Noah Atubolu

Noah Atubolu
(13. September 2025)
Personalia
Geburtstag 25. Mai 2002
Geburtsort Freiburg im BreisgauDeutschland
Größe 190 cm
Position Torwart
Junioren
Jahre Station
Sportfreunde Eintracht Freiburg
0000–2015 Freiburger FC
2015–2020 SC Freiburg
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2020–2023 SC Freiburg II 81 (0)
2021– SC Freiburg 75 (0)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2018–2019 Deutschland U17 7 (0)
2020 Deutschland U19 1 (0)
2021 Deutschland U20 2 (0)
2022–2025 Deutschland U21 22 (0)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: 20. Dezember 2025

2 Stand: 6. Oktober 2025

Noah Atubolu (* 25. Mai 2002 in Freiburg im Breisgau) ist ein deutsch-nigerianischer[1] Fußballtorhüter. Er steht beim SC Freiburg unter Vertrag.

Werdegang

Verein

Atubolu, der Igbo-nigerianischer Abstammung ist,[2] wuchs im Freiburger Stadtteil Weingarten auf.[3] Er begann seine Karriere zunächst als Innenverteidiger, dann als Torhüter[4] in der Jugend des Freiburger FC[5] sowie der Sportfreunde Eintracht Freiburg, ehe er 2015 in die Jugendabteilung des SC Freiburg wechselte. In der Saison 2017/18 stand er mit 15 Jahren im Kader der U19-Junioren, die den DFB-Pokal der Junioren gewann, ohne dort zum Einsatz zu kommen. Von 2017 bis 2019 besuchte er die Max-Weber-Schule in Freiburg. Ab 2019 war er Kapitän der U19. Im Sommer 2020 rückte er in die zweite Mannschaft des Vereins in der Regionalliga Südwest auf und konnte sich dort als Stammtorhüter durchsetzen. Am Saisonende erreichte er so den Aufstieg in die 3. Liga, wo er in der Folgesaison sein Profiliga-Debüt feierte. Zudem gehörte er ab Sommer 2021 der Bundesliga-Mannschaft der Breisgauer als dritter Torhüter an.[5]

Für die Profis debütierte Atubolu in der zweiten Runde des DFB-Pokal 2022/23 beim 2:1-Heimsieg nach Verlängerung gegen den FC St. Pauli. Zusätzlich kam Atubolu in der Europa League beim 1:1-Unentschieden gegen Qarabağ Ağdam zum Einsatz. Atubolu hatte dabei den Status als Ersatztorwart von Mark Flekken inne und erhielt den Vorzug vor Benjamin Uphoff. Um weiterhin Spielpraxis zu sammeln, kam Atubolu in der zweiten Mannschaft zum Einsatz, während Uphoff in der Bundesliga auf der Bank saß.

Nach dem Wechsel von Flekken zum FC Brentfort wurde Atubolu zur neuen „Nummer 1“ der Profimannschaft, die er zudem auf dem Trikot erhielt. Stellvertreter waren Florian Müller, der vom VfB Stuttgart nach Freiburg wechselte, und Uphoff. Am 1. Spieltag absolvierte Atubolu beim 1:2-Auswärtssieg gegen die TSG 1899 Hoffenheim sein erstes Bundesligaspiel und blieb am 2. Spieltag beim 1:0-Heimsieg gegen Werder Bremen erstmals ohne Gegentreffer in der Bundesliga. In dieser Spielzeit bestritt er alle 34 Ligapartien mit der Mannschaft sowie zehn weitere Spiele in der UEFA Europa League, bei der das Team das Achtelfinale erreichte.

Nach dem Wechsel von Uphoff zu Hansa Rostock wurde Jannik Huth der dritte Torhüter des SC Freiburg. Gegen Ende der Saisonvorbereitung 2024/25 musste sich Atubolu einer kurzfristigen Blinddarm-OP unterziehen und verpasste deshalb den Saisonauftakt[6], kehrte am dritten Spieltag jedoch wieder auf den Platz zurück. Atubolu blieb zwischen der 1:2-Heimniederlage gegen den FC Bayern München am 19. Spieltag und dem 2:2-Unentschieden gegen den 1. FSV Mainz 05 am 26. Spieltag über sechs Ligaspiele in Folge über 609 Spielminuten ohne Gegentor. Atubolu überholte damit den bisherigen Vereinsrekord von Richard Golz, der in der Saison 2000/01 über 510 Minuten eine weiße Weste behielt.[7] Aufgrund verschiedener Ausfälle bestritt Atubolu in dieser Spielzeit insgesamt 26 Bundesligaspiele.

Am 4. Spieltag der Saison 2025/26 hielt Atubolu beim 0:3-Auswärtssieg gegen Werder Bremen einen Strafstoß von Romano Schmid. Dies war der saisonübergreifend fünf Elfmeter in der Bundesliga in Folge, den Atubolu hielt. Zuvor hatte Atubolu am 34. Spieltag der Saison 2023/24 bei der 2:1-Auswärtsniederlage gegen den 1. FC Union Berlin jeweils einen Strafstoß von Kevin Volland und Josip Juranovic, am 15. Spieltag der Saison 2024/25 bei der 5:1-Auswärtsniederlage gegen Bayer 04 Leverkusen von Florian Wirtz und am 23. Spieltag beim 5:0-Heimsieg gegen Werder Bremen von André Silva gehalten. Atubolu überholte damit Bernd Leno, Hans-Jörg Butt, Frank Rost und Thomas Zander, die jeweils vier Elfmeter in Folge gehalten hatten.[8]

Nationalmannschaft

Ab 2018 durchlief Atubolu mehrere Junioren-Nationalmannschaften des DFB. 2018 wurde er zunächst für die U16-Nationalmannschaft nominiert, ohne dort zum Einsatz zu kommen, erhielt aber später im selben Jahr noch Einsätze in der U17-Auswahl. Mit der U17 nahm er als Ersatztorhüter an der Europameisterschaft 2019 teil und kam dort in einem Spiel zum Einsatz. Aufgrund seiner aus Nigeria stammenden Familie[9] bemühte sich der nigerianische Fußballverband 2020 um einen Verbandswechsel, was Atubolu jedoch zugunsten des DFB ablehnte.[10]

Ende 2021 wurde er erstmals für die U21-Nationalmannschaft nominiert und debütierte dort im März 2022 beim EM-Qualifikationsspiel gegen Lettland. Mit der Mannschaft nahm Atubolu als Stammtorwart an der U21-Europameisterschaft 2023 teil, bei der das Team in der Vorrunde scheiterte. Bei der Europameisterschaft 2025 stand er erneut im deutschen Tor. Während des Turniers bestritt er im Halbfinale gegen Frankreich sein insgesamt 21. U21-Länderspiel, womit er Manuel Neuer als Rekordtorhüter der Mannschaft ablöste.[11] Sein 22. und letztes U21-Länderspiel bestritt er im anschließenden Finale des Turniers, in dem die Mannschaft gegen England jedoch nach Verlängerung unterlag.

Im Oktober 2025 wurde Atubolu für die A-Fußballnationalmannschaft für den erkrankten Oliver Baumann nachnominiert.[12]

Sonstiges

  • Atubolu absolvierte 2019 seinen Realschulabschluss und anschließend ein Freiwilliges soziales Jahr (FSJ) in der Abteilung „Gesellschaftliches Engagement“ des SC Freiburg. Dort war er Übungsleiter der „Füchsle-Ballschulen“ (das „Füchsle“ ist das Maskottchen des SC Freiburg), einem Kooperationsprojekt des SC Freiburg mit Grundschulen, um die Bewegung von Kindern in Spielen mit dem Ball zu fördern.[13]
  • Atubolu engagiert sich auch in der SC-Initiative „Sport-Quartiere Freiburg“ mit der gleichen Zielrichtung.[14]

Titel

Vereine
Individuell

Rekorde

  • Rekordtorhüter der deutschen U-21-Nationalmannschaft: 22 Einsätze (Stand: 28. Juni 2025)[15]

Einzelnachweise

  1. Noah Atubolu, bundesliga.com
  2. Editor: Germany Block Young Goalkeeper Atubolu From Switching To Nigeria After Losing Okoye. In: wngoalnigeria.com. 11. Dezember 2020, abgerufen am 28. Juni 2025 (amerikanisches Englisch).
  3. Lukas Karrer: Von Weingarten in die Europa League: Noah Atubolu, ein Torhüter mit Perspektive. In: badische-zeitung.de. Badische Zeitung, 28. Dezember 2022, abgerufen am 24. Juni 2023.
  4. Kira Rutkowski: Torwart Noah Atubolu: Warum er für den SC Freiburg so wertvoll ist. In: swr.de. 23. Oktober 2024, abgerufen am 26. Juni 2025.
  5. a b Kronenberg-Schüler Atubolu: "Es ist schwieriger als gedacht", kicker.de, 25. November 2021, abgerufen am 23. Januar 2022.
  6. Blinddarm-OP: Atubolu fehlt Freiburg auf unbestimmte Zeit. In: kicker.de. 2. August 2024, abgerufen am 4. August 2024 (deutsch).
  7. Freiburgs Atubolu schnappt sich Rekord von Klub-Ikone Golz, sportschau.de, 8. März 2025
  8. Fußball-Bundesliga: Noah Atubolu und Harry Kane stellen Elfmeterrekorde auf. In: Der Spiegel. 20. September 2025, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 21. September 2025]).
  9. Freiburg German-Nigerian Shot Stopper Noah Atubolu Shows Off Nigerian Roots, owngoalnigeria.com, 23. September 2019, abgerufen am 23. Januar 2022.
  10. Germany Block Young Goalkeeper Atubolu From Switching To Nigeria After Losing Okoye, owngoalnigeria.com, 11. Dezember 2020, abgerufen am 23. Januar 2022.
  11. Jetzt löst Atubolu sogar Neuer ab. In: kicker.de. 24. Juni 2025, abgerufen am 26. Juni 2025.
  12. Baumann klagt über Übelkeit: Nagelsmann nominiert Atubolu nach. In: Kicker. 6. Oktober 2025, abgerufen am 6. Oktober 2025.
  13. Tätigkeitsbericht 2019, scfreiburg.com, 2020, S. 15–16, PDF-Datei
  14. Vertiefender Austausch über Sport-Quartiere, scfreiburg.com, 27. Juni 2023
  15. Deutsche U21 stürmt gegen Frankreich ins EM-Finale. 25. Juni 2025, abgerufen am 26. Juni 2025.