Strichelfaulvogel
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Strichelfaulvogel | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Nystalus striolatus | ||||||||||||
| (Pelzeln, 1856) |
Der Strichelfaulvogel (Nystalus striolatus), Syn. Bucco striolatus, ist eine Vogelart aus der Familie der Faulvögel (Bucconidae).[1][2]
Der Vogel kommt in Bolivien und Brasilien vor.
Der Lebensraum umfasst tropischen feuchten Tieflandwald, Terra Firme, sumpfige Wälder, Waldränder, Mischwald, Lichtungen, gerne in Wassernähe.[3]
Der Artzusatz kommt von lateinisch striolatus ‚fein gestreift‘[4]
Merkmale
Die Art ist etwa 20 cm groß und wiegt zwischen 43 und 47 g. Charakteristisch ist die Kombination von kräftigem blassem Schnabel mit gebänderter Oberseite und gestrichelter Unterseite. Zügel, Kinn und obere Kehle sind weiß, die gelbbraunen Kopfseiten und der Überaugenstreif sind zart grau gestrichelt, die dunkelbraune Kopfkappe ist breit rotbraun gebändert und wird zum Nacken hin schwärzlich. Das breite Nackenhalsband ist gelbbraun, der obere Mantel schwärzlich, ansonsten ist die Oberseite dunkelbraun mit gelblichen und rötlichen Flecken, die in Richtung Schwanz in Bänderung übergehen. Der mittellange, schmale, leicht gestufte Schwanz ist schwärzlich braun mit schmalen rotbraunen Binden. Die untere Kehle ist ockerfarben mit zarten schwärzlichen Streifen, Brust und Flanken sind blasser, aber kräftiger gestrichelt, die übrige Unterseite ist weißer und in der Mitte fast ohne Strichelung. Die Unterschwanzdecken sind gelbbraun.
Die Iris ist blass ockerfarben, der Schnabel ist olivgrün mit schwärzlich brauner Spitze und Basis des Unterschnabels, die Beine sind braun, die Füße schmutzig grün.[3]
Geografische Variation
Es werden folgende Unterarten anerkannt:[1][3][5][6], South American Classification Committee (SACC) der American Ornithological Society[7], The Clements Checklist of Birds of the World[8]
- N. s. striolatus (Pelzeln, 1856), Nominatform – Südzentralamazonien, in Brasilien zwischen dem Rio Madeira und dem Rio Tapajós und in Nordostbolivien in Santa Cruz
- N. s. torridus Bond, J und Meyer de Schauensee, 1940[9] – Östliches Amazonien südlich des Amazonas und östlich des Rio Rio Tapajós, größer, matter gefärbt, breitere Strichelung an der Unterseite, längerer Schnabel
- N. s. torridus wurde als eigenständige Art vorgeschlagen aufgrund morphologischer und molekulargenetischer Unterschiede mit dem deutschen Namen Para-Strichelfaulvogel (Nystalus torridus.)[10][11], dieser Vorschlag wurde jedoch nicht allgemein akzeptiert.[12]
Der Schwarzmantel-Faulvogel (Nystalus obamai) wurde bis 2013 als Unterart des Strichelfaulvogels angesehen und als Nystalus striatus obamai bezeichnet.[10]
Stimme
Die Lautäußerungen werden als sanftes trauriges Pfeifen „whip, whiwheeu, wheeeeeuu“, deutlich abfallend beschrieben. Die Rufe der Unterart N. s. torridus ähneln denen des Schwarzmantel-Faulvogels.[3]
Lebensweise
Die Art ist vermutlich ein Standvogel, tritt meist einzeln auf, manchmal ist sie auch kurz mitten in Gemischten Jagdgemeinschaften zu finden, die in den Wipfeln nach Nahrung suchen. Gerne sitzt der Vogel unbeweglich auf einem Ansitz, in dessen Nähe Insekten vorbeikommen. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten wie Maulwurfsgrillen (Gryllotalpidae) und sehr große Heuschrecken (Orthoptera).
Die Brutzeit liegt im September in Peru. Das Nest wird in einer unterirdischen Höhle angelegt, in einem gegrabenen Tunnel in der Erde. Das Gelege besteht aus 4 Eiern.[3]
Gefährdungssituation
Der Bestand gilt als „nicht gefährdet“ (Least Concern).[13]
Literatur
- A. Pelzeln: Bucco striolatus. In: Sitzungsberichte der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Mathematisch-Naturwissenschaftliche Classe, Band 20, S. 500, 1856, Biodiversity Library
Weblinks
- xeno-canto: Tonaufnahmen – Strichelfaulvogel (Nystalus striolatus)
- Strichelfaulvogel (Nystalus striolatus) auf eBird.org
- Oiseaux.net
- Datazone.Birdlife
- Macaulay Library Multimedia
- Nystalus striolatus im Integrated Taxonomic Information System (ITIS). Abgerufen am 20. September 2025.
Einzelnachweise
- ↑ a b [1], in Avibase – Die Weltvogel-Datenbank. Abgerufen am 20. September 2025.
- ↑ P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
- ↑ a b c d e P. C. Rasmussen, N. Collar und G. M. Kirwan: Eastern Striolated-Puffbird (Nystalus striolatus), version 1.0. In: S. M. Billerman, B. K. Keeney, P. G. Rodewald und T. S. Schulenberg (Herausgeber): Birds of the World, 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Nystalus striolatus
- ↑ J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
- ↑ IOC 15.1 Jacamars, puffbirds, barbets, toucans, honeyguides
- ↑ AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025
- ↑ Choose English names for splits from Nystalus striolatus abgerufen am 21. September 2025
- ↑ Clements, J. F., T. S. Schulenberg, M. J. Iliff, S. M. Billerman, T. A. Fredericks, J. A. Gerbracht, D. Lepage, B. L. Sullivan, and C. L. Wood. 2021. The eBird/Clements checklist of Birds of the World: v2021. Abgerufen am 12. Mai 2025
- ↑ J. Bond, R. Meyer de Schauensee: Nystalus striolatus torridus. In: Notulae Naturae, Band 50, S. 1, 1940
- ↑ a b Bret M. Whitney, Vítor De Q. Piacentini, Fábio Schunck, Alexandre Aleixo, Bárbara R. S. De Sousa, Luís F. Silveira & Marco A. Rego: A name for Striolated Puffbird west of the Rio Madeira with revision of the Nystalus striolatus (Aves: Bucconidae) complex. In: Special Volume: New Species and Global Index, Handbook of the Birds of the World Edition, Lynx Edicions, Barcelona, Catalonia, Spain., 2013, S. 240–244.
- ↑ C. E. B. Portes und A. Aleixo: Proposal 617 to South American Classification Committee: Recognize newly described Nystalus obamai and split Nystalus striolatus into two species, 2013
- ↑ P. C. Rasmussen, N. J. Collar und G. M. Kirwan: Striolated Puffbird (Nystalus striolatus). In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie, E. de Juana (Hrsg.): Handbook of the Birds of the World Alive. Lynx Edicions, Barcelona 2017. (abgerufen auf https://www.hbw.com/node/55964 am 21. September 2025).
- ↑ Nystalus striolatus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2024. Eingestellt von: BirdLife International, 2024. Abgerufen am 20. September 2025.