Palau-Flughund
- Für die Art Pteropus pilosus, siehe Kleiner Palau-Flughund.
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Palau-Flughund (Pteropus pelewensis) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Pteropus pelewensis | ||||||||||||
| K. Andersen, 1908 |
Der Palau-Flughund (Pteropus pelewensis) ist ein auf den Karolinen endemisches Fledertier in der Familie der Flughunde. Die Populationen wurden längere Zeit als Unterarten in den Marianen-Flughund (Pteropus mariannus) eingeordnet. Nach verschiedenen taxonomischen Revisionen erfolgte die Anerkennung als Art.[1] Dabei wurden die Formen mit den Zusätzen yapensis und ulthiensis dieser Art als Unterart beziehungsweise Synonym zugeteilt.[2]
Unterarten und Verbreitung
Es werden zwei Unterarten unterschieden.[2][3]
- P. p. pelewensis, auf den Inseln der Republik Palau.
- P. p. yapensis, auf den Yap-Inseln. Die Population auf dem Atoll Ulithi wird vorläufig zur Unterart gezählt.
Merkmale
Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 148 bis 318 mm, einer Unterarmlänge von 101 bis 144 mm und einem Gewicht von 130 bis 430 g ist dieser schwanzlose Flughund ein kleiner bis mittelgroßer Vertreter der Gattung Pteropus. Er hat 33 bis 60 mm lange Hinterfüße und 20 bis 28 mm lange Ohren. Typisch ist ein gelbbraunes bis rötlicher Mantel aus langen Haaren um die Schultern, der im Kontrast zum übrigen Fell steht. Dieses ist auf dem Kopf braun mit eingestreuten grauen Haaren und auf dem Rücken dunkelbraun. Auch die Unterseite trägt dunkles braunes Fell. Dieses wirkt bei Männchen borstiger und wie von Öl durchtränkt. Der Palau-Flughund hat nackte Schienbeine und die Putzkralle am zweiten Finger ist gut entwickelt. Kennzeichnend ist ein kleiner Schnauzenteil am Schädel, bei dem die Zähne klein sind. Vor allem die Unteren Backenzähne sind winzig.[2]
Lebensweise
Dieser Flughund hält sich in feuchten Tropenwäldern, in Mangrovegebieten und in Wäldern, die durch viele angepflanzte Fruchtbäume Plantagen gleichen auf. Durch die Vulkane der Inseln liegen einige Wälder in Schluchten. Der Palau-Flughund ist vorwiegend am späten Nachmittag und gelegentlich morgens aktiv. Am Morgen bildet sich an einem Sammelplatz eine Kolonie. Zu anderen Zeiten ruhen die Tiere allein, im Paar oder als kleine Kolonie mit etwa 200 Mitgliedern. Wenn die Pflanze Sonneratia alba Blüten hat, wird diese in Mangrovenwäldern gefressen. Dabei werden die Blüten mit ausgebreiteten Flügel vor Artgenossen geschützt. Weiterhin sind Samen, Blüten und Früchte von Sagopalmfarnen, Merbaubäumen, Kirschmyrten, Feigen, Mangos, Schraubenbäumen, Myrobalanen sowie der Gattungen Hydriastele und Ochrosia als Nahrung bekannt. Diese werden meist ein bis zwei Kilometer vom Ruheplatz entfernt gesucht.[2]
Auf Palau finden die Geburten zwischen November und Januar statt. Weibchen können auf den Yap-Inseln zu allen Jahreszeiten Nachkommen zeugen, jedoch werden die meisten Neugeborenen zwischen Februar und März sowie zwischen August und Dezember registriert. Allgemein kommt ein Wurf pro Jahr mit ein oder zwei Nachkommen vor.[2]
Gefährdung
Bis zu Beginn der 1990er Jahre wurde das Tier noch intensiv als Fleischquelle gejagt und exportiert. Ein Verbot der Jagt für lokalen Gebrauch im Jahr 2005 hatte bis 2025 noch nicht das gewünschte Resultat. Die Forstwirtschaft hält sich bisher in den Wäldern in Grenzen, doch der Verlust einiger größer Bäume der Art Calophyllum inophyllum als Ruheplätze hat Auswirkungen. Durch die Erderwärmung kann der Meeresspiegel ansteigen und die Trockenheit kann zu Bränden führen. Alle Reviere zusammen sind etwa 1500 km² groß. Die IUCN listet die Art deswegen als gefährdet (vulnerable).[3]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 3. Auflage. 2 Bände. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4 (englisch, Pteropus pelewensis).
- ↑ a b c d e Wilson, Lacher Jr. & Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. 9 - Bats. Lynx Edicions, 2019, ISBN 978-84-16728-19-0, S. 146 (englisch, Pteropus pelewensis).
- ↑ a b Pteropus pelewensis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2025. Eingestellt von: Wiles, G., Riddle, A. & Waldien, D.L., 2025. Abgerufen am 30. Dezember 2025.