Oskar Poelchau

Harald Oskar Georg Poelchau (* 20. Februarjul. / 4. März 1835greg. in Riga, Gouvernement Livland, Russisches Kaiserreich; † 9. Maijul. / 21. Mai 1882greg. in Riga) war ein deutschbaltischer Maler, Zeichenlehrer und Fachschuldirektor.

Leben und Wirken

Der Vater Peter Poelchau war lutherischer Theologe und später Bischof in Riga, die Mutter war Charlotte Hielbig. Oskar Poelchau besuchte das Landesgymnasium in Birkenruh von 1849 bis 1855.[1] Anschließend studierte er Mathematik und Chemie an der Kaiserlichen Universität Dorpat von 1856 bis 1858, dann Architektur und Bildhauerei an der Kunstakademie in Berlin, dann Bildhauerei in Karlsruhe bei Cauer. Wegen einer Lähmung des Arms wandte er sich der Malerei zu und studierte in Weimar unter anderem bei Friedrich Preller.

Seit 1868 lebte Oskar Poelchau wieder in Riga, wo er zunächst bei der Riga-Dünaburger Eisenbahn-Gesellschaft angestellt war. Danach war er als Zeichenlehrer tätig. 1872 wurde er Direktor der Gewerbeschule des Gewerbe-Vereins, die er in den folgenden Jahren erheblich erweiterte.[2] Er war auch in weiteren ehrenamtlichen Funktionen tätig und unterrichtete am Polytechnikum und an der Stadt-Realschule. Nach seinem Tod 1882 gründeten seine Schüler die Oskar-Poelchau-Prämienstiftung.[3]

Familie und Nachlass

Oscar Poelchau war mit der Kaufmannstochter Emilie Schummer (* 1840) seit 1869 verheiratet. Sie hatten drei Töchter.[4]

  • Helene Catharina Charlotte (1870–1962), heiratete Adolph von Stritzky, Brauereiunternehmer und Sohn von Christian von Stritzky
  • Emilie Charlotte (1873–1944), heiratete Eduard von Kirschten
  • Mathilde (1876–1951), heiratete Eduard von Hake

Einige Aquarelle von Oskar Poelchau befinden sich im Kunstmuseum Riga, weitere in Privatbesitz.[5][6]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Deutschbaltisches biographisches Lexikon 1710–1960, 1970, S. 595, mit biographischen Details, auch Grabrede von Eduard Hollander, 1882, S. 646
  2. Eduard Hollander, 1882, S. 648f., Grabrede mit ausführlicher Würdigung seiner Leistungen für die Gewerbeschule
  3. Rigasches Adressbuch, 1912, Sp. 237 (mittlere Spalte unten)
  4. Oscar Poelchau Genealogy
  5. Friedrich von Boetticher, Meisterwerke des neunzehnten Jahrhunderts, Zweiter Band, Dresden 1898, S. 297, mit Angaben zu einigen Kunstwerken
  6. Catalog der Rigaschen culturhistorischen Ausstellung, Riga 1883, S. 66, 226, mit Angabe von drei Aquarellen bzw. Zeichnungen von Oscar Poelchau