Paul-Albert Laurens
Paul-Albert Laurens (* 18. Januar 1870 in Paris; † 27. September 1934 in Toulon) war ein französischer Maler, Zeichner und Illustrator, der hauptsächlich in Paris arbeitete.[1]
Leben
Paul-Albert Laurens wurde als Sohn des Malers Jean-Paul Laurens geboren. Sein Bruder war der Künstler Jean-Pierre Laurens. Er besuchte die École alsacienne in Paris, wo er Mitschüler und Freund von André Gide war. Anschließend studierte er an der École des Beaux-Arts in Paris bei Fernand Cormon und Jean-Joseph Benjamin-Constant. 1891 erhielt er den Second Grand Prix de Rome. In den Jahren 1893 und 1894 hielt er sich gemeinsam mit André Gide in Nordafrika auf, unter anderem in Tunis, Sousse und insbesondere in Biskra. 1910 wurde er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt und mit dem Prix Henner ausgezeichnet. Von 1919 bis 1934 wirkte er als Zeichenlehrer an der École polytechnique in Paris. 1933 wurde er in das Institut de France gewählt. Paul-Albert Laurens starb 1934 in Toulon.[1]
Werk
Paul-Albert Laurens malte in einem thematisch vielfältigen, traditionell-akademischen Stil. Besonders hervorzuheben sind seine qualitätvollen Porträts, darunter Bildnisse von Familienangehörigen wie das Porträt seines Vaters Jean-Paul Laurens aus dem Jahr 1909 und ein Familienporträt aus dem Jahr 1923, ebenso wie mehrere Porträts von André Gide, von denen eines im Jahr 1928 vom französischen Staat angekauft wurde. Daneben schuf er biblische und mythologische Darstellungen wie Vénus accueillie par les heures, orientalische Alltagsszenen wie Joueur de tambour sur un chameau, Stadtansichten aus Nordafrika, Blumenstücke und Gartenbilder, Galanterien im Rokoko-Stil und Szenen aus der Commedia dell’Arte sowie weibliche Aktdarstellungen. Auch als Aquarellist war Laurens tätig, vor allem mit historischen Sujets.[1]
Als Buchillustrator erzielte Paul-Albert Laurens ebenfalls Anerkennung, unter anderem mit Arbeiten zu Leda oder die Lobpreisung der seligen Finsternis von Pierre Louÿs, Thaïs von Anatole France sowie Die Keller des Vatikans von André Gide. Um 1912 war er gemeinsam mit seinem Vater und Ulysse Ravaut an der Ausgestaltung des Rathauses von Toulouse beteiligt. Darüber hinaus entwarf er gelegentlich Briefmarken und Plakate. Seine Werke befinden sich heute unter anderem in Museen und Sammlungen in Bourg-en-Bresse, Bremen, Dijon, Laval und Paris.[1]
Literatur
- Ulrich Thieme, Felix Becker: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Band 22, E. A. Seemann, Leipzig, 1928.
- Gérald Schurr, Pierre Cabanne: Les petits maîtres de la peinture, Band 2, Paris, 1996.
- Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 8: Koort – Maekava. Paris, 2006.