Nicolas Walder

Nicolas Walder (* 2. Mai 1966 in Genf; heimatberechtigt ebenda) ist ein Schweizer Politiker (Grüne). Von 2019 bis 2025 war er Nationalrat. 2025 wurde er als Nachfolger von Antonio Hodgers in die Regierung des Kantons Genf gewählt.

Leben

Nicolas Walder absolvierte die Hotelfachschule Lausanne und studierte anschliessend Soziologie an der Universität Genf.[1] Vor seiner Wahl in die Stadtregierung von Carouge arbeitete er mehrere Jahre beim Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK).[2]

Politik

Nicolas Walder trat 2001 den Grünen bei und wurde 2007 in den Munizipalrat (Legislative) der Stadt Carouge gewählt. 2011 folgte die Wahl in die Stadtregierung (Conseil administratif) von Carouge. 2013–2014, 2016–2017 und 2018–2019 war er Stadtpräsident, 2019 bis zu seinem Rücktritt 2020 Vizepräsident. Von 2016 bis 2020 war er Präsident der Grünen des Kantons Genf.[3] Im Juni 2020 wurde er Vizepräsident der Grünen Schweiz.

Bei den nationalen Parlamentswahlen vom 20. Oktober 2019 wurde er für die Grünen in den Nationalrat gewählt, dem er bis am 30. Oktober 2025 angehörte.[4] Er war Mitglied der Aussenpolitischen Kommission, der Kommission für Rechtsfragen, der Delegation bei der Parlamentarischen Versammlung der Frankophonie (2023–2025 Präsident) sowie Stellvertreter in der Delegation bei der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) und dem Europäischen Parlament (EU).[5] Nationalratspräsident Pierre-André Page würdigte bei der Verabschiedung von Nicolas Walder im Nationalrat seine wichtige Rolle bei der Förderung der parlamentarischen Diplomatie. Er sei ein leidenschaftlicher Verfechter des Multilateralismus und des Völkerrechts gewesen und habe sich besonders für das internationale Genf und die Auslandschweizer eingesetzt. Im Übrigen sei er eine der Speerspitzen der erfolgreichen Kampagne für eine «Ehe für alle» gewesen.[6]

Nicolas Walder ist seit 2015 Präsident des Städteverbandes des Kantons Genf und seit 2017 Präsident der öffentlich-rechtlichen Fondation des Terrains Industriels (FTI) des Kantons Genf sowie Vorstandsmitglied von Pro Senectute Genf.[7] Walder ist ebenfalls Mitglied der europäischen Bewegung Schweiz sowie der Fondation pour Genève und ist Präsident von Zero Waste Switzerland.[8]

Am 28. September 2025 trat er bei der Genfer Regierungsratsersatzwahl um die Nachfolge des zurücktretenden Parteikollegen Antonio Hodgers an. Da keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreichte, fand am 19. Oktober 2025 eine zweite Wahlrunde statt,[9] in der er gegen den Kandidaten der SVP, Lionel Dugerdil, gewann.[10] Im Nationalrat rückte am 1. Dezember 2025 Parteikollege Rudi Berli für ihn nach.[11]

Einzelnachweise

  1. Marc Bretton: Le nouveau patron des Verts réaffirme l’originalité de son parti. In: Tribune de Genève. 20. März 2016, abgerufen am 9. November 2019.
  2. Véronique Stein: Nicolas Walder, Candidat des Verts au Conseil National. In: Tout l’Immobilier. Nr. 962, 30. September 2019, S. 6 f., abgerufen am 9. November 2019.
  3. Nicolas Walder. In: Geneva Forum 2023. Abgerufen am 15. August 2025 (amerikanisches Englisch).
  4. Frédéric Julliard: Voici les douze élus genevois au Conseil national. In: Tribune de Genève. 20. Oktober 2019, abgerufen am 9. November 2019.
  5. Nicolas Walder auf der Website der Bundesversammlung, abgerufen am 3. März 2020.
  6. Mitteilungen des Präsidenten. In: Amtliches Bulletin des Nationalrates. Parlamentsdienste, 8. Dezember 2025, abgerufen am 8. Dezember 2025.
  7. Nicolas Walder Grüne (Memento vom 14. Mai 2021 im Internet Archive). Website von Vimentis, 2019, abgerufen am 31. März 2022.
  8. Les membres du comité. Abgerufen am 15. August 2025 (französisch).
  9. Nachwahl Genfer Staatsrat: Grüner Nicolas Walder liegt vor SVP-Mann Lionel Dugerdil. In: srf.ch. 28. September 2025, abgerufen am 28. September 2025.
  10. Nachwahl - Die Grünen behalten ihren Sitz im Genfer Staatsrat. In: srf.ch. 19. Oktober 2025, abgerufen am 19. Oktober 2025.
  11. Christoph Bernet: Rudi Berli: Grenzgänger aus Frankreich wird Nationalrat. In: aargauerzeitung.ch. 20. Oktober 2025, abgerufen am 26. Oktober 2025.