Otto von Lerchenfeld-Köfering

Otto Ludwig Maximilian Franz Hugo Emmeran Graf von und zu Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg (* 2. Oktober 1869 in München; † 5. Oktober 1938 in Salzburg) war ein deutscher Gutsbesitzer und Mitglied der Bayerischen Ständeversammlung.

Leben

Otto entstammte dem altbayerischen Uradelsgeschlecht von Lerchenfeld, das Ende des 17. Jahrhunderts in den Grafenstand erhoben wurde. Er war das älteste Kind des Präsidenten des bayerischen Landtages Ludwig von Lerchenfeld-Köfering (1837–1907) und dessen Ehefrau Klara, geborene Gräfin von Bray-Steinburg (1848–1909). Sein Bruder Hugo (1871–1944) war bayerischer Ministerpräsident.

Er diente zunächst als Sekondeleutnant im 1. Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“ der Bayerischen Armee[1][2] und stieg bis zum Major à la suite auf.

Lerchenfeld war bayerischer Kämmerer und übernahm 1908 den umfangreichen Familienfideikommiss in der Oberpfalz.

Vom 13. März 1908 bis 1918 hatte er als erblicher Reichsrat einen Sitz in der Kammer der Reichsräte, deren Mitglieder neben den Mitgliedern der Kammer der Abgeordneten den Bayerischen Landtag bildeten.

Schon früh entwickelte er eine Leidenschaft für Biologisch-dynamische Landwirtschaft, wurde Vorstand des Generalkomitees der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft und gehörte bei der 7. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft zu München vom 8. bis 12. Juni 1893 zu den Organisatoren.[3] 1907 kam er mit Rudolf Steiner, der einer der Begründer der Anthroposophie und der spirituellen Weltanschauung war, in Verbindung und wurde sein früher Schüler. Nach dessen Ideen entwickelte er die biologisch-dynamische Landwirtschaft. Sie betrachtet den Hof als eigenständigen Organismus, der in sich geschlossene Kreisläufe von Pflanzenbau, Tierhaltung und Bodenfruchtbarkeit schafft. Von Dezember 1911 bis zur Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft Ende 1912 gehörte Lerchenfeld dem Vorstand der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft an und war Mitbegründer des „Johannesbauvereins“ und bis zum 8. Februar 1925 dessen Vorstand.

1917 trat er in die Dreigliederungsbewegung ein.

Familie

Am 24. Juli 1893 heiratete er in Maxlrain Walburga Gräfin von Arco-Zinneberg (1873–1958). Aus der Ehe sind die Kinder Ludwig (1894–1917), Joseph (1895–1936) ⚭ 1922 Sophie Gräfin von Thun und Hohenstein (1901–1981), Hugo (1896–1975) ⚭ 1931 Adriana Pauw von Wieldrecht (1907–1989), Heinrich (1897–1967) ⚭ 1932 in Wien Sarolta Gräfin Bethlen von Bethlen (1897–1964), Clara (1899–1976), Sophie (1900–1951) und Rosa (* 1910) hervorgegangen.

Siehe auch

Literatur

  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. 1922. Fünfundneunzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1921, S. 551 ff. (Digitalisat)

Einzelnachweise

  1. Militär-Handbuch des Königreiches Bayern. 1895 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Oskar Renz: Geschichte des K. B. 1. Ulanen-Regiments, Kaiser Wilhelm II., König von Preußen 1863–1898; für Unteroffiziere und Mannschaften im Auftrage des Regiments bearbeitet. 1898 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft: 7. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft zu München vom 8. bis. 12. Juni 1893. 1893 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).