Ozan Zakariya Keskinkılıç

Ozan Zakariya Keskinkılıç (* 1989) ist ein deutscher Politikwissenschaftler und Schriftsteller.[1]

Leben und Wirken

Keskinkılıç wurde in Hessen geboren.[2] Er studierte Politikwissenschaften in Wien, Berlin und Cambridge.[3] 2025 promovierte er an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer Arbeit über muslimische Existenzkünste angesichts des antimuslimischen Rassismus.[2][4] Er forscht und lehrt an Berliner Hochschulen, u. a. der Alice Salomon Hochschule im Themenbereich Critical Diversity Studies, Rassismus und Migration;[5] im Jahr 2021 wurde er als Mitglied in die vom Berliner Senat eingesetzte Expert*innenkommission gegen antimuslimischen Rassismus berufen.[6]

Keskinkılıç veröffentlicht sowohl Essays als auch Lyrik; sein literarisches Arbeiten durchzieht Themen wie Begehren, Religion und Mehrsprachigkeit.[7]

Im Jahr 2021 veröffentlichte er Muslimaniac. Die Karriere eines Feindbildes.[1] In Muslimaniac setzt sich Keskinkılıç mit antimuslimischem Rassismus auseinander und analysiert, wie „der Muslim“ in Deutschland als Problem konstruiert wird.[1] Er betont dabei die lange Geschichte eines widersprüchlichen Umgangs mit Muslimen in Deutschland und verortete das Thema historisch.[8]

2025 folgte sein Roman Hundesohn, der bei Suhrkamp erschien und breite Resonanz im Feuilleton fand.[7] Für Hundesohn erhielt er den aspekte-Literaturpreises 2025 des ZDF.[9] Hundesohn erzählt – zwischen Berlin und Adana – eine queere Liebesgeschichte und arbeitet mit einer vielsprachigen, lyrisch verdichteten Prosa.[7] Die Kritik beschrieb den Roman als Porträt eines gläubigen, schwulen Erzählers und hob seine emotionale Intensität hervor.[10] Die Süddeutsche Zeitung würdigte das Buch als „Sprachkunstwerk“.[11]

Im Jahr 2024 wurde er beim Feldkircher Lyrikpreis ausgezeichnet. Im Jahr 2025 erhielt er beim Lyrikwettbewerb Literarischer März in Darmstadt einen Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis.[12]

Werke (Auswahl)

  • mit Ármin Langer (Hrsg.): Fremdgemacht & Reorientiert – jüdisch-muslimische Verflechtungen. Verlag Yilmaz-Günay, Berlin 2018, ISBN 978-3-9817227-7-2.
  • mit Iman Attia, Büşra Okcu: Muslimischsein im Sicherheitsdiskurs. Eine rekonstruktive Studie über den Umgang mit dem Bedrohungsszenario. Transcript, Bielefeld 2021, ISBN 978-3-8376-5711-1.
  • Muslimaniac. Die Karriere eines Feindbildes. Verbrecher Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-95732-553-2.
  • Prinzenbad. Gedichte. Elif, Nettetal 2022, ISBN 978-3-946989-56-1.
  • Hundesohn. Roman. Suhrkamp, Berlin 2025, ISBN 978-3-518-43254-9.

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. a b c Buchbesprechung „Muslimaniac“: Fleck in der Familie. In: taz.de. 8. Dezember 2021, abgerufen am 26. September 2025.
  2. a b Ozan Zakariya Keskinkılıç. In: internationales literaturfestival berlin. Abgerufen am 10. Oktober 2025 (deutsch).
  3. Ozan Zakariya Keskinkılıç. In: Suhrkamp Verlag. Abgerufen am 10. Oktober 2025.
  4. Dissertationen. In: Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. 2025, abgerufen am 10. Oktober 2025.
  5. Ozan Zakariya Keskinkılıç. In: Literarische Agentur Gaeb & Eggers. Abgerufen am 10. Oktober 2025.
  6. Expert*innenkommission zu antimuslimischem Rassismus nimmt Arbeit auf. In: berlin.de. 26. Februar 2021, abgerufen am 26. September 2025.
  7. a b c Roman „Hundesohn“ – Sie scharren an ihren Körpern. In: taz.de. 25. September 2025, abgerufen am 26. September 2025.
  8. Dschihad fürs Kaiserreich: Ein Auszug aus „Muslimaniac“. In: Frankfurter Rundschau. 3. Juli 2022, abgerufen am 26. September 2025.
  9. Finalisten für 47. ZDF-„aspekte“-Literaturpreis stehen fest. In: ZDF-Presseportal. 9. September 2025, abgerufen am 26. September 2025.
  10. „Hundesohn“ von Ozan Zakariya Keskinkeliç: Gläubig, schwul und so verliebt! In: Die Presse. 20. September 2025, abgerufen am 26. September 2025.
  11. Ozan Zakariya Keskinkılıç: Hundesohn. Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.09.2025. In: Perlentaucher. 17. September 2025, abgerufen am 26. September 2025.
  12. Literarischer März 2025 in Darmstadt – Wolfgang-Weyrauch-Förderpreise für Ana Tcheishvili und Ozan Zakariya Keskinkılıç. In: Wissenschaftsstadt Darmstadt. 22. März 2025, abgerufen am 26. September 2025.
  13. Clemens-Brentano-Preis 2024: Die Nominierungen stehen fest. In: Stadt Heidelberg. 9. Februar 2024, abgerufen am 10. Oktober 2025.
  14. Ozan Zakariya Keskinkılıç bekommt ZDF-"aspekte" Literaturpreis 2025. 10. Oktober 2025, abgerufen am 10. Oktober 2025.
  15. Debüt im Buddenbrookhaus. In: Buddenbrookhaus - Die Lübecker Museen. Abgerufen am 10. Oktober 2025.
  16. Medienmitteilung der Stadt Zürich vom 13. Januar 2026