Dongmyeong-ri

Dongmyeong-ri
Koreanisches Alphabet: 동명리
Chinesische Schriftzeichen: 東明里
Revidierte Romanisierung: Dongmyeong-ri
McCune-Reischauer: Tongmyŏng-ri
Basisdaten
Provinz: Jeju-do
Koordinaten: 33° 24′ N, 126° 16′ O
Einwohner: 1516
Gliederung: 1 Haengjeong-ri
Karte
Dongmyeong-ri
Dongmyeong-ri auf der Karte von Südkorea

Dongmyeong-ri (kor. 동명리, Hanja 東明里) ist ein Ri auf der südkoreanischen Insel Jejudo.

Geografie

Dongmyeong-ri liegt an der nördlichen Küste der Vulkaninsel Jejudo am Gelben Meer. Der Küstenanschluss ist auf etwa 200 Meter beschränkt und liegt vollständig hinter einem künstlichen Wellenbrecher über den die Hallimhaean-ro führt. Die Gemeinde zieht sich in einem über 5 km langen Band von Nordwest nach Südost ins Landesinnere. Der breiteste Punkt in der Nordost/Südwest-Ausdehnung ist weniger als 2 km lang. Der Munsucheon entspringt an der Grenze zu Myeongwol-ri und folgt dieser für 2,7 km von Osten nach Westen. Danach fließt er für 200 Meter durch Myeongwol-ri und mündet in den Ongpocheon. Dieser wiederum führt weiter in Richtung Norden und verzweigt sich in zwei Ströme, die 500 Meter weiter wieder zusammenfließen. Der östlichere Strom wurde künstlich geschaffen, um Kultur- und Naturerbe am Ufer des nun westlichen Flussbetts vor Starkregen zu schützen.[1] Inmitten der dadurch entstandenen Flussinsel beginnt die Grenze zwischen Dongmyeong-ri und Myeongwol-ri. Sie führt für 800 Meter entlang des Onpocheon in Richtung Norden, wobei zu Beginn ein kleines Gebiet von Dongmyeong-ri auf der Flussinsel liegt und ein nahezu identisches Gebiet gleich darauf auf der rechten Flussseite, das zu Myeongwol-ri gehört. Weiter im Norden führt der Ongpocheon für 850 Meter entlang der Grenze zu Ongpo-ri. Die Mündung liegt jedoch vollständig auf dem Gebiet von Ongpo-ri, gleich neben dem Küstenabschnitt von Dongmyeong-ri. Ein unbenannter, künstlich angelegter Seitenarm des Ongpocheon entwässert das Küstengebiet von Dongmyeong-ri und führt 1,4 km lang von Osten nach Westen. Der Ongpocheon wird von Quellwasser gespiesen, wodurch er im Gegensatz zu vielen Flüssen auf Jejudo nahezu immer wasserführend ist.[2] Über 70 % des Gemeindegebiets ist Ackerland.[3]

Früher gab es in Dongmyeong-ri viele Quellen. Die Mundumul wird auch heute noch zum Waschen und Baden verwendet, auch wenn die Wasserqualität abgenommen hat.[3] Eine weitere noch immer zugängliche Quelle ist Gaemyeongmul.[4]

Der Ort liegt in der Provinz Jeju und gehört zum Verwaltungsgebiet der Stadt Jeju-si. Es ist Teil der Eup Hallim-eup und grenzt an die Dörfer Hallim-ri (Norden), Ongpo-ri (Osten), Myeongwol-ri (Osten und Süden), Geumak-ri (Süden) und Sangdae-ri (Osten). Das Ri besteht aus einem administrativen Gebiet (Dongmyeong-ri) mit 11 Ban. Folgende historische Ortsbezeichnungen sind amtlich erfasst: Jingeun-dong, Nammun-dong, Hancheon-dong, Munsu-dong und Jungang-dong.[5]

Namensherkunft

Das heutige Dongmyeong-ri war früher ein Teil von Myeongwol-ri und das Gebiet wurde bereits vor der Trennung „Dong Myeongwol“ (kor. 동명월, deutsch: ‚Ost-Myeongwol‘) genannt.[6] Der Name „Myeongwol“ ist vermutlich auf die Redewendung „cheongpung-myeongwol“ (kor. 청풍명월, deutsch: ‚reiner Wind und heller Mond‘) zurückzuführen. Sie wird genutzt, um schöne Landschaften zu bezeichnen.[7]

Geschichte

Bei mehreren archäologischen Ausgrabungen wurden diverse frühzeitliche Funde in Dongmyeong-ri gemacht. Dabei wurden altsteinzeitliche Werkzeuge gefunden, die zu den wichtigsten paläolithischen Funden auf Jejudo gehören.[8] Etwa einen Kilometer von der Küste entfernt wurden bei Ausgrabungen 1986, 2001 und 2004 Siedlungsspuren entdeckt, die in die späte Bronzezeit bis frühe Eisenzeit datiert werden. So wurden neben Steinwerkzeugen auch Überreste von Grubenhäusern und Pfostenlöchern sowie Keramik, die teils im bronzezeitlichen Stil und teils in eisenzeitlichem Stil ist.[9]

Das Gebiet wurde früher auch Suryucheonchon (수류천촌) genannt, was als „Dorf der fließenden Wasser“ oder „Dorf an fließenden Wassern“ übersetzt werden kann und auf den Wasserreichtum hinweist.[3]

Während der Sambyeolcho-Rebellion landeten 1270 Truppen der koreanischen Rebellen im Hafen Myeongwolpo, der im heutigen Ongpo-ri liegt und besiegten die Truppen von Goryeo auf Jeju. Auch die von Goryeo daraufhin entsandten Truppen gingen dort an Land. 1300 wurde Myeongwol-ri zum lokalen Zentrum des neu gegründeten Myeongwol-hyeon. Auch Truppen zur Unterdrückung der Mokjo-Rebellion landeten 1374 im Myeongwolpo. Erst 1510 entstand jedoch eine Festung, die den strategisch wichtigen Punkt sicherte. Dies diente zum Schutz vor japanischen Landungen, da japanische Schiffe Biyangdo bereits als Ankerplatz nutzten. Im Jahr 1592 wurde die Holzfestung zu einer Steinfestung ausgebaut. Im Jahr 1976 wurden die Überreste der Festung, die auf dem Grenzgebiet zwischen Dongmyeong-ri und Myeongwol-ri stehen, in die Denkmalliste von Jeju-do eingetragen.[10][11][12] Heute stehen nur noch einige Überreste der Mauer. Insbesondere im Nordwesten wurde ein Teil der Mauer für den Bau eines Wellenbrechers in den 1960er-Jahren abgetragen.[13] Ein etwa 260 Meter Stück der südlichen Mauer wurde mitsamt einem der vier Tore rekonstruiert.[14] Der hölzerne Wachturm auf dem Tor entspricht jedoch nicht dem historischen Aussehen.[15]

Der Tempel Wolgyojeongsa wurde 1545 zur Unterrichtung lokaler Kinder in Dongmyeong-ri neben der Myeongwolseong errichtet. An dessen ehemaligem Standort entstand 1831 die private Schule Uhakdang, die 1846 aber bereits wieder geschlossen wurde. 1914 entstand die Seodang Bomyeonguisuk, die 1921 zur privaten Grundschule Guu wurde und 1934 nach Hallim-ri verlegt. Daraus entstand die heutige Grundschule Hallim.[16]

Bis 1861 war Dongmyeong-ri ein Teil von Myeongwol-ri.[17]

Infrastruktur

Verkehr

Die Provinzstraße 1132, die bis 2006 als Nationalstraße 12 bezeichnet wurde,[18][19] durchquert das nördliche Gebiet von Dongmyeong-ri von Nordosten nach Südwesten. Sie kommt dabei aus Hallim-ri und führt nach Myeongwol-ri und kurz darauf nach Ongpo-ri. Im Norden beginnt die Provinzstraße 1116 im Zentrum von Hallim-ri und führt danach für 500 Meter entlang der Grenze zu Dongmyeong-ri, bis sie ins Gemeindegebiet eintritt. Sie geht von der nördlichsten Grenze von Dongmyeong-ri bis fast ganz in den Süden. Dabei kreuzt sie zuerst die Provinzstraße 1132 und später trifft die Provinzstraße 1136, die bis 2006 die Nationalstraße 16 war,[18][19] aus Sangdae-ri orthogonal auf die Provinzstraße 1116. Beide Straßen führen auf derselben Strecke weiter in Richtung Süden. Dabei folgen sie der Grenze zwischen Sangdae-ri und Dongmyeong-ri für etwa 400 Meter. Die Provinzstraße 1116 führt weiter bis an die Südküste, während die Provinzstraße 1136 in Geumak-ri nach Westen abbiegt. Die Provinzstraße 1120 beginnt bei einer Abzweigung der Provinzstraße 1116, während letztere an der Grenze Hallim-ri/Dongmyeong-ri entlang führt, und geht durch das nördliche Dongmyeong-ri nach Südwesten in eine Kreuzung mit der Provinzstraße 1132. Dabei durchquert die Straße die Überreste und die rekonstruierte südliche Mauer der Myeongwolseong. Nach der Kreuzung führt die Straße für etwa 650 Meter entlang der Grenze zu Myeongwol-ri bevor sie ebenda hin führt.

Mehrere Buslinien bedienen Haltestellen entlang der Provinzstraßen.

Der Batdamgil (밭담길) ist ein Rundweg in Dongmyeong-ri, der entlang der im Ort häufigen Trockensteinmauern (kor. 밭담, rev. Batdam) führt und an kulturellen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.[4]

Wirtschaft

Die Landwirtschaft dominiert die Wirtschaft Dongmyeong-ris und über 70 % der Fläche wird dafür verwendet. Es wird Obst und Gemüse angepflanzt.[3] Darunter Knoblauch, Paprika, Frühlingszwiebeln, Gerste, Kohl und Süßkartoffeln.[20]

Am Ongpocheon befindet sich die Wasseraufbereitungsanlage Hallim, die weite Teile des nordwestlichen Jejus mit Frischwasser versorgt.[2]

Das Kraftwerk Hallim befindet sich in Dongmyeong-ri und hat eine maximale Produktionskapazität von 105 Megawatt. Es wird mit Flüssigerdgas betrieben.[21]

Religion

Nördlich der Myeongwolseong befinden sich mehrere buddhistische Tempel. Der Geungnaksa wurde 1934 als Ableger des Baegyangsa des Jogye-Ordens gegründet.[22] Der Hwangnyongsa wurde vom Taego-Orden im Januar 1953 fertiggestellt und entstand aus dem in Sangdae-ri während des Jeju-Aufstands aufgegebenen Gwangnyongsa.[23][24] Der Cheonbulsawon (천불사원), das Hauptquartier einer kleinen buddhistischen Sekte, befindet sich ebenfalls an dieser Stelle.[4]

Bei Munsu-dong ist ein Tempel aus der Goryeo-Dynastie überliefert, dessen Standort jedoch nicht mehr bekannt ist. Während des Jeju-Aufstands wurde ein 1933 gegründeter Tempel der buddhistischen Sekte Suungyo aufgegeben, von Regierungstruppen vollständig zerstört und nicht mehr wieder aufgebaut. Seine Ruinen werden heute mit Überresten des Goryeo-Tempels verwechselt.[25]

Öffentliche Einrichtungen

Die einzige Feuerwache der Hallim-eup befindet sich in Dongmyeong-ri.[9]

Bildung

  • Mittelschule Hallim.[26]

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Bewohner Haushalte Quelle
2006 0917 333 [20]
2023 1514 729 [27]
2024 1521 728 [27]
2025 (Oktober) 1516 733 [27]

Einzelnachweise

  1. 명월리 명월대. In: jejuhistory.co.kr. Go Yeong-cheol, 5. Mai 2005, abgerufen am 30. November 2025 (koreanisch).
  2. a b 옹포천. In: visitjeju.net. Jeju Tourism Organization, abgerufen am 29. November 2025 (koreanisch).
  3. a b c d Go Eun-hui: [길에서 만난 들꽃이야기] 동명리 '수류촌 밭담길'. In: ijejutoday.com. Jeju Today, 21. März 2023, abgerufen am 29. November 2025 (koreanisch).
  4. a b c 지금 가장 제주스런 <수류촌 밭담길>. In: visitjeju.net. Jeju Tourism Organization, abgerufen am 29. November 2025 (koreanisch).
  5. 부록2_자연마을현황_(2023.12.31.기준 수정 요청)_자치행정과. (Excel in ZIP-Ordner; 151 kB) In: jejusi.go.kr. Jeju-si, 31. Dezember 2023, S. 1, abgerufen am 29. November 2025 (koreanisch).
  6. Kim Seung-tae: 걸어서 제주 속으로 3(무릉~동명). In: jejunews. Jeju Ilbo, 2. Juli 2010, abgerufen am 30. November 2025 (koreanisch).
  7. Jang Tae-uk: 제주 명월에 춘풍명월만 있었으면 좋으련만. In: jejusori.net. 6. April 2008, abgerufen am 30. November 2025 (koreanisch).
  8. Go Jae-won: 선사시대. In: jst.re.kr. Jeju Studies Archive, abgerufen am 29. November 2025 (koreanisch).
  9. a b Go Jae-won: 동명리 유적. In: jeju.grandculture.net. Digitale Jeju-Kulturenzyklopädie, abgerufen am 29. November 2025 (koreanisch).
  10. Go Chang-seok: 명월성지 (明月城址). In: encykorea.aks.ac.kr. Encyclopedia of Korean Culture, abgerufen am 29. November 2025 (koreanisch).
  11. 명월성지 (明月城址). In: heritage.go.kr. Amt für Kulturerbeverwaltung, abgerufen am 29. November 2025 (koreanisch).
  12. 옹포리 명월포전적지. In: jejuhistory.co.kr. Go Yeong-cheol, 24. Januar 2012, abgerufen am 29. November 2025 (koreanisch).
  13. 동명리 명월리 명월진성. In: jejuhistory.co.kr. Go Yeong-cheol, 3. November 2004, abgerufen am 29. November 2025 (koreanisch).
  14. Kim Jeong-ho: 일제강점기 사라진 성벽들 무너지는 ‘제주 명월성’ 복원 난항. In: jejusori.net. 5. April 2024, abgerufen am 29. November 2025 (koreanisch).
  15. 명월성지. In: visitjeju.net. Jeju Tourism Organization, abgerufen am 29. November 2025 (koreanisch).
  16. Go Yeong-cheol: [향토문화]벽지 자제 교육..동명리 우학당(멸실)터. In: newsje.com. Jeju Environment News, 15. September 2020, abgerufen am 29. November 2025 (koreanisch).
  17. Mun Seo-hyeon: [기획] 이 흐르는 마을… 동명정류장 카페⑥. In: jejudomin.co.kr. 20. Dezember 2019, abgerufen am 29. November 2025 (koreanisch).
  18. a b 제주특별자치도 설치 및 국제자유도시 조성을 위한 특별법 제251조 (도로에 관한 특례). In: law.go.kr. Ministry of Government Legislation, 1. Juli 2006, abgerufen am 22. November 2025 (koreanisch).
  19. a b Hong Sun-jae: 제주지방국토관리청 사무의 지방정부 이관에 따른 효과분석. (PDF; 1003 kB) In: jejumaeil.net. Universität Jeju, August 2012, S. 2, abgerufen am 22. November 2025 (koreanisch).
  20. a b Gwon Sang-cheol: 동명리. In: jeju.grandculture.net. Digitale Jeju-Kulturenzyklopädie, abgerufen am 29. November 2025 (koreanisch).
  21. Power Plants. In: kospo.co.kr. Korea Southern Power, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  22. Kim Hyeon-jeong: 한림읍 동명리 ‘극락사’. In: jejubulgyo.com. Jeju Buddhist Newspaper, 24. August 2006, abgerufen am 29. November 2025 (koreanisch).
  23. An Jong-guk: 제주불교신문 특별기획“제주 절오백”- 한국불교태고종 동명리 황룡사. In: jejubulgyo.com. Jeju Buddhist Newspaper, 31. März 2021, abgerufen am 29. November 2025 (koreanisch).
  24. Han Geum-sil: 황룡사. In: jeju.grandculture.net. Digitale Jeju-Kulturenzyklopädie, abgerufen am 29. November 2025 (koreanisch).
  25. O Seong: 동명리 사지. In: jeju.grandculture.net. Digitale Jeju-Kulturenzyklopädie, abgerufen am 29. November 2025 (koreanisch).
  26. 한림중학교. In: schoolinfo.go.kr. Ministry of Education (Südkorea), 2025, abgerufen am 29. November 2025 (koreanisch).
  27. a b c 법정동별 주민등록 인구 및 세대현황. In: jumin.mois.go.kr. Ministry of the Interior and Safety, abgerufen am 29. November 2025 (koreanisch).