Öl! (Roman)

Öl! ist ein Roman von Upton Sinclair, der zuerst zwischen Juni 1926 und März 1927 im Daily Worker, der Zeitung der kommunistischen Partei der USA, erschienen ist und die Umwandlung der amerikanischen Gesellschaft am Beginn des 20. Jahrhunderts beschreibt. Die forcierte Transformation auf der Grundlage der sich schnell entfaltenden Ölindustrie in Kalifornien wird als Entwicklungsroman einer Hauptfigur und als ein Ineinander von technischen, sozialen und politischen Veränderungen erzählt: „Eigentlich ist es die Geschichte einer völlig neuen, ölbasierten Gesellschaft, die am Anfang des 20. Jahrhunderts entsteht.“[1]

Trotz dieser „Modernität von Sinclairs Kalifornien“ bleibt sein Fokus das Öl, das diese gesellschaftlichen Entwicklungen vorantreibt und beides symbolisiert, jene großen Möglichkeiten der Ölindustrie und zugleich die Gier, mit der Individuen und Unternehmen nun um Einfluss und Profite wetteifern.[2] Sinclair beschreibt auch heute noch wichtige Trends der amerikanischen Gesellschaft mit der Entstehung der Konsumwelt des 20. Jahrhunderts, der Entwicklung der Filmproduktion inHollywood, der Jugendkultur an High-Schools und Universitäten, mit dem massenhaften Betrug kleiner Investoren und der Verarmung der unteren Schichten: „Alles in allem ist das von Sinclair gezeichnete Bild Amerikas der 1920er Jahre nicht weit entfernt vom Amerika von heute.“[3]

Zugleich ist es „der Morgen einer neuen Welt“[4] und Sinclairs Beschreibung auch eine Kulturgeschichte,[5] die die Moral nicht nur der Mittel- und Oberschicht-Jugend als sexuell freizügig und Missbrauch erleichternd darstellt. Diese Mischung aus politischen Skandalgeschichten, ethischem Nonkonformismus und moralischen Grenzüberschreitungen war wegen der Länge des Romans und der politischen Position des Autors kein Rezept für einen Bestseller, aber nach einer Bemerkung Sinclairs in einem Brief von 1925 doch das Beste, was er je geschrieben habe.[6]

Übersicht

Die Erzählung beginnt 1912 mit einer langen Autofahrt der Protagonisten James Arnold Ross, des neunundfünfzigjährigen Dad, und seines Sohnes Bunny, der anfangs dreizehnjährigen Hauptperson, die zu einem geschäftlichen Treffen in Süd-Kaliforniens in der Nähe von Los Angeles unterwegs sind. Dad, der als Maultiertreiber begonnen hat, ist inzwischen sehr erfolgreich im Ölgeschäft. Er lässt sich oft von seinem Sohn bei seinen Unternehmungen begleiten, um seinen Erben von klein auf mit dem Geschäft vertraut zu machen.

Auf einem Jagdausflug stoßen sie in den Bergen auf Oberflächenöl und Dad kauft die Farm der Familie Watkins und große umliegende Gebiete: „Entweder sitzen wir in der ersten Reihe im Ölgeschäft oder wir werden die Ziegen- und Schafkönige Kaliforniens!“[7] Aber sie haben Glück und während Bunny High-School, College und Universität durchläuft, kann Dad sein Ölgeschäft umsichtig vergrößern und leitet bald das größte unabhängige Unternehmen der Region.[8] Da sich Bunnys Vater mit dem wachsenden Geschäft an seine Grenzen stößt, nimmt er den ebenfalls unabhängigen Ölunternehmer Vernon Roscoe als Teilhaber auf.[9]

Bei einem Streik der Ölarbeiter erlebt Bunny zum ersten Mal den Gegensatz der Interessen von Kapital und Arbeit mit großen Sympathien für die Forderungen der Arbeiter: Es geht ihnen um eine Verkürzung der 12-Stunden-Schichten auf acht Stunden und um höhere Löhne. Erst durch den Eintritt der USA in den Krieg und die Notwendigkeit, kriegswichtige Branchen ungestört produzieren zu lassen, erzwingt die US-Regierung eine Einigung auf den 8-Stunden-Tag und höhere Löhne.[10]

In seiner Sorge um den in Sibirien nach dem Ende des Ersten Weltkriegs als Soldat gegen die Bolschewiki kämpfenden Paul Watkins, den mit ihm befreundeten Farmersohn,[11] sucht Bunny, der „Ölprinz“, nach Erklärungen und erzählt den Jugendlichen in seiner Oberklassen-Umgebung treuherzig von seinen regierungskritischen Informationen: Den westlichen Regierungen ging es allein um die Rückzahlung der Kredite durch das Zarenreich, was die Bolschewiki abgelehnt hätten, sodass die Banken der Alliierten eine andere Regierung installieren wollten.[12] Das führt dazu, dass Bunny mit gerade 20 Jahren schon Thema einer Geheimdienstakte wird und seine Schwester ihm wiederholt vorwirft, er würde ihre gesellschaftliche Karriere stören.[13] Die Repression der Universität gegen die kleine linke Studentengruppe, die Horrorberichte der lokalen Zeitungen, und die Polizeiaktionen gegen streikende Arbeiter werden zu weiteren Lernschritten Bunnys weg von seiner Naivität. Pauls Bericht über den amerikanischen Truppeneinsatz in Sibirien im Krieg der „Weißen“ gegen die „Roten“ und seine Hintergründe, die von den Zeitungen verschwiegen werden, verwandeln seine Einstellung zum amerikanischen Kapitalismus und entfernen ihn von seinem politisch toleranten Vater.

Ein Nebeneffekt der ungeheuren finanziellen Möglichkeiten der Industrie ist die Bestechung auch der Gewerkschaftsfunktionäre, die aus Angst vor dem Verlust ihrer Privilegien die Sozialisten und Kommunisten unter den Arbeitern an die Unternehmer verraten und zu schnellen Kompromissen bei Lohn und Arbeitszeiten bereit sind.[14] Auch die Auseinandersetzungen innerhalb und zwischen den linken Bewegungen über die Vorgänge in Russland und die besten Mittel im Kampf gegen den Kapitalismus erschüttern Bunnys Annahmen über den Lauf der Welt ebenso wie die Abwehrmaßnahmen der Ölbosse mit Schlägern, Spionen und Provokateuren. Immer wieder hilft Bunny seinen Freunden, indem er sie aus den Gefängnissen freikauft – und damit auch sein Gewissen erleichtert.[15] Er setzt sich für seine linken Kommilitonen an der Universität ein und muss dabei erleben, dass ironischerweise die Aufhebung einer ungesetzlichen Verhaftung bei einem Streik nur durch eine sonst ihm verhasste Bestechung möglich wird.[16] Als Dad ihm ein festes Monatseinkommen von 1000 Dollar anbietet, plant Bunny damit sofort die Finanzierung einer kleinen sozialistischen Postille. Seine linke jüdische frühere Kommilitonin Rachel Menzies wird seine Chefredakteurin.[17]

Auf dem Landsitz von Roscoe in Kalifornien lernt Bunny einen Film-Star kennen und lieben, die lebenskluge Viola Tracy, die mit 15 begonnen hatte, sich für ihren Einstieg ins Filmgeschäft mit Männern in Hollywoods Betten zu legen.[18] Ihre Ansichten über Gesellschaft und Politik trennen sie mehr von Bunny, als dass der Sex sie verbindet. Erst mit dem Ende ihrer dreijährigen Beziehung endet für Bunny die ambivalente Teilhabe an den Kulturen von Kapital und Arbeit, von Luxus und Armut: „Damit endete ein Kapitel in Bunnys Leben.“[19]

Bunnys Vater und sein Compagnon Vernon Roscoe planen nun eine weit in die Politik hinauf reichende Korruption, zu der sie sich durch ihre größeren Rivalen genötigt sehen: „Wir werden dieses Land nach unseren Geschäftsinteressen führen“. Aber die Korruption der Regierung in Washington ist schwieriger als gedacht, ihre Gegner streuen Gerüchte über den Umfang eines präsidentiellen Netzwerks, eine offizielle Untersuchung beginnt und Dad und Verne fliehen nach Europa.[20] Roscoe nutzt seine neue europäische Übersicht pragmatisch, fokussiert die Geschäftsinteressen nun auf das Öl im Vorderen Orient und überzeugt das US-Außenministerium, den Briten dort nicht das Feld zu überlassen – für die dankbaren Spitzenbeamten spielen Dad und Vernon bald keine Rolle mehr in der Korruptionsaffäre, die sich in den USA mehr und mehr auf ihre Handlanger in den Behörden konzentriert.[21]

Nach etwa einem Jahr in Europa stirbt Dad an einer Lungenentzündung. Er war frisch verheiratet mit einer obskuren, spiritistischen Person – unter seinen Papieren wird das Bunny angekündigte Testament nicht mehr gefunden. Bunny reist in die USA zurück und er und seine Schwester bekommen nur noch die Überreste von Dads einst florierendem Unternehmen, dessen größere Anteile sich Roscoe und Dads Witwe unter zweifelhaften Umständen aneignen. Mit seinem Erbe plant Bunny den Aufbau einer sozialistischen Arbeiter-Akademie, bei deren Leitung er sich auf die Jüdin Rachel Menzies stützen kann, die seinen sie überraschenden Heiratsantrag annimmt.[22] Bei einem der nicht seltenen Angriffe eines organisierten Mobs auf eine linke Versammlung wird PaulWatkins so schwer verletzt, dass er wenig später stirbt.[23]

Erzählweise

Der Roman ist in 21 Kapitel von regelmäßig zwischen 20 und 30 Seiten und meistens 7-11 nummerierten Unterabschnitten gegliedert. Die Abschnitte widmen sich jeweils einem der für den Fortgang der Handlung relevanten Thema aus dem Kaleidoskop der Bezüge, was den Eindruck eines disziplinierten, methodischen und „bemühten“ Vorgehens nach einem Masterplan vermittelt.[24] Die Ereignisverbindungen sind weder additiv im Sinne einer Nummernrevue noch zufällig, sondern kausal und entfalten in der Textur der technischen, unternehmerischen, sozialen und politischen Beschreibungen das sozialgeschichtliche Panorama. Dessen Grundlagen werden vom Autor bis etwa zur Mitte des Romans, bis zum elften (Der Rebell) oder zwölften Kapitel (Die Sirenen) entwickelt, von der an die Dynamik sich logisch entfalten kann.

Schon der erste Satz der Erzählung fügt die Ereignisse in ein orts- und zeitgebundenes Kontinuum fest ein: „Die Straße streckte sich [...] das graue Betonband [...] Der Boden in langen Wellen [...] Der kalte Morgenwind [...].“[25] Der weitgehend auktoriale Er-Erzähler präsentiert das Geschehen im Leser-Dialog als implizite, nicht explizit eingeführte Instanz mit personalen Kommentaren wie aus eigenem Erleben: Der Wagen stieg den Hügel hinauf, „aber du hattest keine Angst, weil du wusstest, da war das magische Band auch auf der anderen Seite. [...] All die goldenen Versprechungen, die man uns gemacht hatte, die glitzernden Hoffnungen, die wir so schätzten!“[26] Auch die Modulation der Zeit orientiert sich an diesem Realismus, der in kurzen Episoden eines linearen Ablaufs weitgehend ohne Rückblenden „nach vorn“ schaut und dadurch mit großem Tempo erzählt.[27]

Diese ausführliche Beschreibung der Anfahrt von Vater und Sohn zu den Ölfeldern ist wie ein Protokoll der Vorbereitung auf die Initiation des aufmerksamen Dreizehnjährigen zum Novizen, zum jungen Geschäftsmann, der einmal seinen Vater beerben soll. Vom Anfang bis zum Ende des Romans ist dieses Lernen, die Aneignung von Möglichkeiten der Beeinflussung der Welt, das eigentliche Thema.[28] Dazu gehört, dass der Erzähler immer wieder in die Gedanken und Gefühlslagen der handelnden Personen eintaucht, nach ihren Motiven forscht und die Veränderungen ihrer Charaktere beschreibt, was nicht nur für die Protagonisten, sondern auch für Randfiguren wie Vee Tracy, später die Geliebte Bunnys, zutrifft.[29] Öl! lässt sich daher als ein ereignisorientierter und teils dramatischer Entwicklungs- oder Bildungsroman bezeichnen: Die Hauptperson, Bunny, erwirbt in einer Reihe von Lernschritten nach und nach ihre sexuellen, sozialen und politischen Erfahrungen und entwickelt sich schließlich zu einem sozialistischen Aktivisten. Das letzte Kapitel ist mit „Dedication“, mit „Hingabe“ überschrieben – Bunnys Persönlichkeitsentwicklung hat eine letzte Stufe erreicht.[30]

Da Vater Ross seinen Sohn auch zu manchen seiner Besprechungen mitnimmt, in denen er „die Gleitkufen schmiert“, bekommt Bunny seine Lektionen vom Ölgeschäft im Modus der Anschauung – erst mit dieser Figur des Lehrlings und dem Ziel seiner Ausbildung wird die investigative Genauigkeit der Schilderung krimineller Praxis auch für den Leser ein nachvollziehbares Element der Erzählung.[31] Als Erbe in spe ist Bunny sowohl familiär mit der Unternehmerseite als auch seinem Traum von sozialer Gerechtigkeit mit den Arbeitern verbunden.[32] Als dieser Teilhaber zweier Kulturen legitimiert er die ausführliche Darstellung der Standpunkte der sozialen Kräfte und Kulturen, nur diese Doppelfigur ermöglicht die anschauliche Darstellung auch der Gerüchte über Schrullen der Superreichen.[33] Mehrere Kritiker meinen, dass Öl! wegen eines Mangels an Übertreibungen vielleicht keine Satire, aber immer noch sehr witzig und unterhaltsam sei.[34]

In der Minderheit ist Edmund Gordon mit seiner Meinung, die Sprache Sinclairs sei in ihrer journalistischen Nüchternheit und Metaphernarmut zu sehr an Zola und Dickens orientiert, „ohne eine Spur von Humor“ und bediene sich einer „Vorschlaghammer-Ironie“:[35] Allerdings wird selbst ein von Seehunden umgebener skurriler Landsitz mit rheinländischer Lorelei-Schloss-Anmutung und mindestens 32 Gartenstatuen nackter Frauen an der kalifornischen Küste nicht mit uneigentlichen, sondern nur mit weltlichen Assoziationen beschrieben.[36] Eine der wenigen typisch „realistischen“ rhetorischen Figuren Sinclairs sind Aufzählungsreihen oder Ding-Kaskaden, in denen dem Leser die Genauigkeit oder Breite seiner Recherchen vorgeführt wird.[37] Auch die meist luxuriösen Automobile, die Wälder der Bohrtürme oder den Gegensatz von unverbrauchter und geschändeter Landschaft sind wiederkehrende Allegorien, die Sinclair in der Unterordnung des Plots unter das didaktische Ziel der Beschreibung technischer und sozialer Umwälzungen verwendet.[38] Michael Tondre betont, dass Sinclairs Öl! mit seiner Wichtigkeit der individuellen Fortbewegung und der auf ihr basierenden Konsumwelt die Bedingungen der modernen Literatur verändert habe: „Streng genommen sind alle modernen Romane Ölromane“, die ohne die ölgetriebenen oder -produzierten Requisiten hätten anders geschrieben werden müssen. Als Beispiele nennt Tondre Scott Fitzgeralds Der große Gatsby und Virginia Woolfs Mrs. Dalloway.[39]

Titel

Der Roman wurde zuerst nur unter dem Titel Öl veröffentlicht und erst später um das Ausrufezeichen ergänzt, das die immer wieder aufbrechenden Öl-Fontänen über den frischen Bohrlöchern in ein Schriftbild übersetzt.[40] Aber der neue Öl! -Titel sei auch ein Ausruf der Überraschung der Zeitgenossen gewesen, der ihre Assoziationen, die Hoffnungen und Warnungen spiegelte. Öl war eben nicht einfach ein Rohstoff, sondern ein Medium gesellschaftlicher Transformation, das unmittelbar nach seiner Entdeckung ein dominierendes Thema der privaten und öffentlichen Debatten nicht nur in Kalifornien wurde – so ist der neue Titel auch ein Weckruf.[41]

Produktive Korruption

Die asphaltierten magic ribbons, die Städte und Bundesstaaten verbinden, sind wirtschaftsgeschichtlich ein Symbol der mit der Fließbandfertigung des Ford-T-Modells 1908 beginnenden Zweiten Industriellen Revolution in den USA. Die Straßen und die Automobile erklären den ungeheuren Bedarf des Kontinents an Öl, an Gas, an Kraft- und Schmierstoffen für alle motorgetriebenen Maschinen zu Land, zu Wasser und in der Luft. Öl wird der wichtigste Rohstoff für unzähligen Konsumartikel aus Gummi und Plastik. Nicht nur die ausführlichen Beschreibungen der Technik des Bohrens, der Planung von Öltanks für die Zwischenlagerung, der großräumigen und großartigen Anlagen einer Raffinerie,[42] sondern auch die explizite Begeisterung des Erzählers unterstreicht seine Arbeits- und Technikaffinität: „Sie hatten eine geniale Methode und es war faszinierend, sie dabei zu beobachten. [...] Was könnte spannender sein als die Überwindung natürlicher Hindernisse [...] In dieser Branche kann man unmittelbar erleben, wie sich die Anforderung an das Management und an die Entdeckung neuer Methoden entwickelt“.[43] Das schließt den Respekt des Erzählers für eine kompetente und weitsichtige Unternehmerpersönlichkeit wie James Arnold Ross mit ein,[44] der möglichst große zusammenhängende Flächen erwirbt.

Dem Kapitalismus, so Michael Tondre, sei es dabei gelungen, die Kohle-Gesellschaft des 19. Jahrhunderts durch eine moderne Gesellschaft des 20. Jahrhunderts zu ersetzen, deren Öl-Basis durch Gewöhnung und Ideologie nahezu unsichtbar wurde.[46] Dazu habe auch Sinclairs Bewunderung der Technik und der auf die weißen Arbeiter reduzierten Teamarbeit in der Ölförderung beigetragen.[47] Dieser Verhüllungslogik des Systems folgte nach Tondre auch die von Sinclair beschriebene Filmproduktion in Hollywood, die realistische und konflikterzählende Filme allmählich durch Melodramen ersetzte.[48]

Die „außertechnischen“ Aufgaben des Ölgeschäfts werden detailliert beschrieben: Sein ganzer Rahmen erfordere möglichst stille und dadurch günstige Landkäufe, einen passenden Straßenbau wie auch die Erfindung der Aktien ohne Stimmrechte und anderer raffinierter Konstruktionen.[49] Ohne eine „Pflege der politischen Landschaft“ durch „Entschädigungen“ von Einzelpersonen und Parteien für zügige und nachhaltige Aktivitäten mit Geldzahlungen oder Gewinnbeteiligungen war das nicht sicherzustellen.[50] Dads Korruption Dritter wird mit der Unfähigkeit der politischen Elite erklärt und mit der dann größeren Passgenauigkeit und Geschwindigkeit staatlicher Aktionen gerechtfertigt. Damit stellt Sinclair das notwendig-langsame System der bürokratisierten Demokratie in Frage: „Wollten sie nun auf der Watkins-Ranch bohren oder nicht und zehn Jahre warten? Oder sollte der Beamte für Schnelligkeit und Nutzeffekt sorgen, die die Geschäftsleute brauchten und die das amerikanische System nicht liefern konnte?“[51] Mit wachsendem Geschäft wächst für Vater Ross und seinen Compagnon Roscoe auch der Umfang der Korruption, um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen: nur „aus Selbstschutz“ finanzieren sie daher den Aufstieg von Senator Harding aus Ohio zum 29. Präsidenten der USA.[52]

Kampf dem Elend

Zwischen diesen Ölgeschäften, angetrieben von ungeheuren neuen Kräften motorisierter Technik, den Gewinnen und der die Schicht der Armen vertretenden Familie Watkins,[53] entsteht das ethische Bewusstsein Bunnys: Von Anfang an belastet ihn ein Verhalten unter falschen Vorwänden und expliziten Lügen – und damit mehr und mehr auch das Verhalten seines Vaters und die mit dem Geschäft verbundene Korruption.[54] Er reagiert schon als Jugendlicher betroffen auf ein totes Eichhörnchen auf der Straße, kann „sein Leben lang nicht verstehen, wie Menschen nicht an anderen Menschen interessiert sein konnten“ und fühlt körperlichen Schmerz, wenn er seine Freunde im Gefängnis hinter Gittern sieht.[55] Sinclair zeichnet seine Hauptfigur aber auch als beschränkt durch seinen formalen Gerechtigkeitssinn, der ihn dazu bringt, den Feinden der Familie einen zweifelhaften finanziellen Anspruch zu erfüllen.[56]

Das sozialistische und das fundamental-christliche Engagement für eine Besserung der Zustände werden in ihrer Entstehung mit Paul und Eli Watkins als Brüder im Geiste und scharfe Konkurrenten personalisiert erzählt.[57] In der Entwicklung von Eli Watkins zum Priester einer Erweckungskirche schildert der Autor eine zweite, für die US-Gesellschaft wichtige Interpretation des Elends und der Erlösung, die in der Erzählung mit der Unterstützung von Vater Ross für Ruth gegen ihren prügelnden Vater Abe Watkins beginnt: „Was hätten sie gefühlt, wenn sie die Folgen ihres Scherzes [über ihre angebliche Religiosität] hätten voraussehen können – die Erweckungsbewegung, die noch ganz Kalifornien erschüttern sollte“, eine Umlenkung der Hoffnung auf göttliche Hilfe, was ganz im Interesse der Erdölbosse ist.[58] Mit Elis Sinn fürs Theater, mit seiner ungewöhnlichen Stimme und mit der Erfindung des Radios wird die Kirche der Dritten Offenbarung „eine der bekanntesten Attraktionen Südkaliforniens“, zu deren satirischer Beschreibung Sinclair vermutlich durch die Priester-Prophetin Aimee Semple McPherson und ihren Angelus Tempel (siehe Postkarte) in Los Angeles inspiriert worden ist.[59]

Als ein Schwerpunkt der Erzählung beginnt mit dem ersten Streik der Erdölarbeiter die dreifache Darstellung der auf soziale Konflikte reagierenden Argumentationen: Die Sichtweisen der Arbeiter und Sozialisten,[60] der Unternehmer[61] und der von Eli Watkins geführten Kirche der Dritten Offenbarung[62]werden ausführlich im Sinne der von Bunny vertretenen „open mind“ einander gegenübergestellt.[63] Der Roman ist daher politisch bzw. ideengeschichtlich ungewöhnlich informativ.[64] Paul Watkins, Elis Bruder, wird Bunnys wichtigster Gesprächspartner bei sozialen Themen und bis zum Ende des Romans führen sie und ihre linken Freunde Diskussionen über Demokratie und Bolschewismus, über sozialistische Reform und anarchistische Aktion.[65] Während Paul sich den Kommunisten angeschlossen hat und mit Bezug auf Russland auch einen gewaltsamen Klassenkampf nicht ausschließt, wäre die Proklamation von Gewalt aus Rachel Menzies Sicht nur ein wunderbarer Vorwand, Bunnys und ihre kleine Zeitung zu zerschlagen: Sollte der Kapitalismus durch Wahlen oder Waffen beendet werden? Erst mit der Heirat Rachel Menzies` kann sich Bunny gegen die Waffen entscheiden.[66]

Völlig ungewöhnlich für einen Bildungsroman sind die nicht nur inselhaften historischen Ausführungen über den Einsatz amerikanischer Soldaten im Ersten Weltkrieg, die Friedensverhandlungen in Versailles und den Einsatz europäischer und amerikanischer Truppen in Sibirien nach dem Ersten Weltkrieg im russischen Bürgerkrieg sowie über die Klassenkämpfe in Süd-Kalifornien. Diese Ereignisse und Entwicklungen werden in Sinclairs sozialistischer Perspektive kommentiert und fungieren als Bausteine für Bunnys politische Überzeugungen. Erst in diesem gründlich recherchierten historischen Rahmen wird die sich schärfende Kontur von Bunnys sozialer Ethik und damit seine schrittweise Charakterentwicklung nachvollziehbar.

Kritik der „Nestbeschmutzer“

Wie den auktorialen Erzähler die neuen Methoden der Naturbeherrschung und des Managements in der Ölindustrie faszinierten,[67] so galten die neuen technischen und organisatorischen Methoden auch anderen kritischen Zeitgenossen als ein zivilisatorischer Schritt in die Zukunft. Trotz aller Kritik war beispielsweise selbst für Ida M. Tarbell Rockefellers Standard Oil eines der professionellsten Unternehmen der Welt: „[Die Standard Oil Company] ist der am perfektesten entwickelte Trust, der überhaupt existiert; das heißt, sie kommt dem Idealbild eines Trusts überaus nahe, die von ihm bedienten Geschäftsfelder vollständig zu kontrollieren.“[68] J. M. Allison, Korrespondent des New York Sun, schrieb 1915, es gebe nur drei vollkommene Organisationen: „die katholische Kirche, die Standard Oil Company und die deutsche Armee.“[69]

John D. Rockeffeller war wegen seiner schrittweisen Monopolbildung in der Vermarktung von Öl schon seit den 1870er Jahren im Visier amerikanischer Gerichte. Ein zusätzlicher Anstoß der Kritik an der Ölindustrie war 1904 die Veröffentlichung von The History of the Standard Oil Company von Ida M. Tarbell, die die unternehmerische Gier und die Monopolstrategie John D. Rockefellers so anschaulich darstellte, dass der US-Kongress 1911 beschloss, Standard Oil wegen Verletzung der Sherman Antitrust-Gesetze in 34 regionale Unternehmen zu zerschlagen.[70] Da aber Absprachen zwischen den nun formal selbständigen Unternehmen nicht verboten wurden, war die Marktmacht Rockefellers nicht gebrochen.

Der unmittelbare historische Hintergrund des Romans ist der die USA erschütternde Teapot Dome Scandal Mitte der 1920er Jahre, der größte öffentliche Skandal bis Watergate (zwischen 1972 und 1974), der die Korruption bis in das Kabinett von Präsident Warren G. Harding offenlegte. Die Erzählung steht damit in der Tradition der Muckraker, der „Mistkratzer“ und „Nestbeschmutzer“ am Beginn des 20. Jahrhunderts, die als Journalisten und Schriftsteller Methoden des investigativen Journalismus anwendeten, um Korruption und Wirtschaftskriminalität offenzulegen. Von der Öffentlichkeit wurden diese Darstellungen wohlwollend als public service journalism gewertet. Offenbar sind die detaillierten Beschreibungen Sinclairs auch in Öl! von seinen gründlichen ökonomischen und politischen Recherchen geprägt. Wie aus der eigenen Praxis erzählt er beispielsweise im Roman, wie in den von Banken abhängigen Zeitungen Erkenntnisse aus Recherchen über Streiks und Skandale nicht erscheinen durften, aber von kritischen Journalisten dann unabhängigeren Redaktionen und den Muckrakern zugesteckt wurden.[71] Auch die Beschreibung der Winkelzüge Vernon Roscoes nach dem Tod von Bunnys Vater zur Aneignung der Ross-Unternehmungen setzt gründliche Kenntnisse des Aktienrechts voraus.[72]

In seinem kurzen Vorwort bekennt der Autor sich zur Schilderung wahrer Um- und Zustände, warnt aber zugleich seine Leser, hinter den handelnden Figuren reale Personen zu suchen – aus Selbstschutz wollte er sich nicht zu nah an einzelne Personen heranschreiben.[73] Die Erzählung ist dennoch weitgehend an der Karriere des Ölunternehmers Edward L. Doheny orientiert, der schon 1892 als erster in Los Angeles nach Öl gebohrt hatte. Später bestach er den ihm seit langer Zeit verbundenen Innenminister der Harding-Regierung, Bacon Fall, der deswegen ins Gefängnis musste, während Doheny freigesprochen wurde. Zwischen der Beschreibung der Schauplätze im Roman und der Topografie Südkaliforniens bestehen viele Parallelen, vor allem mit dem südöstlich von Los Angeles gelegenen Huntington Beach, das früher Pacific City hieß. „Beach City“, der Wohnort der Familie Ross, ist eine Kombination beider Namen und manche der dort erwähnten Straßennamen finden sich auf den Karten von 1920.[74]

Protagonisten

Bunny Ross, J. Arnold Ross Junior, ist die Hauptperson und reagiert schon sehr früh moralisch sensibel.[75] Anfangs ist er an Mittel- und Oberschicht-Schüler-Ritualen interessiert, dann aber gelangweilt von dieser „fashionable world“.[76] Mit 18 wird er als ein ernster, ambivalenter junger Mann auf dem Doppelweg zum Unternehmer und sozialen Reformer gezeichnet.[77]

Bunnys politische Entwicklung beginnt auf dem Niveau der Naivität seiner Gleichaltrigen des „smart set“.[78] Anfangs ohne die kleinste Spur von Fragen an der ihm vermittelten Erklärung der Welt, wachsen allmählich seine Zweifel.[79] Dennoch nutzt Bunny sein Leben lang die Vorteile seiner Herkunft, obwohl er zugleich seine sozialistische Perspektive entwickelt. Diese in narrativer Logik notwendige Doppelnatur und Mehrdeutigkeit stößt manchen Kritikern negativ auf als „Unentschiedenheit“, womit sie das narrative Basiskonzept Sinclairs ablehnen.[80] Aber gerade die Naivität Bunnys, seine kritischen Fragen und seine Empörung spiegeln die Machenschaften der Ölbosse dem Leser vergrößernd zurück.[81] Gleichwohl bekennt der Erzähler die Konstruiertheit dieser Doppelnatur, indem er Bunnys Anhänglickeit an Paul Watkins als „etwas unnatürlich“ bezeichnet.[82]

James Arnold Ross, manchmal vertraulich auch „unser Dad“,[83] hat als Maultiertreiber angefangen,[84] spricht ein „besonders krudes Englisch“ und gibt sich damit herkunftsbewusst-jovial,[85] ist am Wohlergehen seiner Ölarbeiter interessiert und kann auch die Forderungen seiner Arbeiter nach Erhöhung der Löhne und Verbesserung der Arbeitsbedingungen verstehen.[86] Als Unternehmer ist er vorsichtig und erfolgreich[87] und bei Bunnys Skrupeln vor der Nutzung der Watkins-Ranch für Ölbohrungen so rücksichtsvoll, seine Pläne erst nach dem Auftreten von Konkurrenten in der Nähe zu konkretisieren. Auch nimmt er Rücksicht auf Bunnys Verwirrung in dessen erster Liebe.[88] Dads Arbeitswut, seine Fokussierung und geschäftliche Härte wird mit der gescheiterten Liebe zu seiner ersten Frau erklärt, der Mutter Bunnys, die ihn wegen einem damals erfolgreicheren Handelsvertreter verlassen hatte.[89] Insgesamt zeichnet Sinclair den Vater trotz seiner Verwicklung in Korruption als einen respektablen, da auch in Grenzen sozial denkenden Kapitalisten, der sich in höherem Alter bei angegriffener Gesundheit in Sorge um ein vielleicht ewiges Lebens mit einer Spiritistin ehelich verbindet.[90]

Paul Watkins ist der bildungshungrige Sohn von Abel, Bruder von Eli und Ruth Watkins. Er wird als von strikter Ethik und Stolz bestimmt gezeichnet, unterstützt die Ölarbeiter-Gewerkschaft und wird einer ihrer Aktivisten. 1917 wird er für die Intervention Amerikas in den Ersten Weltkrieg eingezogen und nach Kriegsende bis 1920 in Sibirien gegen die Bolschewiki eingesetzt. Seine Berichte über die Vorgänge in Russland treiben die Politisierung Bunnys voran. Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg erhält er eine Anstellung bei der Gewerkschaft der Ölarbeiter und später in der Kommunistischen Partei, für die er zur Schulung für einige Zeit in die junge Sowjetunion geschickt wird.[91]

Eli Watkins fühlt sich vom Heiligen Geist zum Propheten der Kirche der Dritten Offenbarung berufen und wird angetrieben von der Suche nach Aufmerksamkeit, Einkommen und Macht. In der Verführung junger Frauen und großer Massen sowie bei der Inszenierung seiner Auferstehung erweist er sich als ein Künstler von „Big Magic“.[92]

Die narrativen Gegenfiguren sind eine weitere Facette von Sinclairs Wertschätzung produktiver Arbeit: Bunnys Großmutter, seine Tante Emma, seine Mutter und seine Schwester Bertie werden als mehr oder weniger rassistisch, snobbisch bzw. „klassistisch“[93] und konsumorientiert gezeichnet. Vor allem seine Schwester, aber auch Bunnys erste große Liebe Eunice Hoyt sind sehr an Äußerlichkeiten und Moden interessierte fashionable junge Frauen, die sich vergeblich bemühen, Bunny „das Öl unter den Fingernägeln abzukratzen“, um ihn in ihre Welt der reichen Kids einzuführen.[94] Die Kultur auf den Mittel- und Oberschichtschulen wird als auf sportliche Ereignisse, Äußerlichkeiten, Luxus und als strikt gegen die Forderungen der Arbeiter eingestellt sowie als besonders patriotisch geschildert.[95] Immerhin sind Bertie und ihre Freundinnen in sexuellen Fragen sehr modern und tauschen sich aufgeklärt über Fragen von Petting im Auto, Verhütung und die häufigen Abtreibungen aus.[96] Auch die Schauspielerin Vee Tracy, zeitweilig Bunnys Geliebte, die das Bücherlesen als ein zu billiges Jedermannsvergnügen ablehnt, gehört zu diesem luxusorientierten Set.[97]

Rezeption

  • Wegen seiner freizügigen Schilderung der Sexualität junger und älterer Erwachsener wurde das Buch in Boston zunächst verboten. Daraufhin ließ Sinclair ohne die als anstößig empfundenen neun Seiten 150 Exemplare drucken, die infolge dieser Auseinandersetzung schnell vergriffen waren.[98]
  • Öl! wird in einer ausführlichen Buchbesprechung als Untersuchung der Einwirkung des industriellen Kapitalismus auf die amerikanische Gesellschaft und ihre moralische Entwicklung verstanden. Am Beispiel der Ölindustrie werde das Zusammenspiel von Macht, Gier, Korruption und der Kampf um Gerechtigkeit dargestellt. Der Roman sei dammit ein wichtiger Beitrag zum Thema sozialer Transformation und sozialer Verantwortung, der auch deutlich mache, dass es keine Garantie für einen Erfolg sozialer Reformen gebe.[99]
  • Einer weiteren Buchbesprechung gilt der Roman zwar als Plattform von Sinclairs politischen Ansichten, aber dennoch sei seine Lektüre gute Unterhaltung, die auch heute wenig von ihrem Informationswert verloren habe.[100]
  • Paul Hormick ist ebenfalls davon überzeugt, dass der Roman auch heute sehr wichtig sei, da er darauf anspiele, mit welcher Begeisterung wir immer noch die trügerischen Früchte des Öl-Booms genießen.[101]
  • Michael Tondre sieht in Öl! eine der wichtigsten Kritiken der Kultur fossiler Ausbeutung der Natur und den Umriss eines Plans für den Übergang zu einer gerechteren Gesellschaft. Sinclair habe zwar nie das Ende der Erdölförderung an sich befürwortet, aber seine Kernfrage sei bis heute ungelöst: Wie kann der Menschheit der Übergang in eine Nach-Karbon-Ära gelingen?[102]
  • Gegen Tondre bezweifelt Edmund Gordon, dass Sinclair sich jemals diese Frage gestellt und an eine ökologische Alternative zur ölbasierten Gesellschaft gedacht habe. Wenn Sinclair an eine Alternative zur amerikanischen Ölindustrie skizziert habe, dann eher in Richtung des relativ positiv dargestellten System Russlands um 1920, mehr als zehn Jahre vor der Entfaltung des Stalinismus.[103]

Adaption

Paul Thomas Anderson hat sich in dem 2007 veröffentlichten Film Es wird Blut fließen (There Will Be Blood) vom ersten Drittel von Öl! inspirieren lassen. Anders als Sinclairs Erzählung fokussiert der Film auf die Figur des Vaters und erzählt eine weitgehend andere Geschichte.[104]

Literatur

  • Upton Sinclair: Oil! A Novel, New York: Penguin Books 2007, ISBN 978-0-14-311226-6
Commons: Öl! – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Bookssobrief [2]
  • Edmund Gordon: How to Hate Oil, in: London Review of Books, 4. January 2024 [3]
  • Getabstract [4]
  • Paul Hormick: Upton Sinclair's Oil!  A book review, in: Green Dispatch, 24. August 2024 [5]
  • Inverarity Livejournal, 20. Dezember 2010 [6]
  • Penguin Books Readers Guide [7]
  • Michael Tondre: Oil!: On the Petro-Novel, The Paris Review, 1. März 2023 [8]

Einzelnachweise

  1. „ At its core is the story of a whole new kind of society being born through the early twentieth century.“ Siehe Weblink zu Michael Tondre. „The novel is more than a critique of the oil industry and its corruption. In the book’s 543 pages, Sinclair takes shots at the social trends during the U.S. entry into WWI and the early 1920s.“ Siehe Weblink zu Paul Hormick.
  2. „The novel dips into these different spheres without ever taking its eye off oil, which sets them all in motion.“ Siehe Weblink zu Edmund Gordon. „The discovery of oil serves as the central plot device, driving the narrative and shaping characters' actions. It symbolizes both opportunity and greed, as individuals and companies vie for control and profit.“ Siehe Weblink zu Bookssobrief.
  3. „Taken together, the portrait Sinclair draws of 1920s America is not so different from that of contemporary America.“ Siehe Weblink zu Penguin Books Readers Guide.
  4. „It was the morning of the world!“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 339, 340. „Sinclair uncovers a massive web of social, cultural, and economic conditions that typified the oil era: not only new class relations but desires, routines, assumptions, and affects that made the industry difficult to reform, and that Sinclair sought ultimately to reinvent.“ Siehe Weblink zu Michael Tondre.
  5. „It animates a broader cultural system: a grid of forms and feelings that makes oil seem desirable, indeed inevitable. [...] Oil names something like a process: a web of material and cultural relations that unfold in time.“ Siehe Weblink zu Michael Tondre.
  6. Siehe Weblink zu Edmund Gordon.
  7. „Either you and me move up to front row seats in the oil game, or else, by golly, we´ll be the goat and sheep kings of California!“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 107.
  8. „He had come to be knwon as the biggest independent operator in the field.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 113.
  9. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 226 ff. In 1921 besitzt das Unternehmen schon 143 Ölbrunnen. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 292.
  10. „Bunny would [...] persuade himself that he had made a start as a social reformer, resolving the disharmonies between capital and labour.“ Sinclair, Oil! „[...] To the hour of his death, the elder Ross never really understood this strange son of his.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 167, 177, 195 ff.
  11. „This meeting with Paul was the most exciting event of Bunny´s life. It transvaluated all his values.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 275. Zusätzlich S. 249 ff., 260, 270 ff., 277 ff., 288, 319 f., 344 ff., 381 ff.
  12. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 250 ff., 259 ff., 270 ff., 277 ff.
  13. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 252 f., 288, 466 f., 468, 484, 491.
  14. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 384, 420.
  15. „Bunny hauled out his check-book, and sought to salve his conscience by making a present to his friends.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 406.
  16. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 172 f., 188 ff., 203 ff., 213ff., 219 f., 225 ff.231 ff, 242 ff, 249 ff., 260 ff, 272 ff., 364.
  17. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 452 ff., 467.
  18. „´I hung round the doors of the studios – I was only fifteen – and I starved and yearned, still I`d have slept with the devil to get inside.´ [...] The arts he [Bunny] had learned from Eunice Hoyt were combined with those Vee had learned from many lovers, and they were dizzy with delight.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 350, 390, 398.
  19. „And so there was a chapter closed in Bunny´s life.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 493.
  20. „We`re going to run this country on business lines.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 384; 299 ff., 392 ff., 414 f., 420 ff., 432 ff., 439 ff., 458 ff.
  21. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 464 ff., 471. Seit den 1850er Jahren hatten geologische Untersuchungen den Ölreichtum der Gebiete rund um den Persischen Golf bestätigt. Der Treibstoffbedarfs des sich industrialisierenden Westens habe zur Sicherung von Konzessionen durch zunächst englische, dann amerikanische Unternehmen geführt. Diese Ereignisse und ihre Folgen beschreibt Frankopan aus einer entschieden pro-arabischen Perspektive. In: Peter Frankopan: Licht aus dem Osten, Rowohlt 2018, S. 462 ff.
  22. „´You don´t want to marry a Jewess! [...] But all your friends would think it was a mistake.´ ´My friends, Rachel? Who the devil are my friends – except in the radical movement? And where would the radical movement be without Jews?´“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 520.
  23. Immer wieder beschreibt der Erzähler den Einsatz von Milizen und Militär, Provokateuren und Terroristen, Polizeikadern und Rechtsverdrehern im Interesse oder sogar direkt initiiert von Mitgliedern der Eliten gegen die Arbeiterbewegung und ihre Organisationen. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 246 ff., 273 f., 283 ff., 393 ff., 404 ff., 409 ff., 428 ff., 442 ff., 481 ff., 529 ff.
  24. „His handling of the plot is so laborious that you almost wince in recognition when he comes to describe an oil well starting up. “ Siehe Weblink zu Edmund Gordon.
  25. „The road ran [...] a ribbon of grey concrete [...]. The ground went in long waves [...]. The cold wind of morning [...].“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 1, nahezu wortgleich S. 321. „The story opens with J. Arnold Ross and his son, Bunny, on a thrilling car ride through California. This journey is more than a scenic drive; it symbolizes Bunny's initiation into adulthood under his father's guidance.“ Siehe Weblink zu Bookssobrief.
  26. „But you had no fear, for you knew the magic ribon would be there. [...] All those golden promises that had been made to us, those bright hopes we had cherished!“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 1, 245; ebenso S. 321, 437.
  27. „The opening chapters have many of the elements – speed cops, hitchhikers, fender-benders – that road movies still use to reel in audiences a century later.“ Siehe Weblink zu Edmund Gordon.
  28. „[Bunny is on a] broader journey of self-discovery.“ Siehe Weblink zu Bookssobrief. „Bunny´s eyes took in these things, and he realized, what Dad meant, when he compared the oil-game to heaven, where many are called and few are chosen.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 69 f., 73.
  29. „Our Dad, being thoroughly money conscious, read the doctor´s mind as completely as if he had been inside it. [...] He tried to explain his point to her [Vee Tracy,], but only to run into a stone wall. [...] It was a matter of instict with her, she believed in her money.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 240, 398. „The narrative uses an omniscient third-person perspective, capable of delving into the thoughts and experiences of various characters, though it primarily centers on Bunny´s consciousness. This allows for broad social commentary while maintaining a personal core through Bunny's moral development.“ Siehe Weblink zu Bookssobrief. Edmund Gordon dagegen hält Sinclair unfähig für psychologische Beschreibungen: „... inept with psychological detail.“ Siehe Weblink zu Edmund Gordon.
  30. „Bunny Ross's journey from privileged heir to advocate for change embodies the potential for personal growth and societal transformation. [...] Bunny´s transformation from an adoring son to a questioning young man seeking his own path is a central strength. His relationships, particularly with his father and the radical Paul Watkins, drive the emotional core of the story.“ Siehe Weblink zu Bookssobrief. „All this was part of Bunny´s education; he listened and learned. ... [This] was one stage more in the education of a little idealist! [...] So here was another chunk of reality, falling with a dull sickening thud upon the head of a young idealist!“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 205, 249, 289. Franz. K Stanzel unterscheidet in seiner Romantheorie Typische Formen des Romans bei den Grundformen eine Variante der ergebnisorientierten von der Variante der ereignisorientierten Darstellung, in welcher der Leser zum Augenzeuge werde. Mit Blick auf die Themen des Romans hätten schon Edwin Muir (1887–1959) und Wolfgang Kayser (1906–1960) eigene, eher an der Themenwahl des Autors orientierte Romantypen vorgestellt. Muir erläutere den Character-Roman als allmähliche Entfaltung eines dominierenden Charakters, Kayser sehe seine Figurenromane üblicherweise als Entwicklungsromane, die den muirschen Typen des Drama- und des Charakter-Romans entsprächen. Kaysers Raumroman sei geprägt von einer Vielzahl von Episoden an verschiedenen Schauplätzen und je nach Akzentuierung gebe es für Kayser Übergänge zum Figurenroman. Diese Merkmale des Entwicklungsromans, des Figurenromans, des Dramatischen Romans und der ereignisorientierten und Handlungsorte wechselnden Darstellung vereinigt Sinclair in Öl!
  31. „Dad was now a-doin´ – put skids under the public authorities and ´greased´ the skids. [...] Bunny was learning the oil business, and the first lesson he had learned was never to talk about his father´s affairs.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 105 ff, 138, 142, 205 f.
  32. „And something in Bunny would not cease to dream of a world in which people did not maim and kill one another.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 189.
  33. Bunny „was still making his pitiful attempt to understand both sides“, formuliert Sinclair seine narrative Strategie als Charaktermerkmal. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 481. „´My God!´ exclaimed Bunny. ´What property does to people!´“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 342; 471.
  34. „The author paints in broad strokes. [...] Oil! lacks the yucks to be considered satire, but Sinclair peppers his observations with humor.“ Siehe Weblink zu Paul Hormick. „Oil! was still surprisingly entertaining for all that it was also clearly a platform for his political views. [...] While Sinclair's politics permeate the book -- he is relentlessly satirical when describing the machinations of capitalist industry and its control over democracy.“ Siehe Weblink zu Livejournal.
  35. „He had no time for recent developments in literary technique and his primary models were Zola (from whom he learned the importance of shoe-leather research) and Dickens (from whom he derived a sense of social scale, but not a sense of humour, unless you count the sledgehammer irony that occasionally batters his descriptions into a conspicuous point).“ Siehe Weblink zu Edmund Gordon.
  36. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 276; 336 f.
  37. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 256, 266, 276, 285, 366.
  38. „While grounded in realism, the narrative often serves a clear didactic purpose, aiming to educate the reader about societal problems. [...] Sinclair uses recurring symbols like the oil derricks (representing both progress and exploitation), the automobile (modernity, speed, and class division), and the contrasting landscapes (natural beauty vs. industrial blight) to reinforce thematic concerns.“ Siehe Weblink zu Bookssobrief.
  39. „There are good reasons why oil poured into literature at this time. [...] Strictly speaking, all modern novels are oil novels. Choose your favorite story and you’ll find petroleum powering plots and shaping subjectivities.“ Siehe Weblink zu Michael Tondre. Sinclair „seems genuinely impressed with American industrial might and ingenuity. The opening chapter in the novel is, in one sense, an ode to the automobile.“ Siehe Weblink zu Penguin Books Readers Guide.
  40. Michael Tondres Vorwort (adaptiert in „Paris Review“) beschreibt, dass der Roman im englischsprachigen Original zunächst als „Oil“ und erst nach 1927 mit Ausrufezeichen veröffentlicht wurde. Aber ob gleiches auch für den deutschen Titel „Öl“ gilt, geht daraus nicht hervor. Tatsächlich scheint die deutsche Übersetzung zunächst unter dem Titel „Petroleum“ veröffentlicht worden zu sein. [1]
  41. „Instead of representing oil as a self-evident thing, Sinclair imbues it with a kaleidoscopic range of associations that reimagine it on visionary new terms: [...] the freedom of the road, the euphoria of flight, the vertigo of sudden social transformation.“ Siehe Weblink zu Michael Tondre.
  42. „ [...] that wonderful work of art.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 276.
  43. „It was an ingenious scheme they had, very fascinating to watch. [...] To see the ingenuity by which men overcame Nature`s obstacles. [...] You can see how in these processes there was room for no end of management and the discovery of new methods.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 75 f., 256; 65 ff., 73 ff., 82 f. Dads „attempts to educate his son about the business provides fascinating insights, for modern readers, into the tools and methods used for oil drilling in the 1920s.“ Siehe Weblink zu Penguin Books Readers Guide.
  44. „Bunny smiled to himself again, for he never had seen the time, when Dad did not happen to have exactly the right document, or the right tool, or the right grub, or the right antiseptic and surgical tape, stowed away somewhere in that car!“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 105 ff. „He paints Ross Sr. in a sympathetic light -- he's basically a decent man, but he's a pragmatic capitalist who takes the world as it is.“ Siehe Weblink zu Livejournal.
  45. Der Erzähler berichtet von der Zerschlagung von Landbesitz in kleinste Parzellen, die den Käufern angeblich den Einstieg ins Ölgeschäft garantierten, aber „more money had been put into the ground than had been taken out of it.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 526 ff.; 488 f.
  46. „What’s clear is that the industry has worked to perfect its own disappearing act.“ The Petrol-industry is „something magically divorced from the sweat, grit, and blood that conjured it forth. [...] It’s one of few fictions to thematize oil culture and to lay bare what Marx called ´the hidden abode of production´, where workers transform crude into a refined resource for capitalists.“ Siehe Weblink zu Michael Tondre.
  47. „Sinclair is coyly inviting readers to join in petroleum’s pleasures, though the larger point seems clear: history and context seem to vanish in oil’s thrall. [...] As you read, watch for Oil!’s celebration of the open road and its delight at goods like “lovely tar,” which sometimes eclipse Sinclair’s critical aims. It’s a procedural problem that Oil! never resolves, but rather that converts into a source of ongoing fictional intrigue.“ Siehe Weblink zu Michael Tondre.
  48. „As cinema became big business, narratives and newsreels about class conflict vanished, and representations of oil worker strikes declined in favor of big, splashy melodramas. [...] Modern media emerged as a vital handmaiden to oil’s legitimation.“ Siehe Weblink zu Michael Tondre.
  49. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 230 f., 234. Wer nicht das ganze Bild überschaut, macht gewaltige Fehler – wie der Indianerhäuptling, der angeblich darauf bestanden habe, für das Stammesland ein größeres Sechszehntel des Gewinns statt eines kleineren Achtels zu bekommen. Vgl. S. 333.
  50. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 101 ff, 139 ff., 144.
  51. The officials „provided that promptness and efficiency that business men had to have, and that couldn´t be got under our American system. [...] I [Dad] know that when you turn over anything to the government, you might just as good bury it ten thousend miles deep in the earth.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 143, 300, 440, 498. „Scenes depicting Dad bribing the road superintendent (Chapter VI) and the county boss (Chapter VI) are controversial, presenting corruption as a necessary, almost mundane part of doing business. This challenges conventional morality and sparks debate about whether such actions are justifiable or simply a symptom of a corrupt system.“ Siehe Weblink zu Bookssobrief.
  52. „We´re protecting ourselves against rivals that want to put us out of business. [...] What`s the difference? Just this, we got bigger, we`re playing the game on a national scale – that`s all.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 299 f. Und der frühere linke Lehrer Bunnys, Dan Irving, versichert ihm: „Without the purchase of government, American big business could not exist.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 501.
  53. Sinclair, Oil, Penguin 2007, S. 41 ff, 87 ff.
  54. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 80 ff., 91 ff., 133.
  55. „He never did succeed in understanding, all his life long, how people could fail to be interested in other people. [...] It was something that hit Bunny in the pit of his stomach, and made him weak and faint.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 15, 71, 428. „From the first chapter, Bunny´s internal musings about the crushed ground squirrel, the poor ranch wagon family, and why people are poor (Chapter I) subtly foreshadow his later deep engagement with social injustice and his questioning of the system that creates such disparities. These early observations lay the groundwork for his future moral conflicts. [Bunny had a] inherent empathy and inability to fully dismiss people based on their flaws or social standing. “ Siehe Weblink zu Bookssobrief.
  56. Er informiert Roscoe, den Geschäftspartner Dads, und dessen Witwe über nachträglich gefundene Anteilsscheine im Wert von 10.000 Dollar. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 509.
  57. „But his [Pauls] sober face was shining with a light of fanaticism – the same thing which his brother Eli called the glory of the Lord! Dad would have said there were two of them, equally crazy.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 485.
  58. „What would their emotions have been, had they been able to foresee the consequences of their jest – a ´revival´movement that was to shake the whole State of California [...].“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 118 ff; 128 f., 132 f., 149 f. „They can have their pie in the sky, so long as they let me have the oil“, sagt Dads Kompagnon. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 380.
  59. „Elis preaching had thus become one of the major features of Southern California.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 439. „This is Sinclair’s not so veiled satirical portrait of the popular preacher Aimee Semple McPherson. To Sinclair, the combination of old time religion and modern radio was a dangerous threat to American democracy.“ Siehe Weblink zu Penguin Books Readers Guide.
  60. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 168 ff, 219 ff, 249 ff., 356 ff., 432 f., 444 f.
  61. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 172 ff., 185 ff, 231, 259 f, 377 f., 382 ff., 440 f.
  62. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 183 f, 221 f., 379 f., 437 f., 537 f.
  63. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 183 f, 221 f., 379 f., 437 f., 517. Sinclair lässt den Erzähler Bunnys Unentschiedenheit so charakterisieren: „Bunny answered by setting forth his ideal of the open mind. [...]“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 514.
  64. Sinclair „gives the capitalist argument fair play, and he (unlike most critics) differentiates between socialism and communism and points out the internal divisions in both camps along right-left and other axes.“ Siehe Weblink zu Livejournal.
  65. „Paul and Bunny were friends again, and had no end of arguments. [...] With these young Socialists, as with the old ones, it was right wing versus left; everybody argued tactics, and got tremendously excited.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 206, 444 ff. „The ideological conflict between reform and revolution is a key plot device, embodied by Bunny and Paul. Their differing beliefs highlight complexities of equality struggle and challenges faced by individuals navigating a rapidly changing world.“ Siehe Weblink zu Bookssobrief.
  66. „Were you going to overthrow capitalism by the ballot or by ´direct action´?“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 524; 505 f. Eine narrative heikle Wendung ist diese Heirat Bunnys mit der bisher wenig präsenten Rachel, die der Erzähler nahezu allein damit erklärt, dass Bunny sich in einer Beziehung nicht noch länger für seine politischen Ansichten rechtfertigen müssen will. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 519 ff., 523.
  67. „To see the ingenuity by which men overcame Nature`s obstacles. [...] You can see how in these processes there was room for no end of management and the discovery of new methods.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 75 f., 256. Dads „attempts to educate his son about the business provides fascinating insights, for modern readers, into the tools and methods used for oil drilling in the 1920s.“ Siehe Weblink zu Penguin Books Readers Guide.
  68. It is the most perfectly developed trust in existence; that is, it satisfies most nearly the trust ideal of entire control of the commodity in which it deals.“ Ida M. Tarbell: . McClure, Philips & Co, New York 1902, Gutenberg.org
  69. PDF, auf archiviodistatotrieste.it
  70. „Of particular influence was Ida M. Tarbell’s The History of the Standard Oil Company which showed how the Standard syndicate rose to dominance through the ‚ruthlessness and persistency‘ of its owner John D. Rockefeller.“ Siehe Weblink zu Michael Tondre.
  71. „[...] you couldn`t get a single big newspaper or magazin in the country to touch them.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 440. 501, 536. „Sinclair was a muckraker but he did his research and he got his facts (mostly) right.“ Siehe Weblink zu Livejournal. „He’s pedantic with social detail (which partly accounts for the book’s length) and inept with psychological detail [...] as if his job stopped at sourcing the raw material for a story.“ Siehe Weblink zu Edmund Gordon.
  72. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 502 ff.
  73. „The picture [of civilization in Southern California] is the truth, and the great mass of detail actually exists.“
  74. Siehe Weblink zu Edmund Gordon.
  75. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 50, 80 ff, 91 ff.
  76. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 108 ff., 131, 302 ff.
  77. „He was merry on the surface, but serious underneath, trying most concientiously prepare for the task of administering some millions of dollars of capital, and directing the lives of some thousands of working men. [...] He made a start as a social reformer, resolving the disharmonies between capital and labor. [...] All this time Bunny was torn between two sets of emotions, both strong witin him, and absolutely contradistory“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 167, 261.
  78. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 242.
  79. „He never dreamed that he was at this time absorbing the poison“, aber die Anregung eines Tutors zu Fragen wurde zu einer langsam aufgehenden Saat: „A subtle current of skepticism was creeping through those freshman classes. [...] It was like a storm that burst over the whole country.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 243 ff.
  80. „There was Bunny, in his old tormenting position, watchig a fight [between labour and capital] which he was powerless to stop, or even to mitigate. ... [Bunny was] a young idealist runing away from other people´s troubles. [...] Poor Bunny, he was making such earnest and devoted efforts to ride on two horses at once!“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 346, 348, 359, 381 f. „And Bunny is continually tempted and seduced by the ease and luxury that his father’s millions can afford.“ Siehe Weblink zu Paul Hormick. „Bunny was actually one of the most annoying parts of the book for me, because I got sick of his wishy-washiness. [...] This gets tiresome, but it never ends. [...] Even the other characters get sick of his angsty indecisiveness.“ Siehe Weblink zu Livejournal. „His sister calls him an ingrate, and she has a point. Bunny spouts off about socialism without renouncing his playboy lifestyle or having it out with Dad. Sinclair, however, treats him with patience and respect, because it’s through Bunny that the reader can be shown both the insensitive rich and the exploited poor.“ Siehe Weblink zu Edmund Gordon.
  81. „Why did he [Bunny] have to go sneaking around [...| finding out dirty and disreputable facts about the players of this [oil-]game and their methods?]“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 407.
  82. „[Bunny] knew that there was something unnatural about his own devotion to Paul [...], the exactness of his memory of everything Paul had said. [...] Now the light was out, and Bunny would have to see by his own feeble lantern.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 533.
  83. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 240.
  84. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 434, 521.
  85. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 11.
  86. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 11 f., 18 f., 153, 156, 161, 169: „Dad was fair enough to admit that maybe if he were a labourer, he´d see the same necessety [to join a union].“
  87. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 115; 161: „It was one time in his life that Bunny knew his father to be caught without something he needed; he hadn´t thougt to carry dynamite around with him on his drives!“)) und nicht interessiert an den Kontakten zu den wohlhabenden Eltern der Freundinnen seiner Tochter Bertie. ((Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 130.
  88. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 133 f., 217.
  89. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 130 f., 146 ff.
  90. Sinclair is „softening the portrayal of the oilman. During the early chapters of Oil!, a strike unfolds, and Dad is not unsympathetic to the men who work for him.“ Siehe Weblink zu Paul Hormick. „Now that he was old and tired and sick, he craved something to lean on.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 474.
  91. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 126, 128, 132, 168 ff., 187 f., 206, 250 ff., 259 ff., 270 ff., 277 ff., 485 ff.
  92. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 118 ff, 128 f., 132 f., 313, 379 f., 456 f., 475 ff.
  93. „Class-bigottery“, Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 187.
  94. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 70, 131.
  95. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 63 ff, 108 ff.,130 f., 146 ff., 154 f., 167, 185 ff., 198 ff., 205., 416 ff.
  96. Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 201 ff., 390, 417 f.
  97. „But intellectually they were far from being mated. [...] She [Vee Tracy] had her own life, one of speed, excitement and show. [...] Such a thing as thoughtfulness was suspect. [...] But they must be playing all the time, otherwise a great gulf opened between them.“ Sinclair, Oil!, Penguin 2007, S. 390 f., 397;489 ff. „Sinclair brilliantly satirizes Hollywood and its budding film industry. The actress Vee Tracy, with whom Bunny has an extended affair, is portrayed as little more than a gilded, glorified prostitute.“ Siehe den Weblink zu Penguin Books Readers Guide.
  98. „Oil! was banned in Boston for its motel sex scene. Sinclair's publisher printed 150 copies of a "fig-leaf edition" with the offending nine pages blacked out. Sinclair protested the banning and hoped to bring an obscenity case to trial. He did not do so, but the controversy helped make the book a bestseller.“ Siehe Weblink zu Bookssobrief.
  99. Oil! by Upton Sinclair is a profound exploration of capitalism's impact on society and the moral dilemmas it engenders. Through the lens of the oil industry, Sinclair critiques the greed and exploitation inherent in the pursuit of wealth. [...] The book remains a relevant commentary on the complexities of progress and reform, urging readers to reflect on the balance between personal ambition and social responsibility. [...] The novel concludes with the understanding that the struggle for justice is long and arduous, with no guarantee of success, leaving the ultimate impact of Bunny's efforts open to interpretation.“ Siehe Weblink zu Bookssobrief.
  100. Oil! was still surprisingly entertaining for all that it was also clearly a platform for his political views. [...] It's a wonderful snapshot of its time. [...] It's also scary how little has changed. There's very little that Sinclair describes that wouldn't be believable today.“ Siehe Weblink zu Livejournal.
  101. „I’m more and more convinced that this book remains quite relevant for today. [...] Oil turned ordinary life into a carnival ride. The car ride that takes up the first chapter is all that is needed to explain why we work so hard to drill and pump oil out of the ground.“ Siehe Weblink zu Paul Hormick.
  102. „It remains one of the most important critiques of fossil energy ever printed. [...] Sinclair never actively advocates a transition from oil per se. Yet the entire narrative bends in that direction. [...] Through the heat, Oil! offers hope for our troubled times. [...] The question at the heart of Sinclair’s novel remains: How may we transition to a postcarbon democracy now? Oil! provides an outline for this urgent mission, the unmet demand on which all future life depends.“ Siehe Weblink zu Michael Tondre.
  103. „[The critic Michael Tondres] confidence that the ultimate target is oil, as distinct from the oil industry, rests on the belief that ‘the question at the heart of Sinclair’s novel’ is ‘how may we transition to a post-carbon democracy?’ It isn’t clear what led him to this conclusion. While it would be nice to find Sinclair anticipating our current ecological concerns, there’s little evidence that the notion of ‘a post-carbon democracy’ ever crossed his mind. The novel draws a sharp contrast between the American oil industry [...] and the Soviet system [...] but it doesn’t offer any alternative to Dad’s view that ‘there has got to be oil.’“ Siehe Weblink zu Edmund Gordon.
  104. „The 2007 feature film There Will Be Blood, directed by Paul Thomas Anderson, is inspired by the novel, but the story is too different to be considered an adaptation. Unlike the novel, There Will Be Blood focused on the father, with his son being a supporting character. Paul Thomas Anderson said that he incorporated only the first 150 pages of the book into his film, so the rest of the film and novel are nearly entirely different.“ Siehe Weblink zu Bookssobrief.