North and South Western Junction Railway
| North and South Western Junction Railway | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 1851 |
| Auflösung | 1922 |
| Auflösungsgrund | Eingliederung in die London, Midland and Scottish Railway (LMS) |
| Sitz | London Vereinigtes Königreich |
| Branche | Eisenbahnverkehr |
Die North and South Western Junction Railway, abgekürzt N&SWJR, war eine Eisenbahngesellschaft im Westen von London. Ihre Strecke verband die Hauptstrecke der London and North Western Railway (LNWR) bei Willesden Junction mit der London and South Western Railway (LSWR) bei Brentford. Sie diente vor allem dem intensiven Güterverkehr zwischen den westlichen Vororten, den Rangierbahnhöfen der LNWR und den östlichen Kaianlagen des Londoner Hafens. Die Gesellschaft war eigenständig von 1853 bis 1871; der Betrieb lag jedoch von Beginn an vollständig in den Händen der drei Gesellschaften London and North Western Railway (LNWR), Midland Railway (MR) und North London Railway (NLR), welche die Gesellschaft 1871 pachteten, bis sie Ende 1922 in die London, Midland and Scottish Railway (LMS) integriert wurde.
Geschichte
Die Gesellschaft wurde 1851[1] mit dem Ziel gegründet, eine 4,5 Kilometer lange Verbindungsstrecke zwischen den Hauptstrecken der LNWR und der LSWR zu schaffen. Diese sollte den wachsenden Güterverkehr zwischen den westlichen Vororten, den Industriegebieten entlang der Themse und den Docks im Osten Londons effizienter gestalten und zudem den Vorortverkehr der North London Railway (NER) nach Richmond ausdehnen.
Die Strecke wurde 1853 eröffnet und von Beginn an durch die drei Gesellschaften LNWR, MR und NLR betrieben. Die N&SWJR blieb jedoch als juristisch eigenständige Gesellschaft bestehen und erhielt Einnahmen aus Trassen- und Stationsgebühren.
Ab 1853 baute die N&SWJR eine Stichstrecke nach Hammersmith, deren Endpunkt jedoch abseits des Ortes lag und deren wirtschaftlicher Nutzen unklar blieb. Nach Beginn des Güterverkehrs 1857 richtete die Gesellschaft 1858 einen eigenen, mit einer kleinen Satteltanklokomotive betriebenen Personenverkehr ein. Die Strecke blieb jedoch erfolglos und verlor ab 1864 weiter an Bedeutung, als die Hammersmith and City Railway schnellere und günstigere Verbindungen bot.
Ab 1858 verkehrten direkte Züge der LSWR von Twickenham über Richmond nach Hampstead. In Barnes und Kew mussten sie umständlich die Fahrtrichtung wechseln. Durch den Bau von Verbindungskurven an beiden Orten im Jahr 1862 wurde der Betrieb vereinfacht, die Fahrzeit verkürzte sich jedoch nur geringfügig.
1871 wurde das Unternehmen an die LNWR, MR und NLR verpachtet.[2] Ein Ausschuss der drei beteiligten Bahnen verwaltete die N&SWJR.[3]
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Verbindung zu einer wichtigen Güterroute, insbesondere für Kohle, Baumaterialien und Industriegüter. Auch ein begrenzter Personenverkehr wurde durch die NLR angeboten, blieb jedoch stets von untergeordneter Bedeutung. Ab 1909 ging der Personenverkehr durch Übernahme der NLR an die LNWR, die die Strecke ohne die Zweigstrecke nach Hammersmith elektrifizierte.
Mit dem Inkrafttreten des Railways Act 1921 wurde die N&SWJR 1922 in die neu gegründete LMS eingegliedert.
Betrieb und Technik
Die Gesellschaft selbst fungierte im Wesentlichen als Eigentümerin der Infrastruktur und erhielt Einnahmen aus Nutzungsgebühren. Die Strecke war vollständig zweigleisig ausgebaut und für den dichten Güterverkehr ausgelegt. Mehrere Anschlussgleise führten zu Industrieanlagen und Güterbahnhöfen im Raum Acton.
Da der Betrieb durch die LNWR, MR und NLR erfolgte, besaß die N&SWJR nur kurzzeitig eine zweiachsige Satteltanklokomotive für den Dienst auf der Stichstrecke von Acton Junction nach Hammersmith.[4] Für die Güterzüge setzte die LNWR hauptsächlich die Baureihen DX Goods und Coal Tank ein.
Streckennetz
Die Strecke der N&SWJR verlief vom LNWR‑Bahnhof Willesden Junction in südlicher Richtung über Old Oak Lane Junction, Action Wells Junction und Action, wo die Verbindungskurve in Richtung Hampstead an der NLR abzweigte, und Action Wells Junction und Acton Central nach Kew.
Die Verbindung diente als westlicher Zubringer zur stark frequentierten North London Line und war ein wichtiger Bestandteil des Güterverkehrsnetzes im Westen Londons.
Weblinks
- North and South Western Junction Railway. In: Graces Guide. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 3. August 2020; abgerufen am 27. Dezember 2025 (englisch).
Einzelnachweise
- ↑ North and South Western Junction Railway. In: Graces Guide. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 3. August 2020; abgerufen am 27. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ North and South Western Junction Railway Act 1871. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 1. September 2023; abgerufen am 27. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ North and South Western Junction Railway Company: Records. (gov.uk [abgerufen am 28. Dezember 2025]).
- ↑ Bertram Baxter: British locomotive catalogue, 1825-1923. 2A: London and North Western Railway and its constituent companies. Moorland Publishing Company, Ashbourne 1978, ISBN 0-903485-51-6, AshbourneNorth & South Western Junction, S. 54 (archive.org [abgerufen am 28. Dezember 2025]).