Pepianch-heryib
Pepianch-heryib (Pepi-anch der mittlere) war ein bedeutender Beamter im Alten Ägypten zur Zeit der 6. Dynastie (23. Jh. v. Chr.). Sein Vater war ein Mann mit den Namen Hepi (schöner Name) und Sobekhotep (großer Name).
Pepianch-heryib ist vor allem von seinem Grab in Meir (D 2) bekannt. Er trug viele wichtige Titel, war aber vor allem Wesir und auch Vorsteher von Oberägypten in Wirklichkeit. Neben diesen wichtigen, hohen Staatsämtern bekleidete Pepianch-heryib noch zahlreiche andere Ämter, war aber anscheinend kein lokaler Fürst. Er war aber auch Vorsteher der Priester der Hathor, der Herrin von Qusai, wo er wahrscheinlich residierte.
Die Gemahlin des Pepianch-heryib war eine gewisse Hutjah, auch Huti genannt. Sie trug die Titel Königsbekannte, Edelfrau, Priesterin der Hathor, der Herrin von Qusai und Sistrumspielerin der Hathor, der Herrin von Qusai. Ihre Mutter hieß Neferirues/Fefi.[1] Mehrere Söhne sind bekannt, darunter befindet sich Nianchpepi-Kem, der auch bedeutende Funktionen in Qusai innehatte.[2]
Die Grabanlage von Pepianch-heryib besteht aus der Kultkapelle und den unterirdischen dekorierten Grabkammern. Die Kultkapelle besitzt einen Vorhalle, eine Seitenkammer, eine Hauptkammer und dahinter einen nicht vollständig in den Fels gehauenen Raum.[3] In der Vorhalle befindet sich auf der Rückwand eine lange biographische Inschrift, die vor allem Pepianch-heryibs Tugenden während seiner Amtsausführungen lobt.[4] Der dahinter liegende Hauptraum der Grabanlage zeigt zahlreiche Alltagsszenen, meist Handwerker, Bauern und Hirten bei der Arbeit. Pepianch-heryib und seine Gemahlin sind mehrmals dargestellt.
Das Grab wurde von Aylward Manley Blackman 1924 veröffentlicht, der einen Großteil der Darstellungen kopierte. Eine erneute Publikation des Grabes erschien 2012 von Naguib Kanawati.
Literatur
- Aylward M. Blackman: The rock tombs of Meir. Part IV: the tomb-chapel of Pepi'onkh the middle son of Sebekḥotpe and Pekhernefert (D, No. 2) (= Archaeological Survey of Egypt. Band 25), Egypt Exploration Fund, Boston (MA) / London 1924 (online).
- Naguib Kanawati: The cemetery of Meir. Volume I: The tomb of Pepyankh the Middle (= Australian Centre for Egyptology. Reports 31). Aris & Phillips. Oxford 2012, ISBN 978-0-85668-845-4.
Einzelnachweise
- ↑ N. Kanawati: The cemetery of Meir. Volume I: The tomb of Pepyankh the Middle. Oxford 2012, S. 16.
- ↑ N. Kanawati: The cemetery of Meir. Volume I: The tomb of Pepyankh the Middle. Oxford 2012, S. 17.
- ↑ N. Kanawati: The cemetery of Meir. Volume I: The tomb of Pepyankh the Middle. Oxford 2012, Tafel 72.
- ↑ N. Kanawati: The cemetery of Meir. Volume I: The tomb of Pepyankh the Middle. Oxford 2012, S. 32–33.