Johann Theodor Wegener
Johann Theodor Wegener (* 6. März 1752 in Trittau; † 8. März 1819 in Fredericia, Dänemark) war ein dänischer Offizier deutscher Herkunft. Er erreichte den Dienstgrad eines Generalmajors der dänischen Armee.
Biographie
Wegeners Eltern waren der Ingenieuroffizier und Hofbeamte Wilhelm Theodor(us) Wegener (8. März 1724 in Eutin – 11. Mai 1792 in Kopenhagen) und dessen Frau Christiane Henriette Dorothea Walther († 1771), Tochter des Eutiner Amtmanns August Georg Walther.
Wegener folgte seinem Vater in die Militärlaufbahn, wurde 1763 Kadett und 1771 Secondeleutnant der Infanterie. Im Folgejahr war er als persönlicher Generaladjutant-Leutnant des Prinzen Karl von Hessen-Kassel eingesetzt und folgte ihm 1772 nach Norwegen. Hier war er unter General Heinrich Wilhelm von Huth in der tätig, bis er 1777 Oberleutnant in Rendsburg wurde, wo er 1778–1784 am Bau des Schleswig-Holstein-Kanals mitwirkte. 1783 folgte die Beförderung zum Hauptmann und 1798 zum Major. 1794–1802 leitete er die Kanalisierung der Odense Å, wurde dann beauftragt, die Bedingungen für eine Hafenanlage bei Fladstrand (das spätere Frederikshavn) zu untersuchen. 1804 war er beauftragt, die Möglichkeit eines Kanals von der Elbe zur Eider zu erkunden. Im selben Jahr wurde er Bataillonskommandeur und im folgenden Jahr Oberstleutnant.
Damit endete jedoch seine Ingenieurslaufbahn. Ab 1805 war Wegener an der Bewachung der dänischen Südgrenze beteiligt und wurde im September 1807 nach Lolland entsandt, um die Briten am Überqueren der Insel zu hindern. Im folgenden Jahr wurde er Oberst und Generalquartiermeister und wirkte an den Vorbereitungen für den geplanten Invasionsversuch nach Schonen im Jahr 1809 mit. Nach dem Frieden von Jönköping, der den Dänisch-Schwedischen Krieg beendete, schied Wegener aus dem Generalstab aus, wurde Generalmajor, Kommandeur des Fünener Infanterieregiments und Kommandant in Fredericia. 1811 erhielt er das Kommandeurkreuz und übernahm 1812 das Kommando über die 1. Brigade der in Holstein aufgestellten „Mobilen Armeedivision“ (dänisch: bevægelige armédivision). Als deren Kommandeur, Generalleutnant Johann von Ewald im Frühjahr 1813 schwer erkrankte, ersetzte Wegener ihn, war der schwierigen Situation jedoch nicht gewachsen. Die Russen unter Oberst Tettenborn hatten im März Hamburg besetzt, aus dem die Franzosen geflohen waren. Wegener knüpfte mit königlicher Genehmigung enge Beziehungen zu ihnen. Als Friedrich VI. jedoch im Mai seine Politik änderte und sich Frankreich wieder anschloss, war Wegener nicht flexibel genug, um den befohlenen Frontenwechsel schnell umzusetzen. Stattdessen widersetzte er sich dem Befehl des Königs und unterstützte Frankreichs Feinde. Er wurde daraufhin abgesetzt und in Festungshaft genommen, bald darauf aber wieder begnadigt. Als Koalitionstruppen im Dezember in die Herzogtümer einmarschierten, befehligte Wegener die Truppen in Jütland und versuchte auf königlichen Befehl, ein jütländisches Kosakenkorps aufzustellen. Friedrich VI. gab jedoch die Verteidigung der Halbinsel auf, und Wegener ging nach Fünen, wo er das Kommando über die 3. Division übernahm. Nach dem Kieler Frieden kehrte Wegener nach Fredericia zurück, wo er seine letzten Jahre als Befehlshaber verbrachte. Er wurde 1815 zum Dannebrogsmann ernannt, erhielt 1817 das Großkreuz und starb am 8. März 1819. Er ist in Fredericia begraben.
Privates
Er heiratete 1788 Amalia Dorothea Charlotta Bluhme (4. Mai 1765 in Helsingør – 27. November 1827 in Kopenhagen; erste Ehe 1780 mit dem Schiffsarzt Eiler Salholt, 1750–1784, aus Helsingør), Tochter des Kämmerers beim Öresundzoll und Justizrats Christian Albrecht Bluhme († 1771) und Maria Elisabeth Brügmann (* 1736).
Literatur
- August Tuxen: Wegener, Johann Theodor. In: Carl Frederik Bricka (Hrsg.): Dansk biografisk Lexikon. Tillige omfattende Norge for Tidsrummet 1537–1814. 1. Auflage. Band 18: Ubbe–Wimpffen. Gyldendalske Boghandels Forlag, Kopenhagen 1904, S. 350–351 (dänisch, runeberg.org).
- Personalhistorisk Tidsskrift. 3. Auflage. Band II. S. 6 f.
- Meddelelser fra Krigsarkivet II-VIII.