Noni Jabavu

Helen Nontando „Noni“ Jabavu (* 20. August 1919 in Ostkap, Südafrikanische Union; † 19. Juni 2008) war eine südafrikanische Schriftstellerin und Journalistin.[1] Mit ihren Memoiren Drawn in Colour (1960) und The Ochre People (1963) gilt sie weithin als erste schwarze südafrikanische Autorin, die autobiografische Bücher veröffentlichte.[2] 1961/1962 leitete sie kurzzeitig das in London wiederbelebte Literaturmagazin The New Strand und war damit eine Vorreiterin im britischen Literaturbetrieb.[3]

Leben

Jabavu wurde in der Provinz Ostkap in eine Literaten- und Intellektuellenfamilie geboren; ihr Vater war der Akademiker und Bürgerrechtler Davidson Don Tengo Jabavu.[1] Ab dem Alter von dreizehn Jahren wurde sie im Vereinigten Königreich ausgebildet und besuchte das Quäker-Internat The Mount School in York.[1][4] Während des Zweiten Weltkriegs ließ sie sich zur halbqualifizierten Ingenieurin ausbilden und arbeitete als Autogenschweißerin an Flugmotorenteilen.[5] Anschließend war sie als Rundfunksprecherin und Produzentin für die BBC tätig.[5][4] Im Jahr 1955 besuchte sie Südafrika für einen dreimonatigen Aufenthalt, den sie literarisch verarbeitete.[1] Sie starb am 19. Juni 2008 im Alter von 88 Jahren.[1] Sie wurde in East London beigesetzt und hatte 2005 den Lifetime Achievement Award der South African Literary Awards erhalten.[6]

Wirken

Jabavus erstes Buch Drawn in Colour: African Contrasts erschien im Jahr 1960 bei John Murray; 1963 folgte The Ochre People: Scenes from a South African Life.[1][2] Der frühe Erfolg – Drawn in Colour wurde im ersten Jahr mehrfach nachgedruckt und ins Italienische übersetzt – verschaffte ihr breite Aufmerksamkeit.[2] Vor diesem Hintergrund wurde sie 1961 zur Chefredakteurin des wiederbelebten The New Strand berufen; sie gab fünf Hefte (Dezember 1961 bis April 1962) heraus und legte das Amt nach wenigen Monaten nieder.[3][2][7] 1977 schrieb sie unter dem Titel Noni on Wednesday eine wöchentliche Kolumne für die Zeitung Daily Dispatch in East London unter Chefredakteur Donald Woods.[2] Diese Kolumnen wurden 2023 als Band A Stranger at Home neu herausgegeben und trugen maßgeblich zu einer Wiederentdeckung ihres Werks bei.[8][9] Kritikerinnen wie Athambile Masola betonen die anhaltende Bedeutung von Jabavus Blickwinkel auf Zugehörigkeit, Migration und Identität.[10] Die Auseinandersetzung mit ihrem Werk wurde durch Forschung und Archivarbeit, etwa von Makhosazana Xaba, systematisch vertieft.[2][9]

Commons: Noni Jabavu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e f Noni Jabavu. In: South African History Online. 17. Februar 2011, abgerufen am 28. September 2025 (englisch).
  2. a b c d e f Noni Jabavu: a peripatetic writer ahead of her times. In: Tydskrif vir Letterkunde (SciELO). Januar 2009, abgerufen am 28. September 2025 (englisch).
  3. a b ‘She Certainly Couldn’t Be Conventional If She Tried’: Noni Jabavu, the Editor of The New Strand Magazine in London. In: Cambridge University Press (Foundational African Writers). 2022, abgerufen am 28. September 2025 (englisch).
  4. a b Noni Jabavu 1919–2008. In: The Mount School York. 19. Juni 2021, abgerufen am 28. September 2025 (englisch).
  5. a b Pioneer: Helen Nontando (Noni) Jabavu. In: The Journalist. 25. Oktober 2016, abgerufen am 28. September 2025 (englisch).
  6. Author Jabavu dies. In: SowetanLIVE. 25. Juni 2008, abgerufen am 28. September 2025 (englisch).
  7. People of the Strand: Helen Noni Jabavu (1919–2008). In: Strandlines (King’s College London). 16. März 2020, abgerufen am 28. September 2025 (englisch).
  8. Noni Jabavu’s A Stranger at Home: a powerful and rich compilation. In: Daily Maverick. 8. März 2023, abgerufen am 28. September 2025 (englisch).
  9. a b Projecting radicalism. In: South African History Online. 2023, abgerufen am 28. September 2025 (englisch).
  10. Reading Noni Jabavu in 2017. In: Mail & Guardian. 10. August 2017, abgerufen am 28. September 2025 (englisch).