Peabody Essex Museum

Das Peabody Essex Museum (PEM) ist ein Kunst- und Kulturmuseum in Salem, Massachusetts (USA), dessen Ursprünge bis ins Jahr 1799 zurückreichen. Es ist das älteste durchgehend betriebene Museum der Vereinigten Staaten. Die Sammlungen des Museums umfassen ein breites Spektrum amerikanischer Kunst und Architektur. Dazu gehören auch vier als nationale historische Denkmäler ausgewiesene Gebäude. Darüber hinaus beherbergt das Peabody Essex Museum Sammlungen aus den Bereichen Asien, amerikanische Ureinwohner, Afrika, Ozeanien, Seefahrt und Fotografie.[1]

Geschichte

Die Geschichte des Peabody Essex Museums beginnt mit der Gründung der East India Marine Society im Jahr 1799 durch eine Gruppe von Schiffskapitänen und Superkargoes aus Salem, die Handelsreisen jenseits des Kaps der Guten Hoffnung oder des Kap Hoorns unternommen hatten. In der Satzung der Gesellschaft war die Einrichtung eines „Kabinetts natürlicher und künstlicher Kuriositäten“ vorgesehen. Dieses bildete den Grundstein für das spätere Museum. Die Mitglieder brachten von ihren Reisen eine Vielzahl von Objekten aus dem Pazifischen Nordwesten, Asien, Afrika, Ozeanien, Indien und anderen Regionen mit. Im Jahr 1825 bezog die Gesellschaft ihr eigenes Gebäude, die East India Marine Hall, die bis heute Teil des Museumsensembles ist. In den späten 1860er Jahren spezialisierte sich das Essex Institute auf die Sammlung und Präsentation regionaler Kunst, Geschichte und Architektur. Im Zuge dieser Neuausrichtung übertrug das Institut seine naturhistorischen und ethnologischen Bestände an die Nachfolgeorganisation der East India Marine Society, die Peabody Academy of Science. Diese wurde nach ihrem Stifter, dem Philanthropen George Peabody, benannt. Im Gegenzug übergab die Peabody Academy ihre historischen Sammlungen an das Essex Institute.[2]

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts änderte die Peabody Academy of Science ihren Namen in Peabody Museum of Salem. Das Essex Institute engagierte sich zunehmend in der Erhaltung und Erforschung frühamerikanischer Architektur, erwarb eine Reihe bedeutender historischer Gebäude in Salem und übernahm so eine zentrale Rolle in der Denkmalpflege. Aufgrund der räumlichen Nähe, der personellen Verflechtungen und der inhaltlichen Überschneidungen der beiden Institutionen wurde eine Zusammenlegung über viele Jahre hinweg diskutiert. Nach umfassenden Studien über die Vorteile einer Fusion erfolgte im Juli 1992 die offizielle Vereinigung des Peabody Museum of Salem und des Essex Institute zum Peabody Essex Museum (PEM).[2]

Architektur

Das Museum befindet sich im historischen Stadtzentrum von Salem an der Ecke Liberty Street/Essex Street. Anfang der 2000er Jahre entwarf der Architekt Moshe Safdie einen Erweiterungsbau, der 2003 eröffnet wurde. Das Projekt verband die unterschiedlichen Gebäudekomplexe des Museums durch eine gläserne Arkade, die über die Liberty Street verläuft, und verdoppelte die Ausstellungsfläche. Die Architektur des Neubaus orientiert sich an der kleinteiligen Dachlandschaft der historischen Wohnhäuser Salems. Über mehrere, hausähnlich gegliederte Galerien wird Tageslicht in das Gebäudeinnere geholt. Eine weitere Erweiterung erfolgte im Jahr 2019 unter der Leitung von Ennead Architects. Dieser Neubau fügte rund 3800 m² neue Galerieräume hinzu, darunter einen asiatischen Garten und ein zweigeschossiges Glasatrium. Letzteres verbindet den historischen Bau der East India Marine Hall mit den modernen Teilen des Museums.[3]

Sammlung

Die Sammlung des Peabody Essex Museums umfasst mehr als eine Million Objekte. Ihre Schwerpunkte liegen in den Bereichen amerikanische Malerei, asiatische Kunst, Marinemalerei, afrikanische und ozeanische Kunst, Kunstgewerbe der Ureinwohner Amerikas sowie Fotografie. Besonders bedeutend sind die Bestände an asiatischer Exportkunst und amerikanischer dekorativer Kunst. Darüber hinaus besitzt das Museum 24 historische Gebäude in Salem, darunter vier nationale historische Stätten. Ein besonderes Ausstellungsstück ist das Yin Yu Tang House, ein rund 200 Jahre altes chinesisches Wohnhaus aus der Provinz Anhui, das Stein für Stein abgetragen, nach Salem transportiert und dort originalgetreu wieder aufgebaut wurde. Es ist ein einzigartiges Beispiel traditioneller chinesischer Wohnarchitektur in den USA.[4]

Das Museum verfügt über eine umfangreiche Abteilung für Wechselausstellungen und bietet Programme, die sich mit amerikanischer und internationaler Kunst, Fotografie und Design in interkulturellen Kontexten befassen. Zu den in der Vergangenheit gezeigten Ausstellungen zählten Themen wie amerikanischer Impressionismus mit Frank Weston Benson,[5] traditionelle Möbelkunst der Familie Seymour und maritime Fotografie von Willard B. Jackson. Eine besondere Ausstellung befasste sich mit den Salem Witch Trials von 1692 und ihrer kulturellen Nachwirkung.[4]

Literatur

  • Dean T. Lahikainen: Samuel McIntire: Carving an American Style. Peabody Essex Museum, Salem 2007.
  • Light Shines on Frank W. Benson: American Impressionist. Peabody Essex Museum, Salem 2000.
  • Robert D. Jr. Mussey,: Luxury and Innovation: Furniture Masterworks by John and Thomas Seymour. Peabody Essex Museum, Salem 2004.
Commons: Peabody Essex Museum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Peabody Essex Museum | World-Renowned Art Museum In Salem, MA. Abgerufen am 24. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).
  2. a b History of Peabody Essex Museum | A Museum of Art & Culture. Abgerufen am 24. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).
  3. The Moshe Safdie Archive - Full Record. Abgerufen am 25. Oktober 2025.
  4. a b Exhibitions | Peabody Essex Museum. Abgerufen am 25. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).
  5. Light Shines on Frank W. Benson: American Impressionist. Abgerufen am 25. Oktober 2025.

Koordinaten: 42° 31′ 20″ N, 70° 53′ 33″ W