Ottilienberg (Schonwald)
Schonwald
„Ottilienberg“ | ||
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Im Hintergrund links sieht man Teile des Schonwalds | ||
| Lage | Eppingen im Landkreis Heilbronn, Baden-Württemberg, Deutschland | |
| Fläche | 27,7539 ha | |
| Kennung | 200043 | |
| Geographische Lage | 49° 7′ N, 8° 56′ O | |
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| Einrichtungsdatum | 8. Dezember 2004 | |
| Verwaltung | Forstdirektion Tübingen | |
Das Gebiet Ottilienberg ist ein mit Verordnung vom 8. Dezember 2004 durch die Körperschaftsforstdirektion Tübingen ausgewiesener Schonwald (Schutzgebiet-Nummer 200043) in Baden-Württemberg.
Lage
Das Schutzgebiet befindet sich an der südwestlichen Flanke des Ottilienbergs, südöstlich von Eppingen und wird von der L1110 in Richtung Kleingartach in zwei Teile getrennt. Es liegt im Forstbezirk Eppingen im Stadtwald Eppingen und umfasst Teile der Abteilungen 13 und 17 des Distriktes 1 „Hardwald“.[1] Der Schonwald liegt im FFH-Gebiet Heuchelberg und Östlicher Kraichgau sowie im Naturpark Stromberg-Heuchelberg. Der Hellbach fließt durch den Schonwald und der Jägersee liegt im Schonwald.
Im Schutzgebiet liegen sieben Biotope: Altholzrest am Ottilienberg mit der Biotopnummer 268191256208, Eichen-Hainbuchenwald am Ottilienberg mit der Biotopnummer 268191252842, Klinge und Bach am Jägersee mit der Biotopnummer 268191256214, Stukturreicher Wald S Ottilienberg mit der Biotopnummer 268191256209, Pflanzenstandort O Jägersee mit der Biotopnummer 268191256211, Pflanzenstandort am Jägersee mit der Biotopnummer 268191256212 und Feuchtgebiet O Jägersee mit der Biotopnummer 268191256213.
Geologie
Bei dem Untergrund handelt es sich um einen mäßig trockenen Tonhang. Die Kuppe des Ottilienbergs besteht aus Gestein der Stuttgart-Formation.
Vegetation
Im Schonwald kommen laut Waldbiotopkartierung die folgenden Pflanzen vor: Feldahorn, Berg-Ahorn, Knoblauchsrauke, Bärlauch, Aronstab, Winkel-Segge, Gemeine Hainbuche, Großes Hexenkraut, Echter Wurmfarn, Rotbuche, Gemeine Esche, Gemeiner Hohlzahn, Waldmeister, Gundermann, Gemeiner Efeu, Kleines Springkraut, Wald-Flattergras, Waldkiefer, Echte Schlüsselblume, Vogelkirsche, Traubeneiche, Feld-Rose, Hundsrosen, Himbeere, Brombeeren, Krauser Ampfer, Knotige Braunwurz, Elsbeere, Wald-Ziest, Große Brennnessel, Wald-Veilchen, Eremit, Wald-Zwenke, Blaugrüne Segge, Wald-Segge, Schatten-Segge, Roter Hartriegel, Zweigriffeliger Weißdorn, Wald-Knäuelgras, Rasen-Schmiele, Verschiedenblättriger Schwingel, Wald-Labkraut, Echte Walnuss, Europäische Lärche, Erdbeer-Fingerkraut, Schlehdorn, Gewöhnliche Goldrute, Spitzahorn, Schwarz-Erle, Buschwindröschen, Ackerwinde, Gemeine Hasel, Drahtschmiele, Gewöhnlicher Dornfarn, Wald-Erdbeere, Gewöhnliche Goldnessel, Echte Nelkenwurz, Gelbe Teichrose, Weiße Seerose, Gemeine Fichte, Hain-Rispengras, Wolliger Hahnenfuß, Stachelbeere, Schwarzer Holunder, Winterlinde, Bechsteinfledermaus, Pfirsichblättrige Glockenblume, Nesselblättrige Glockenblume, Berg-Segge, Schöllkraut, Gewöhnliche Waldrebe, Breitblättrige Stendelwurz, Gewöhnlicher Spindelstrauch, Kletten-Labkraut, Ruprechtskraut, Gewöhnlicher Liguster, Mauerlattich, Vielblütige Weißwurz, Kriechender Hahnenfuß, Gewöhnliche Robinie, Sal-Weide, Gewöhnlicher Klettenkerbel, Echter Baldrian, Echter Ehrenpreis, Weiße Schwalbenwurz, Maiglöckchen, Süße Wolfsmilch, Purpur-Knabenkraut, Einbeere, Zweiblättrige Waldhyazinthe, Stieleiche, Fuchssches Greiskraut, Große Sternmiere, Wald-Engelwurz, Wald-Frauenfarn, Schwarze Tollkirsche, Sumpf-Segge, Wechselblättriges Milzkraut, Kohldistel, Sumpf-Kratzdistel, Behaarte Karde, Sumpf-Schachtelhalm, Gewöhnlicher Wasserdost, Scharbockskraut, Mädesüß, Echter Hopfen, Großes Springkraut, Flatter-Binse, Gefleckte Taubnessel, Gemeiner Rainkohl, Pappeln, Hohe Schlüsselblume, Adlerfarn, Kratzbeere, Silber-Weide, Geflügelte Braunwurz, Rote Lichtnelke, Bittersüßer Nachtschatten, Flatterulme, Blauer Wasser-Ehrenpreis, Bachbunge.
Im Biotop Altholzrest am Ottilienberg wurde bei einer Zählung im Jahr 2014, die von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg durchgeführt wurde, die Käferart Eremit gefunden. Im Biotop Klinge und Bach am Jägersee wurde bei einer Zählung im Jahr 2014, die ebenfalls von der LUBW durchgeführt wurde, die Bechsteinfledermaus gefunden. Beide Arten sind von der LUBW als in Deutschland stark gefährdet eingestuft.
Schutzzweck
Der Schutzzweck des Schonwalds ist gemäß Schutzgebietsverordnung
- Erhaltung, Pflege und Verjüngung standortstypischer und naturnaher Waldgesellschaften (Eichen-Hainbuchenwald, Buchen-Eichenwald, Bach-Eschenwald) mit seinen z. T. seltenen Tier- und Pflanzenarten im Sinne der FFH-Erhaltensziele;
- So lang wie möglich, die Erhaltung des mittelwaldähnlichen Waldbildes im oberen Schonwaldbereich.
- Erhaltung des Vorkommens der Lebensstätten von Arten nach der FFH-Richtlinie.
Betreuung
Wissenschaftlich betreut wird der Schonwald durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (BVA).
Siehe auch
Weblinks
- Steckbrief des Schonwaldes im Schutzgebietsverzeichnis der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg mit Verordnung, Datenauswertebogen und Karte
- Aussichtspunkt Ottilienberg