Nikolauskirche (Mönsheim)

Die evangelische Nikolauskirche steht in Mönsheim, einer Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenbezirk Leonberg der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Geschichte

Die Ursprünge der Nikolauskirche werden im 11. Jahrhundert vermutet, romanische Rundbogenfenster an der Südseite und der Chorturm romanischen Ursprungs weisen darauf hin.[1] 1291 wird eine Kirche als weißenburgisches Lehen der Markgrafen von Baden genannt. 1453 war die Kirche dem Stift Baden inkorporiert.

Im 14. Jahrhundert wurde die Kirche ausgebaut und durch frühgotische Fenster im Chor und bei der Kanzel ergänzt.[2]

Im Chor der Kirche finden sich Grabsteine aus mehreren Jahrhunderten von 1354 bis 1812.

Im 18. Jahrhundert wurde die Kirche zu klein, außerdem war sie sehr dunkel, die Akustik war schlecht und die Kanzel zu niedrig.[1] Deshalb wurde ab 1752 von Johann Adam Groß dem Älteren das Langhaus nach Westen verlängert und der Kirchturm wurde mit einem Geschoss aus Holzfachwerk aufgestockt, das die Turmuhr und den Glockenstuhl enthält, und mit einem hohen, schiefergedeckten Pyramidendach bedeckt.

Ausstattung

Emporenbrüstung

Nach dem Umbau 1755 wurde die Brüstung der Empore bemalt. Die Gemälde im Geist des Pietismus beziehen sich jeweils auf eine Zeile aus einem Gesangbuchlied des damals gültigen württembergischen Gesangbuches von 1750.[3]

Die Bilder im Einzelnen:[3]

  1. Ein Hirsch, der zum Wasser springt. („Meine Seele dürstet nach Gott“ aus dem Choral Gleichwie der Hirsch nach frischem Wasser schreyt)
  2. Eine Frau an einem Tisch, auf dem eine Bibel liegt. Die Frau wendet sich von den Dingen der Welt ab und dem Himmel zu. ("Weg mit allen Schätzen, du bist mein Ergötzen" aus dem Choral Jesu, meine Freude)
  3. Eine Kirche auf einem hohen Berg, darunter Hochwasser. ("Des Satans Zorn und Gewalt zerbrich. Herr dein Kirch erhalt" aus dem Choral Vater unser im Himmelreich)
  4. Die göttliche Hand läßt eine Taube fliegen. ("Lass den Geist der Kraft Herr Jesu geben unserem Genesung" aus dem Choral Ach was sind wir ohne Jesus)
  5. Die Erdkugel von Wolken umgeben. Finsternis und Licht sind hier vermischt. ("Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis umhüllet wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet" aus dem Choral Liebster Jesu wir sind hier)
  6. Ein Mann kniet betend vor einem Altar auf dem ein rotes Herz liegt. („Mein Gott das Herz ich bringe dir zur Gabe und Geschenk“ aus dem gleichnamigen Choral)
  7. Menschen sammeln Manna in der Wüste. ("Dein Wort mein Speis lass allweg sein, damit mein Seel zu nähren" aus dem Choral Ich ruf zu dir Herr Jesu Christ)
  8. Jesus sitzt als Schulmeister hinter einem Pult. ("Kommt und lasst euch Christum lehren!" aus dem gleichnamigen Choral)
  9. Ein Mensch geht über eine Brücke, der Regenbogen steht über ihm. ("Lass dich reichlich auf uns nieder" aus dem Choral O heilger Geist kehr bei uns ein)

Kirchenfenster

Das Chorfenster wurde 1961 gestiftet und von der Stuttgarter Firma Valentin Saile gefertigt. Es hat Ostern zum Thema. Das erste Fenster auf der Südseite im Schiff von 1962 erinnert an Christi Himmelfahrt und das zweite von 1986 an die Pfingstgeschichte. Das Kanzelfenster wurde 2010 gestiftet und von der Firma Gaiser und Fieber aus Esslingen nach einem Entwurf von Angelika Weingardt geschaffen. Es thematisiert Licht. Das Fenster an der Nordseite des Kirchenschiffs (neben der Orgel) wurde vom Konfirmandenjahrgang 2002/2003 gestaltet und zeigt das Gleichnis vom großen Abendmahl (Lukas 14,15-23 ). Neben dem Haupteingang der Kirche befinden sich zwei Nikolaus-Fenster von 1962, die Szenen aus dem Leben des Nikolaus von Myra darstellen.[4]

Orgel

Nach dem großen Umbau wurde die alte Orgel 1755 aus dem Chor entfernt und an die Michaelskirche in Wimsheim für 100 Gulden verkauft. In Mönsheim wurde für 180 Gulden eine neue Orgel mit 9 Registern von dem Orgelbauer Philipp Heinrich Hasenmeyer aus Schwäbisch Hall eingebaut.[1] 1812 wurde sie durch den Hoforgelmacher Johann Jakob Pfeiffer aus Stuttgart repariert und verbessert.

1849 wurde eine neue Orgel mit 14 Registern auf einem Manual und Pedal bei der Ludwigsburger Orgelbaufirma E. F. Walcker & Cie. angeschafft. Mit dem Einbau der Orgel wurde das Chorgewölbe zerstört. Als die Orgel später stark vom Holzwurm befallen war, wurde 1965 von Walcker als Opus 4545 eine neue Orgel mit 13 Registern auf zwei Manualen und Pedal errichtet. 1997 wurde sie von Orgelbau Mühleisen überarbeitet und um 1 Register erweitert.[5] 2012 wurden zwei weitere Register sowie Vorabzüge von Mühleisen ergänzt, sodass die Orgel heute 18 Register besitzt.[6]

Literatur

Commons: Nikolauskirche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Nikolauskirche: Evangelische Kirchengemeinde Mönsheim. Abgerufen am 10. Januar 2026.
  2. Von Möbusheim bis Mönsheim. Abgerufen am 11. Januar 2026.
  3. a b Emporenbrüstung: Evangelische Kirchengemeinde Mönsheim. Abgerufen am 10. Januar 2026.
  4. Kirchenfenster: Evangelische Kirchengemeinde Mönsheim. Abgerufen am 11. Januar 2026.
  5. Orgel: Evangelische Kirchengemeinde Mönsheim. Abgerufen am 11. Januar 2026.
  6. Mönsheim, Nikolauskirche – Organ index, die freie Orgeldatenbank. Abgerufen am 11. Januar 2026.

Koordinaten: 48° 51′ 48,1″ N, 8° 51′ 49,3″ O