Ongpo-ri
| Ongpo-ri | |||
|---|---|---|---|
| Koreanisches Alphabet: | 옹포리 | ||
| Chinesische Schriftzeichen: | 瓮浦里 | ||
| Revidierte Romanisierung: | Ongpo-ri | ||
| McCune-Reischauer: | Ongp’o-ri | ||
| Basisdaten | |||
| Provinz: | Jeju-do | ||
| Koordinaten: | 33° 24′ N, 126° 15′ O | ||
| Einwohner: | 1486 | ||
| Gliederung: | 1 Haengjeong-ri | ||
| Karte | |||
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Ongpo-ri (kor. 옹포리, Hanja 瓮浦里) ist ein Ri auf der südkoreanischen Insel Jejudo.
Geografie
Ongpo-ri liegt an der nördlichen Küste der Vulkaninsel Jejudo am Gelben Meer. Der Küstenzugang ist etwas über einen Kilometer lang und besteht zu weiten Teilen aus vulkanischem Gestein. Der Ongpocheon fließt aus Süden entlang der östlichen Grenze. Zuerst folgt er für etwa 550 Meter der Grenze zu Myeongwol-ri und gleich darauf etwa 850 Meter entlang der Grenze zu Dongmyeong-ri. Auf den letzten 90 Metern bis zur Mündung ins Meer liegen jedoch beide Flussufer vollständig auf dem Gebiet von Ongpo-ri. Der Ongpocheon wird von Quellwasser gespeist, wodurch er im Gegensatz zu vielen Flüssen auf Jejudo nahezu immer wasserführend ist.[1] Die Bucht, in die der Ongpocheon mündet, ist durch einen künstlichen Wellenbrecher bis auf einen kleinen Durchlass vollständig umschlossen.
Der Ort liegt in der Provinz Jeju und gehört zum Verwaltungsgebiet der Stadt Jeju-si. Es ist Teil der Eup Hallim-eup und grenzt an die Dörfer Hyeopjae-ri (Westen und Süden), Myeongwol-ri (Südosten) und Dongmyeong-ri (Osten). Gegenüber der Mündungsbucht des Ongpocheon befindet sich Hallim-ri. Das Ri besteht aus einem einzigen administrativen Gebiet (Ongpo-ri) mit 22 Ban. Folgende natürliche Ortsbezeichnungen sind amtlich erfasst: Daehwa-dong, Junghwa-dong und Geumjeong-dong.[2]
Geschichte
Der Hafen im heutigen Ongpo-ri entstand vermutlich während der Goryeo-Dynastie. In historischen Quellen wird er „Myeongwolpo“ und „Dokgae“ genannt. Der Name „Myeongwolpo“ leitet sich davon ab, dass das Gebiet bis Anfang des 18. Jahrhunderts Teil des heutigen Myeongwol-ri war und als Hafen für die Festung in Myeongwol-ri diente. Bei „Dokgae“ handelt es sich um den Namen für den Weiler, der um den Hafen entstand und der wahrscheinlich aus dem Militärhafen gebildet wurde.[3] „Dok“ oder „Deok“ bedeutet im Dialekt von Jeju „Hafen“.[4] Heute wird der Hafen sowohl als Ongpopogu als auch als Dokgae bezeichnet. Während der Sambyeolcho-Rebellion landeten 1270 Truppen der koreanischen Rebellen im Myeongwolpo und besiegten die Truppen von Goryeo auf Jeju. Auch die von Goryeo daraufhin entsandten Truppen gingen dort an Land. 1300 wurde Myeongwol-ri zum lokalen Zentrum des neu gegründeten Myeongwol-hyeon und der Hafen im heutigen Ongpo-ri entwickelte sich zum wichtigsten der Region. Auch Truppen zur Unterdrückung der Mokjo-Rebellion landeten 1374 im Myeongwolpo. Erst 1510 entstand jedoch eine Festung, die den strategisch wichtigen Punkt sicherte. Dies geschah zum Schutz vor japanischen Landungen, da japanische Schiffe Biyangdo bereits als Ankerplatz nutzten. Die Überreste der Festung befinden sich auf dem Grenzgebiet zwischen Dongmyeong-ri und Myeongwol-ri.[3]
Der Tempel Wolgyesa am Ongpocheon, dessen Name früher Wolgyecheon war, entstand vermutlich während der Goryeo-Dynastie. Die ältesten erhaltenen Quellen stammen jedoch erst aus der Joseon-Dynastie. Im 18. Jahrhundert wurde der Tempel aufgegeben. Der heutige Wolgyesa in Ongpo-ri wurde 1934 als Geumgangsa gegründet und 1984 in Anlehnung an den älteren Tempel zu Wolgyesa umbenannt.[5]
Während der japanischen Herrschaft über Korea wurde ab 1912 eine Ringstraße auf Jejudo gebaut. Die durch Zwangsarbeiter errichtete Straße ließ Ongpo-ri zum wirtschaftlichen Zentrum der Region heranwachsen. Kurz nach der Straße wurde ein Postamt, ein modernes Krankenhaus und mehrere Fabriken gebaut. Letztere siedelten sich in Ongpo-ri scheinbar aufgrund der guten Wasserqualität an. Einige der Fabrikgebäude stehen immer noch in Ongpo-ri, aber alle sind verlassen oder beschädigt. Beispielsweise stehen noch immer die Gebäude einer Konservenfabrik, die während des Pazifikkriegs bis zu 400 Rinder täglich verarbeitet hatte, sowie einer Anfang der 1930er-Jahre eröffneten Fabrik zur Gewinnung von Iod aus Algen.[6]
Anfang des 18. Jahrhunderts wurde Dokgae von Myeongwol-ri abgetrennt, 1892 nannte man das Dorf Deokpo-ri und um 1914 wurde der Ort zu Ongpo-ri umbenannt.[4]
Infrastruktur
Verkehr
Die Provinzstraße 1132, die bis 2006 als Nationalstraße 12 bezeichnet wurde,[7][8] durchquert den südlichsten Teil für wenige hundert Meter von Nordosten nach Südwesten. Die Hallimhaean-ro ist eine Küstenstraße, die über 12 km der gewundenen Nordküste von Jejudo folgt. Sie beginnt in Ongpo-ri, führt über den Wellenbrecher der Ongpocheonmündung nach Hallim-ri und endet in Gwideok-ri.[9] Die Hallim-ro beginnt im Zentrum von Hallim-ri und führt über eine Brücke bei der Mündung entlang der ganzen Küste von Ongpo-ri. Sie verbindet Ongpo-ri mit allen westlich gelegenen Ortschaften an der Küste bis und mit Wollyeong-ri. Die Wolgye-ro beginnt an der Küste von Ongpo-ri und durchquert nahezu ganz Ongpo-ri in Richtung Inland. Dabei kreuzt sie die Provinzstraße 1132 und endet in der Provinzstraße 1120 im benachbarten Myeongwol-ri.
Wirtschaft
Die Fischerei ist die wichtigste Einkommensquelle in Ongpo-ri. Besonders wichtig ist der Fang von Meeresschnecken und Seeohren.[4]
Am westlichen Rand des Küstengebiets befindet sich der kleine natürliche Fischereihafen Ongpopogu. Er wird von einem künstlichen Wellenbrecher geschützt, an dessen Spitze ein moderner Leuchtturm steht.[10]
Früher wurden in Ongpo-ri hauptsächlich Gerste und Hirse angebaut. 2006 wurde jedoch vor allem Knoblauch und Frühlingszwiebeln angebaut.[4]
Religion
Am Ongpocheon liegt der 1934 gebaute buddhistische Tempel Wolgyesa des Taego-Ordens.[5] In Ongpo-ri befindet sich zudem der 1959 gebaute Tempel Ongpopogyodang der Sekte Ilbung Seonggyojong.[11]
Bildung
- Oberschule Hallim.[12]
Bevölkerungsentwicklung
| Jahr | Bewohner | Haushalte | Quelle |
|---|---|---|---|
| 2006 | 1630 | 616 | [4] |
| 2023 | 1520 | 783 | [13] |
| 2024 | 1563 | 814 | [13] |
| 2025 (Oktober) | 1486 | 784 | [13] |
Einzelnachweise
- ↑ 옹포천. In: visitjeju.net. Jeju Tourism Organization, abgerufen am 30. November 2025 (koreanisch).
- ↑ 부록2_자연마을현황_(2023.12.31.기준 수정 요청)_자치행정과. (Excel in ZIP-Ordner; 151 kB) In: jejusi.go.kr. Jeju-si, 31. Dezember 2023, S. 1, abgerufen am 30. November 2025 (koreanisch).
- ↑ a b 옹포리 명월포전적지. In: jejuhistory.co.kr. Go Yeong-cheol, 24. Januar 2012, abgerufen am 30. November 2025 (koreanisch).
- ↑ a b c d e Gwon Sang-cheol: 옹포리. In: jeju.grandculture.net. Digitale Jeju-Kulturenzyklopädie, abgerufen am 30. November 2025 (koreanisch).
- ↑ a b Kang Seung-o: 한림읍 옹포리 ‘월계사’. In: jejubulgyo.com. Jeju Buddhist Newspaper, 7. September 2006, abgerufen am 30. November 2025 (koreanisch).
- ↑ Han Gyeong-a: 제주도민의 뼈아픈 역사와 한림읍 옹포리 공장들. In: ncms.nculture.org. The Federation of Korean Cultural Centers, abgerufen am 30. November 2025 (koreanisch).
- ↑ 제주특별자치도 설치 및 국제자유도시 조성을 위한 특별법 제251조 (도로에 관한 특례). In: law.go.kr. Ministry of Government Legislation, 1. Juli 2006, abgerufen am 30. November 2025 (koreanisch).
- ↑ Hong Sun-jae: 제주지방국토관리청 사무의 지방정부 이관에 따른 효과분석. (PDF; 1003 kB) In: jejumaeil.net. Universität Jeju, August 2012, S. 2, abgerufen am 30. November 2025 (koreanisch).
- ↑ 한림해안도로. In: visitjeju.net. Jeju Tourism Organization, abgerufen am 30. November 2025 (koreanisch).
- ↑ 옹포포구. In: visitjeju.net. Jeju Tourism Organization, abgerufen am 30. November 2025 (koreanisch).
- ↑ Kim Hyeon-jeong: 절오백 당오백 - 한림읍 옹포리 ‘옹포포교당’. In: jejubulgyo.com. Jeju Buddhist Newspaper, 12. August 2009, abgerufen am 30. November 2025 (koreanisch).
- ↑ 학교연혁. In: school.jje.go.kr. Oberschule Hallim, abgerufen am 30. November 2025 (koreanisch).
- ↑ a b c 법정동별 주민등록 인구 및 세대현황. In: jumin.mois.go.kr. Ministry of the Interior and Safety, abgerufen am 30. November 2025 (koreanisch).