Opatovec
| Opatovec[1][2] | ||||
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| Basisdaten | ||||
| Staat: | Tschechien | |||
| Region: | Pardubický kraj | |||
| Bezirk: | Svitavy | |||
| Fläche: | 707 ha | |||
| Geographische Lage: | 49° 48′ N, 16° 29′ O | |||
| Höhe: | 438 m n.m. | |||
| Einwohner: | 738 (1. Jan. 2023)[3] | |||
| Postleitzahl: | 568 02 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | E | |||
| Verkehr | ||||
| Bahnanschluss: | Brno–Česká Třebová | |||
| Nächster int. Flughafen: | Brno | |||
| Struktur | ||||
| Status: | Gemeinde | |||
| Ortsteile: | 4 | |||
| Verwaltung | ||||
| Bürgermeister: | Lukáš Kudrna | |||
| Adresse: | Opatovec 40 56802 Svitavy 2 | |||
| Gemeindenummer: | 572721 | |||
| Website: | www.opatovec.cz | |||
Opatovec (deutsch Überdörfel) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt fünf Kilometer nördlich von Svitavy (Zwittau) und gehört zum Okres Svitavy.
Geographie
Opatovec liegt in einer Höhe von ~438 m. Die höchste Erhebung im Gemeindegebiet beträgt 465 m. Es gibt mit dem Sychrovec (Sichlowitzer-Teich) und dem Pařez (Stöckel-Teich) zwei künstlich angelegte Fisch-Teiche, die überwiegend durch den Mikulečský potok (Nikeler-Bach) gespeist werden.
Nachbarorte mit direkten Gemarkungsgrenzen sind Opatov (Abtsdorf) im Norden, Dětřichov u Svitav (Dittersdorf) im Osten, Svitavy (Zwittau) im Süden, Kukle (Kukele) im Südwesten und Mikuleč (Nikl) im Westen.[4]
Gemeindegliederung
Die politische Gemeinde Opatovec besteht aus den Ortschaften Opatovec (Überdörfel), Košíře (Körber), Český Lačnov (Böhmisch Lotschnau) und seit 1950 Stary Valdek (Alt Waldeck) mit Nový Valdek (Neu Waldeck).[5]
Geschichte
Ottokar II. Přemysl förderte die Besiedelung der Region des Schönhengstes (Hřebečsko). In diesem Zusammenhang kam es auch zur Gründung von Abtsdorf durch den Abt Hermann, die für 1248 angenommen wird. Angeworbene Siedler aus Oberfranken machten das Land urbar.
- Überdörfel (auch Klein-Abtstorff, Oberdorfl, Uiberdörfl) wird in mehreren Urbarien seit dem 15. Jahrhundert erwähnt. Es entstand wahrscheinlich im Laufe der Zeit durch Abtsdorfer Bauernsöhne, die hier ihre Hofstellen errichteten, da sie in Abtsdorf keinen Grund erwerben konnten.
- Böhmisch Lotschnau (auch Viertel-Lotschnau, Kitzig) wurde um 1650, mit Beginn der zweiten Besiedlungswelle, als Dominikaldorf angelegt.
- Körber wurde 1691 als Dominikaldorf durch die Herrschaft Leitomischl gegründet.
- Die Gründung von Alt-Waldeck erfolgte 1696.
- Neuwaldeck wurde 1760 gegründet.
Bis 1918 gehörte die Katastralgemeinde Überdörfel zur Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. Von 1918 bis 1938 gehörte Opatovec zur Ersten Tschechoslowakische Republik. Von 1938 bis 1945 gehörte Überdörfel durch den Anschluss des Sudetenlandes zum Deutschen Reich.
Von 1793 bis 1796 wurde die Kirche zu Ehren Maria Geburt in Körber errichtet. 1850 entstand die Kapelle zu Ehren des böhmischen Landesheiligen Wenzel und die Schule in Überdörfel. Um 1860 wurde die Schule in Körber gebaut und 1895 aufgestockt. 1903 wurde in Überdörfel die Freiwillige Feuerwehr gegründet. 1925 wurde in Überdörfel der Friedhof angelegt.
Überdörfel war von seiner Gründung bis 1945 eine überwiegend von Deutschen bewohnte Gemeinde. Als Ergebnis des Zweiten Weltkriegs wurden die Bewohner gezwungen, ihre Häuser am 29. Juni 1945 innerhalb einer Stunde zu verlassen und sie wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Danach wurde Opatovec durch Tschechen aus anderen Regionen der Tschechoslowakei wieder besiedelt.[6][7][8][9][10]
Sehenswürdigkeiten
- Wenzels-Kapelle
- Kirche Maria-Geburt in Košíře
- die in dieser Gegend typischen Bauerngehöfte („Schönhengster Vierkanter“)
- Bildstöcke und Heiligenstatuen
Wirtschaft und Infrastruktur
Opatovec war und ist eine landwirtschaftlich geprägte Gemeinde. Es gibt eine Landwirtschaftliche Genossenschaft, zwei Autowerkstätten, einen Friseur, zwei Lebensmittelgeschäfte und am Pařez/Stöckel-Teich einen Camping/Wohnmobil-Platz. An den Bahnhaltepunkten Opatov und Opatovec[11] halten Nahverkehrszüge der Strecke Letovice–Česká Třebová. Die Ortstraße führt direkt zu den in der Nähe liegenden Fernverkehrsstraßen E442 und E461. Der Ort wird durch eine Buslinie angefahren.[12]
Literatur
- Viktor Hrubesch, München, Druck: Kastner & Callway, 1989: Heimatbuch für Überdörfel, Körber und Böhmisch-Lotschnau
Einzelnachweise
- ↑ Statistik Opatovec. Obec Opatovec (tschechisch).
- ↑ Anschrift Opatovec. Obec Opatovec (tschechisch).
- ↑ Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2023 (PDF; 602 kB)
- ↑ Geografie Opatovec. cuzk.cz (tschechisch).
- ↑ Historický lexikon obcí České republiky 1869–2011. Czech Statistical Office (tschechisch).
- ↑ Flurkarte Uiberdörfl 1839. cuzk.cz (tschechisch).
- ↑ Überdörfel mit Körber und Böhm.Lotschnau. schoenhangstgau.eu
- ↑ Der Schönhengstgau. Schönhengster Heimatbund e.V.
- ↑ Die Gemeinden und Ortschaften des Landkreises Zwittau 1939. www.zwittau.de
- ↑ Viktor Hrubesch, "Heimatbuch für Überdörfel, Körber und Böhmisch-Lotschnau" S.80/Vertreibung/Bericht von Franz Klaschka,Überdörfel Nr.21
- ↑ Bahn Opatovec. České dráhy (tschechisch).
- ↑ Gewerbe Opatovec. Obec Opatovec (tschechisch).