Oberfladnitz (Gemeinde Weitersfeld)

Oberfladnitz (Dorf)
Ortschaft
Katastralgemeinde Oberfladnitz
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Horn (HO), Niederösterreich
Gerichtsbezirk Horn
Pol. Gemeinde Weitersfeld
Koordinaten 48° 46′ 39″ N, 14° 51′ 58″ Of1
Höhe 455 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 63 (1. Jän. 2025)
Fläche d. KG 5,87 km² (31. Dez. 2023)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 04041
Katastralgemeindenummer 10249
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS
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63

BW

Oberfladnitz ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Marktgemeinde Weitersfeld im Bezirk Horn in niederösterreichischen Waldviertel mit 63 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025)[1].

Geografie

Das ganz im Osten des Gemeindegebietes gelegene Dorf entwässert über den Kajabach, der beim Ort entspringt, zur Thaya. Zugleich kreuzen im Ort die Landesstraßen L1053 und L1055. Die Ortschaft umfasst 38 Adressen.[2]

Die im Nordosten anschließende Ortschaft Niederfladnitz zählt bereits zum Bezirk Hollabrunn.

Toponymie

Elisabeth Schuster[3] führt den Namen Fladnitz auf ein Wort slawischer Herkunft zurück, das „sumpfiges Gelände“ oder „Sumpfwasser“ bedeutet und wohl dem hier gelegenen Quellgebiet des Kajabaches entspricht. Im 19. Jahrhundert war in der Flur Lüsse südlich des Ortes ein Teich verzeichnet, der zum Ort hin gestaut wurde.[4]

Geschichte

Die älteste urkundliche Überlieferung stammt aus dem Jahr 1268.

Oberfladnitz dürfte ursprünglich zu Niederfladnitz gehört haben, bis gegen Ende des 14. Jahrhunderts die Brüder Ulrich und Jörg Pachleiter das Gut Oberfladnitz samt mehreren Lehen an Ulrich und Martin Eyczinger verkauften und später der Ortes als landesfürstliches Lehen an die Eyczinger gelangte. In der Folge wurde Oberfladnitz von Niederfladnitz abgetrennt. Friedrich Graf von Khevenhüller-Metsch erwarb 1724 die Herrschaft Oberfladnitz und vereinte diese 1731 mit der neu erworbenen Herrschaft Hardegg, zu der auch Niederfladnitz zählte.

Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit 34 Häusern genannt, das nach Weitersfeld eingepfarrt war, wohin auch die Kinder eingeschult wurden. Die Herrschaft Prutzendorf zu Fronsburg besaß die Ortsobrigkeit, übte die Landgerichtsbarkeit aus, besorgte die Konskription und hatte die Grundherrschaft inne.[5]

Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Oberfladnitz ein Gastwirt, eine Gemischtwarenhändlerin, ein Schmied, ein Wagner und mehrere Landwirte ansässig.[6]

Um 1850 konstituierte sich der Ort als selbständige Ortsgemeinde, die sich am 1. Januar 1971 mit Fronsburg und Weitersfeld vereinigte und am 1. Januar 1972 die Gemeinde Sallapulka, bestehend aus den Ortschaften Heinrichsdorf, Nonnersdorf und Sallapulka, aufnahm.[7]

Literatur

  • Friedrich Wilhelm Weiskern: Topographie von Niederösterreich, in welcher alle Städte, Märkte, Dörfer, Klöster, Schlößer, Herrschaften, Landgüter, Edelsitze, Freyhöfe, namhafte Oerter u.d.g. angezeiget werden, welche in diesem Erzherzogthume wirklich angetroffen werden, oder sich ehemals darinnen befunden haben. Band 1: A–M. Druckerei Joseph von Kurzböck, Wien 1768, S. 172 (Ausgabe 1769; Fladnitz in der Google-Buchsuche).
  • Anton Steinhauser: Administrativkarte von Niederösterreich. Blatt 16, Sektion Retz, 1:28.800, Hrsg: Verein für Landeskunde von Niederösterreich, in Kommission von Artaria & Co., Wien 1867–1882 (noel.gv.at [JPG; 7,3 MB]).
  • Ortsverzeichnis 2001 Niederösterreich (PDF; 4,8 MB), Statistik Austria, Wien 2005, ISBN 3-902452-42-0, S. 149.

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)
  2. Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen: Österreichisches Adressregister, Stichtagsdaten vom 1.4.2020 (online)
  3. Elisabeth Schuster: Die Etymologie der niederösterreichischen Ortsnamen. 3. Band, NÖ Landesarchiv, Wien 1994
  4. Franziszeischer Kataster (um 1820): Oberfladnitz und Gewässerfläche (auf maps.arcanum.com)
  5. Joseph von Steinius: Topographischer Land-Schematismus oder Verzeichniß aller im Erzherzogthume Oesterreich unter der Enns befindlichen Ortschaften als Städte, Märkte, Schlösser, Ämter, Dörfer, Rotten und einzelne Häuser, die eigene Nahmen haben, Anzahl der Häuser sowohl, als der betreffenden Pfarren, Schulörter, Patronate, Decanate, Werbbezirke, Landgerichte, Ortsobrigkeiten, Grund- und Conscriptions-Herrschaften, dann der nächsten Poststationen zur Auf- und Abgabe der Briefe. Erster Band: A–L. Verlag Anton Strauß, Wien 1822, S. 164 (Fladnitz (Ober-) in der Google-Buchsuche).
  6. Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 378
  7. Gemeindeänderungen ab 1945. Statistik Austria, S. 38. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3  MB; Inhalt PDF); abgerufen am 10. Oktober 2025.