Paul Bräuninger

Paul Bräuninger (* 8. September 1850 in Erlangen; † 7. Mai 1919 in Hof (Saale)) war ein deutscher Rechtsanwalt, Kommunalpolitiker, Landrat und Verwaltungsjurist.

Leben

Paul Bräuninger wuchs als Sohn eines Bäckermeisters in Erlangen auf. Er erwarb am Erlanger Gymnasium das Abitur und studierte ab WS 1869/70 Jura in Erlangen, wo er sich 1869 dem Corps Baruthia anschloss. Wegen der Teilnahme an einer damals noch verbotenen Mensur wurde er zu drei Monaten Festungshaft verurteilt und musste die Erlanger Universität für drei Semester verlassen. Er setzte sein Studium in Würzburg fort.[1] 1874 bestand der das Examen, im Mai 1876 legte er schließlich erfolgreich die große Staatsprüfung ab.

Erste berufliche Erfahrung sammelte er bei der Stadt Erlangen, bei der Regierung von Mittelfranken und beim Landgericht Erlangen. Er brachte sich beim Konsistorium der evangelischen Kirche in Ansbach ein, schließlich als Akzessist bei einem Notar in Erlangen.

Als 1879 die Stelle eines rechtskundigen Rates bei der Stadt Hof (Saale) ausgeschrieben wurde, bewarb er sich auf anraten seines Corpsbruders, des ersten rechtskundigen Rates Carl von Mann. Obwohl seine Bewerbung mit leichter Verspätung einging, wurde er am 11. Juli 1879 zunächst für drei Jahre einstimmig von den Gemeindebevollmächtigten der Stadt Hof zum zweiten rechtskundigen Magistratsrat gewählt. In dieser Funktion leitete er ein städtisches Referat und war außerdem als Amtsanwalt für den Stadtbezirk Hof zuständig. 1882 wurde er auf Lebenszeit berufen, 1883 rückte er zum ersten Rechtsrat auf, da Carl von Mann zum rechtskundigen Bürgermeister gewählt wurde. Nach dem Tod von Manns wurde er am 1. Februar 1904 einstimmig zum rechtskundigen Bürgermeister gewählt. Nach der ministeriellen Bestätigung wurde er am 17. März 1904 feierlich in das Amt eingeführt. Wie auch sein Vorgänger vertrat er die Stadt Hof bis 1918 als Landrat im Kreistag von Oberfranken, dem Vorläufer des heutigen Bezirkstags. Er trat, schon lange vorher durch ein Augenleiden in seiner Arbeit beeinträchtigt, am 1. Februar 1916 in den Ruhestand.

Paul Bräuninger war verheiratet und hatte einen Sohn und eine Tochter.

Literatur

  • Rudolf Müller: Rechts- und Verwaltungsgeschichte der Stadt Hof. (Chronik der Stadt Hof, Band IX). Hof 1997, S. 287–288

Einzelnachweise

  1. Heinrich Janz (Hrsg.): Matrikel des Corps Baruthia 1803–1963. Selbstverlag des Corps, Erlangen 1963