Michaelskirche (Wimsheim)
Die evangelische Michaelskirche steht in Wimsheim, einer Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Wegen ihrer imposanten Erscheinung wird die Michaelskirche lokal auch Wimsheimer Dom genannt. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenbezirk Leonberg der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Geschichte und Architektur
1232 wurde die Wimsheimer Kirche erstmals erwähnt, als sie mit dem gesamten Dorf durch die Grafen von Vaihingen an das Kloster Maulbronn verkauft wurde. Das Patronat wurde 1244 im Tausch an das Bistum Speyer gegeben, 1545 aber von Württemberg erworben.
1514 wurde eine neue Kirche mit Kirchturm erbaut, die ab 1556 St. Michaelskirche genannt wurde. Im Kirchturm ist ein Viergötterstein aus der Römerzeit als Spolie integriert, der bis heute sichtbar ist.
1883 wurde die alte Kirche bis auf den unteren Teil des Turmes abgebrochen und unter dem Architekten Robert von Reinhardt durch eine neuromanische, dreischiffige Basilika aus lokalem Buntsandstein ersetzt. Die Kirche ist 30 m lang, der Chor 21 m breit und die Höhe misst bis zu 13 m. Der alte Turm blieb teilweise erhalten und wurde in das neue Gebäude integriert, er erreicht ohne Hahn eine Höhe von 34 m. Die halbrunde Apsis im Osten ist mit Blendarkaden ausgestattet, die Westfassade wird durch ein Säulenportal und ein Radfenster gegliedert.[1]
Ausstattung
Die ornamentale Wandbemalung im Jugendstil ergänzt die Architektur durch Abschlussborten oder angedeutete Quadersteine. Sie enthält Elemente der christlichen Symbolik wie Palmwedel, Weinreben oder Fisch.
Ein Schlussstein mit Maria und dem Jesuskind, der an der Decke gleich nach dem Eingang in die Kirche zu finden ist, stammt noch aus der Vorgängerkirche, ebenso wie das Altarkreuz.
Orgel
Die Orgel wurde um 1800 von Johann Viktor Gruol dem Älteren erbaut und stand ursprünglich in der Nikolauskirche Mönsheim. Sie wurde bereits für die Vorgängerkirche erworben und 1883 in den Neubau übernommen. Die Orgel besitzt zehn Register auf einem Manual und Pedal, der Prospekt steht unter Denkmalschutz.[2] 1977 wurde die Orgel von der Orgelbaufirma Rensch restauriert.[3]
Literatur
- Evang. Kirchengemeinde Wimsheim (Hrsg.): Evangelische Kirchengemeinde Wimsheim heute und einst. 2016.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Die Michaelskirche – Ev. Kirchengemeinde Wimsheim. Abgerufen am 11. Januar 2026.
- ↑ Wimsheim, Michaelskirche – Organ index, die freie Orgeldatenbank. Abgerufen am 12. Januar 2026.
- ↑ Wimsheim, Deutschland (Baden-Württemberg) - Michaelskirche (Wimsheimer Dom). Abgerufen am 11. Januar 2026.
Koordinaten: 48° 51′ 8,9″ N, 8° 49′ 38,4″ O