erhielt er das Großkreuz des Dannebrog und wurde nach Ende des Krieges 1852 schließlich als Generalleutnant entlassen. Er starb am 11. Dezember 1854 und ist auf dem Assistenzfriedhof in Kopenhagen bestattet.

Familie

Steinmann war zweimal verheiratet. Zunächst ab dem 28. Oktober 1809 mit Johanne Birgitte Mette Dorothea, geborene de Neergaard (1792–1824), Tochter von Johan Thomas de Neergaard von Tølløsegård und Anna Joachimine, geborene Qvistgaard, dann ab 1835 mit Sophie Magdalene, geborene Dinesen (1779–1866), Tochter des Richters Andreas Dinesen und Witwe von Major Jacob de Neergaard († 1833), dem Bruder von Steinmanns erster Frau. Durch seine zweite Heirat wurde Steinmann Eigentümer des Gutes Tybjerggaard auf Seeland, das er mit Geschick verwaltete. Er war einer der ersten Landbesitzer, die das Frondienstsystem abschafften.

Aus seiner ersten Ehe entstammte der gleichnamige Sohn Peter Frederik Steinmann (1812–1894), der später ebenfalls als dänischer General und als Kriegsminister amtierte.

Von Steinmann existieren neben dem Porträtgemälde von Isaac Wilhelm ein weiteres Porträt von August Schiøtt von 1850 (heute in Tybjerggård) und eine Lithografie von I.W. Tegner & Kittendorff aus dem Jahr 1856 nach einer Daguerreotypie.

Literatur