Nowy Świętów
| Nowy Świętów | ||
|---|---|---|
| ? | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | Polen
| |
| Woiwodschaft: | Opole | |
| Powiat: | Nysa | |
| Gmina: | Głuchołazy | |
| Geographische Lage: | 50° 22′ N, 17° 22′ O
| |
| Höhe: | 230–300 m n.p.m. | |
| Einwohner: | 843 (31. März 2011[1]) | |
| Postleitzahl: | 48-340 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 77 | |
| Kfz-Kennzeichen: | ONY | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | DW 411 Nysa–Konradów | |
| Eisenbahn: | Kędzierzyn-Koźle–Nysa | |
| Nächster int. Flughafen: | Breslau | |
Nowy Świętów (deutsch Deutsch Wette) ist ein Ort in der Landgemeinde Głuchołazy (Ziegenhals) im Powiat Nyski der Woiwodschaft Opole in Polen.
Ortsteil von Nowy Świętów ist Komorów (Kammerau).
Geographie
Das Straßendorf Nowy Świętów liegt im Südwesten der Region Oberschlesien, etwa sieben Kilometer nördlich von Głuchołazy (Ziegenhals), 14 Kilometer südlich von Nysa (Neisse) und 67 Kilometer von Opole in der Schlesischen Tiefebene am rechten Ufer der Biała Głuchołaska.
Nachbarorte von Nowy Świętów sind im Norden Polski Świętów (Alt Wette), im Süden Bodzanów (Langendorf) sowie im Westen Wilamowice Nyskie (Winnsdorf).
Geschichte
„Swetow theutonico“ wurde erstmals im Breslauer Zehntregister Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis aus den Jahren 1295–1305 erwähnt.[2] Für das Jahr 1368 ist es in der Schreibweise Swtania theotunicul belegt.[3]
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Deutsch Wette mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. 1794 wurde im Dorf eine Schule eingerichtet.[4]
Nach der Neugliederung der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Deutsch Wette ab 1816 zum Landkreis Neisse, mit dem sie bis 1945 verbunden blieb. 1845 bestanden in Deutsch Wette eine Scholtisei, ein Schloss, eine katholische Pfarrkirche, eine katholische Schule, eine Brauerei, vier Sandsteinbrüche und 116 weitere Häuser. Die Einwohnerzahl lag damals bei 674, davon ein Einwohner evangelisch.[3] 1855 waren es 629 Einwohner. 1865 wurden 20 Bauern-, 19 Gärtner- und 28 Häuslerstellen sowie eine Mühle und zwei Kretschame verzeichnet.[4] 1874 wurde der Amtsbezirk Deutsch Wette gebildet, dem die Landgemeinden Altewalde, Deutsch Wette und Winsdorf sowie der Gutsbezirk Deutsch Wette eingegliedert wurden.[5] 1885 wurden 662 Einwohner gezählt.[6]
Am 9. Mai 1933 wurde der Amtsbezirk Deutsch Wette aufgelöst und Deutsch Wette dem Langendorf zugeteilt.[5] 1933 lebten in Deutsch Wette 895 Einwohner, 1939 waren es 973 Einwohner.
Infolge des Zweiten Weltkrieges fiel Deutsch Wette 1945 an Polen. Die einheimische deutsche Bevölkerung wurde, soweit sie nicht vorher geflohen war, weitgehend vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war. Deutsch Wette wurde zunächst in Witów umbenannt. 1947 wurde die Ortsbezeichnung Nowy Świętów festgelegt. Ab 1950 gehörte Nowy Świętów' zur Woiwodschaft Opole und ab 1999 zum wiedergegründeten Powiat Nyski.
Sehenswürdigkeiten
- Die katholische Kirche mit dem Patrozinium Christus König (Kościół Chrystusa Króla) wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet. Erstmals erwähnt wurde sie im Jahr 1302. Sie war der hl. Margareta geweiht. 1719 wurde die Kirche umgebaut. 1937–1938 wurde das Langhaus durch einen senkrechten Anbau erweitert. Gleichzeitig wurden am vormaligen Langhaus romanische Elemente rekonstruiert und das Bruchsteinmauerwerk freigelegt. An der Westseite des historischen Langhauses befindet sich ein auf quadratischem Grundriss stehender Glockenturm. Im Langhaus befinden sich zwei Nebenaltäre im Stil des Rokoko. Der Hauptaltar und die Kreuzwegstationen im Anbau stammen aus den 1930er Jahren. Die Fresken wurden 1953 von A. Mrzygłód gefertigt.< Umgeben ist die Kirche von einer steinernen Mauer aus dem 15. Jahrhundert.[7] Das Kirchengebäude steht seit 1966 unter Denkmalschutz.[8]
- Das Schloss Deutsch Wette wurde Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet. Es steht seit 1972 unter Denkmalschutz.[7]
- Kapelle aus dem 19. Jahrhundert[7]
- Ehemalige Mühle aus der Mitte des 19. Jahrhunderts[7]
- Empfangsgebäude des Bahnhofs, errichtet 1875[7]
- Wasserturm aus Backstein, errichtet 1907[7]
Literatur
- Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 669
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku (polnisch), 31. März 2011, abgerufen am 26. Dezember 2019
- ↑ Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis
- ↑ a b Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 736.
- ↑ a b Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien. Breslau 1865, S. 1024.
- ↑ a b Amtsbezirk Neuwalde
- ↑ AGOFF Kreis Neisse
- ↑ a b c d e f Denkmalregister Gmina Głuchołazy (polnisch)
- ↑ Denkmalregister der Woiwodschaft Opole (polnisch; PDF; 913 kB)