Nikolauskapelle (München, Petersplatz)
Die Nikolauskapelle war eine Kapelle in München. Sie war dem heiligen Nikolaus von Myra gewidmet.
Lage
Die Kapelle lag auf dem Petersbergl an der Südseite des die Kirche St. Peter umgebenden Friedhofs (St. Peters Freithof, jetzt Petersplatz) westlich des damaligen Dechanthofs von St. Peter (jetzt Petersplatz 8). Während es fest an das westliche Nachbarhaus (jetzt Petersplatz 10) angrenzte, verblieb durch einen stumpfen Winkel zwischen den Fassaden von Kapelle und Pfarrhaus zwischen den beiden ein spitzwinkliger offener Raum.
Die Kapelle ist nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Kapelle in der Neuhauser Straße.
Geschichte
Im Jahr 1319 wurde die Kapelle erstmals urkundlich erwähnt.[1] 1329 vereinigte der Gegenpapst Nikolaus V. die Verwaltung der Nikolauskapelle und der am Ostrand des Petersfriedhofs gelegenen Salvatorkapelle und bestätigte der Stadt München das Patronatsrecht an den beiden Kapellen.[2]
Im 17. Jahrhundert wurde die Kapelle zum Kongregationssaal der 1609 gegründeten Corpus-Christi-Bruderschaft Münchens. Dort durfte ab 1723/24 auch die Heilige Messe gefeiert werden. Gemeinsam mit den meist baufälligen Häusern an der Südseite des Petersplatzes wurde die Kapelle, die mittlerweile als Möbellager diente, 1807 versteigert. Unter Einbeziehung der bisherigen rechteckigen Umfassungsmauern wurde ein viergeschossiger Wohn- und Geschäftsbau errichtet (heute Petersplatz 9). Dabei blieb der ehemalige Bruderschaftssaal zunächst erhalten. Erst bei einem weiteren Umbau 1898 wurde auch der untere Bereich des Hauses neu gestaltet.[1]
Beschreibung
Die Kapelle ist auf dem Stadtmodell Münchens von Jakob Sandtner als ein spätgotischer Bau mit Strebepfeilern an der Nord- und Ostseite dargestellt, der ein nach Westen ansteigendes Pultdach trägt. An seiner Nordostecke steht ein polygonaler Turm mit einem spitzen Turmhelm. Ebenso ist die Kapelle auch in einer Skizze von Johann Paul Stimmelmayr aus der Zeit um 1800 abgebildet.
Der Bau war etwa 11 Meter breit und 14 Meter tief. Im Inneren führte eine Treppe ähnlich wie in der Bürgersaalkirche zu dem in einem relativ hoch liegenden Hochparterre untergebrachten Gebetsraum hinauf. Er war eine zweischiffige Halle mit drei Jochen. Das Stichkappengewölbe wurde durch zwei in der Mittelachse der Halle liegende Pfeiler gestützt.[1]
Literatur
- Petersplatz 9. In: Heinrich Habel, Johannes Hallinger, Timm Weski: Landeshauptstadt München – Mitte (= Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege [Hrsg.]: Denkmäler in Bayern. Band I.2/1). Karl M. Lipp Verlag, München 2009, ISBN 978-3-87490-586-2, S. 770.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c Heinrich Habel, Johannes Hallinger, Timm Weski: Landeshauptstadt München – Mitte (= Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege [Hrsg.]: Denkmäler in Bayern. Band I.2/1). Karl M. Lipp Verlag, München 2009, ISBN 978-3-87490-586-2, S. 760.
- ↑ Helmuth Stahleder: Herzogs- und Bürgerstadt. Die Jahre 1157–1505. Hrsg.: Richard Bauer (= Chronik der Stadt München. Band 1). Heinrich Hugendubel Verlag, München 1995, S. 103.
Koordinaten: 48° 8′ 10,34″ N, 11° 34′ 32,89″ O