Oberleiterbach

Oberleiterbach
Koordinaten: 50° 2′ N, 10° 58′ O
Höhe: 281 (273–283) m ü. NHN
Fläche: 4,56 km²[1]
Einwohner: 260 (31. Dez. 2024)[2]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 96199
Vorwahl: 09547
Oberleiterbach Luftaufnahme

Oberleiterbach (bambergisch: (Öhba)läddäboch[3]) ist ein Gemeindeteil des Marktes Zapfendorf im oberfränkischen Landkreis Bamberg in Bayern.[4] Die Gemarkung Oberleiterbach hat eine Fläche von 4,559 km². Sie ist in 707 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6448 m² haben.[1][5]

Oberleiterbach ist seit 2016 das erste und einzige Bioenergiedorf im Landkreis Bamberg und Träger des Bürgerenergiepreises Oberfranken.

Oberleiterbach wurde im Jahr 1977 „Bundesgolddorf“. Im Jahr 2016 errang der Ort im Dorfwettbewerb Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden Gold auf Kreisebene und am 18. Juli 2017 die Goldmedaille auf Bezirksebene.

Geografie

Das Kirchdorf liegt im Tal des Leiterbachs, eines linken Zuflusses des Mains. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Kleukheim zur Staatsstraße 2187 (2,2 km östlich), nach Peusenhof (2 km südöstlich), nach Reuthlos (1,3 km südlich) und die Bundesautobahn 73 unterquerend nach Weihersmühle (1,4 km nordwestlich).[6] Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.

Geschichte

Die michelsbergischen Klosterhöfe „Leiderbach“ (heute Laurentiusring 4 und 8) wurden erstmals 1221 erwähnt. Der Name Oberleiterbach tauchte 1323 erstmals in den Geschichtsbüchern auf.[7] Um 1498 lebten im Ort etwa 200 Einwohner. Im Dreißigjährigen Krieg wurde mehr als die Hälfte des Dorfes zerstört.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Oberleiterbach aus 51 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Lichtenfels aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Lichtenfels. Grundherren waren

Im Jahre 1802 kam Oberleiterbach an das Kurfürstentum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1810 der Steuerdistrikt Oberleiterbach gebildet. 1818 entstand die Ruralgemeinde Oberleiterbach. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Lichtenfels zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Lichtenfels. 1841 erfolgte der Wechsel zum Landgericht Scheßlitz und dem Rentamt Scheßlitz. Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Staffelstein (1939 in Landkreis Staffelstein umbenannt) für die Verwaltung zuständig und das Rentamt Rattelsdorf für die Finanzverwaltung, bis 1866 das Rentamt Staffelstein neu gebildet wurde (1919 in Finanzamt Staffelstein umbenannt, ab 1929 Finanzamt Bamberg-Land). Die Gerichtsbarkeit lag ab 1862 beim neu gebildeten Landgericht Staffelstein (1880 in Amtsgericht Staffelstein umbenannt, 1956 aufgelöst, bis 1972 Amtsgericht Lichtenfels).[9] Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 4,573 km².[10]

Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Oberleiterbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Zapfendorf eingemeindet.[11][12]

Baudenkmäler

In Oberleiterbach gibt es 25 Baudenkmäler:[13]

  • Einsiedler-Ivo-Straße 1: ehemaliges Schulhaus
  • Einsiedler-Ivo-Straße 2, 4, 6; Kleukheimer Straße 2; Laurentiusring 4, 15, 18; Leuchtersbrunnen 7: Bauernhäuser
  • Einsiedler-Ivo-Straße 3, 5, 8; Kleukheimer Straße 1; Laurentiusring 16: Wohnstallhäuser
  • Laurentiusring 2: St. Laurentius mit Friedhofsummauerung und Portal
  • Laurentiusring 3: Wohnstallhaus, Remise und Stadel eines Bauernhofes
  • Laurentiusring 10: Wohnhaus
  • Laurentiusring 12: Schulhaus
  • Reuthloser Straße 1: Wohnstallhaus, Remise und Fachwerkstadel eines Bauernhofes
  • Reuthloser Straße 2: Ehemaliger Brauereigasthof Schneider, Fachwerkstadel
  • Schloßstraße 19: Stadel
  • Kreuzigungsgruppe
  • Kruzifix
  • zwei Bildstöcke
  • Sandsteinfigur Heiliger Johann Nepomuk

Bodendenkmäler

In der Gemarkung Oberleiterbach gibt es drei Bodendenkmäler.[13]

Einwohnerentwicklung

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905
Einwohner 270 292 286 277 273 292 287 290 304 286 275 268 270 272
Häuser[14] 52 54 54 72 54
Quelle [9] [15] [15] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [22] [15] [23] [15]
Jahr 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 1999 2010 2024
Einwohner 289 293 268 249 231 423 354 342 242 245 253 264 267 260
Häuser[14] 51 49 51 68
Quelle [24] [15] [25] [15] [15] [15] [26] [15] [10] [27] [28] [2] [2] [2]

Religion

Oberleiterbach ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Johannes der Täufer (Kirchschletten) gepfarrt.[8][10]

Vereine

Oberleiterbach hat ein sehr aktives Vereinsleben. Die Freiwillige Feuerwehr sorgt für Brandschutz und die allgemeine Hilfe und ist auch der Ausrichter der Kirchweih. Im Jahr 2013 wurde ein neues Feuerwehrhaus zur Benutzung übergeben. Weitere Vereine sind der Soldaten- und Kameradschaftsverein, der Gartenbauverein, der Stammtisch Klein Hollywood und der Dart Club Red Rebels.

Sonstiges

Das Dorffest (Ausrichter: Soldaten- und Kameradschaftsverein zusammen mit dem Gartenbauverein)[29] findet jeweils an Mariä Himmelfahrt auf dem Platz zwischen Gemeinschaftshaus und Spielplatz und die Kirchweih am ersten Wochenende im September statt.

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Oberleiterbach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. a b Gemarkung Oberleiterbach (092245). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 9. Dezember 2025.
  2. a b c d Zahlen, Daten, Fakten > Einwohnerentwicklung. In: zapfendorf.de. Abgerufen am 10. Dezember 2025.
  3. D. Fastnacht: Staffelstein, S. 215. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: (ȭbɐ)lädɐbǫx.
  4. Markt Zapfendorf, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 25. Dezember 2024.
  5. Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 9. Dezember 2025.
  6. Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 10. Dezember 2025 (Entfernungsangaben entsprechen gemessener Luftlinie).
  7. D. Fastnacht: Staffelstein, S. 215.
  8. a b H. Weiß: Lichtenfels-Staffelstein, S. 92.
  9. a b H. Weiß: Lichtenfels-Staffelstein, S. 163.
  10. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 735 (Digitalisat).
  11. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 575.
  12. Zapfendorf > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 10. Dezember 2025.
  13. a b Denkmalliste für Zapfendorf (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
  14. a b Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
  15. a b c d e f g h i j Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 157, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  16. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 946, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  17. Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 148 (Digitalisat).
  18. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1120, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  19. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Hergestellt auf Grund der neuen Organisation der Regierungsbezirke, Bezirksämter und Gerichtsbezirke. Nachtrag zum Heft 36 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1879, OCLC 992516308, S. 58 (Digitalisat).
  20. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Heft 35 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1882, OCLC 460588127, S. 166 (Digitalisat).
  21. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1065 (Digitalisat).
  22. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern : Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1890. Heft 58 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1892, OCLC 162230561, S. 166 (Digitalisat).
  23. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1119 (Digitalisat).
  24. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichnis für das Königreich Bayern Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand vom 1. Juli 1911. Heft 84 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1911, OCLC 162230664, S. 166 (Digitalisat).
  25. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1155 (Digitalisat).
  26. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1000 (Digitalisat).
  27. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 147 (Digitalisat).
  28. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 292 (Digitalisat).
  29. Dorffest Oberleiterbach, Markt Zapfendorf, abgerufen am 22. August 2023