Nicolaas Snijders

Nicolaas (Nico) Snijders, deutsch auch Snyders (* 26. September 1918 in Amsterdam; † 5. Februar 1943 in der Leusderheide, nahe dem Militärflugplatz Soesterberg zwischen Utrecht und Amersfoort) war ein niederländischer Widerstandskämpfer gegen die nationalsozialistische deutsche Besatzungsmacht. Er lebte in Amsterdam, Achillesstraat, war unverheiratet und konfessionslos.

Familie, Beruf und Politik

Er war der Sohn von Cornelis Snijders (1894–1962) und Lidewij Johanna Kraaijenbrinkl, hatte eine Schwester und einen Bruder Jopie und einen Zwillingsbruder Cor[1], der ebenfalls am Widerstand teilnahm und den Krieg überlebte.[2]

Er arbeitete als Kupfergießer in der Eisengießerei Zimmer & Zonen (1833–1964) in Amsterdam.[3]

Snijders war Mitglied der sozialistischen Jugendorganisation Arbeiter Jugend Zentrale (Arbeiders Jeugd Centrale, AJC, entspricht den Roten Falken) und der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP).[4]

Widerstand

Nach dem deutschen Überfall auf die Niederlande am 10. Mai 1940 kapitulierte das Land vor der erdrückenden Übermacht am 14. Mai 1940. Schon im Sommer 1940 bereitete Snijders den bewaffneten Kampf vor und versteckte zusammen mit seinem Bruder im Elternhaus und in seiner Firma 21 Revolver und mehr als 4000 Patronen.[5]

Im Herbst 1940 schloss er sich der Gruppe um das AJC-Mitglied Arie Addicks an gehörte damit zur ersten Verteilergruppe der von Frans Goedhart gegründeten Untergrundpostille De nieuwsbrief van Pieter 't Hoen[6], aus der im Februar 1941 die Untergrundzeitung Het Parool (Die Parole) hervorging. Er legte in Propagandaschriften der Besatzungsmacht Aufrufe zum Widerstand ein.[7] Er klebte illegale Flugblätter über deutsche Bekanntmachungen, wobei er am 2. September 1941 nach einem anonymen Hinweis von niederländischen Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes verhaftet wurde.[4]

Haft, Prozess und Hinrichtung

In Amsterdam kam er erst zum Verhör in das Gefängnis an der Weteringschans, dann in das Gefängnis im Amstelveenseweg. Danach wurde er in Scheveningen im Gefängnis Oranjehotel unter Folter weiter verhört, kam dann ins Durchgangslager Amersfoort, nach Vught ins KZ Herzogenbusch, schließlich nach Utrecht, wo vor dem deutschen Feldgericht der Prozess stattfand.[7] Dieser wurde vom 12. bis zum 19. Dezember 1942 gegen mehrere Mitglieder der Gruppe um Het Parool geführt, das Gericht verurteilte ihn zusammen mit seinem Weggefährten Willem Robert Douma und zwölf weiteren Kameraden zum Tode. Am 5. Februar 1943 führte ein Erschießungskommando die Hinrichtung in einem Gehölz auf der Leusderheide aus.

Gedenken

  • Abschiedsbrief an seine Familie und Freunde, geschrieben zwei Stunden vor der Hinrichtung um 14 Uhr regelte er seinen Nachlass: „Das Geld, das vielleicht von der Lebensversicherung kommt, teilt unter Euch. Den größten Teil für Jopie, damit er studieren kann. Gebt jedem meiner Freunde ein Buch. Ihr kennt ja die, die mir zugetan sind. Gib ihnen ein Buch, Cor, mit der Widmung: „Meinen Freunden von einem, der gefallen ist“.“[7]
  • Grabplatte auf dem Ehrenfriedhof Bloemendaal mit dem Spruch: „TEGEN DE GEEST VEMOGEN DE BAJONETTEN NIETS - RUST IN VREDE, Die Bajonette können gegen den Geist nichts ausrichten – Ruhe in Frieden.“ Bild und Ort siehe online-begraafplaatsen.nl.
  • Inschrift auf dem Denkmal für die über 400 SDJ-Opfer, Monument op de Paasheuvel, Vierhouten, heute zu Nunspeet, Het Frusselt 37.
  • Straße in Amsterdam, Nico Snijdersstraat.

Literatur

  • Lettere di condannati, Turin 1954, übersetzt: Und die Flamme soll euch nicht verbrennen, Letzte Briefe europäischer Widerstandskämpfer, Berlin-Ost 1956, Seite 425–426: Snijders, Seite 413–416: Überblick über den niederländischen Widerstand mit weiteren Quellenangaben.

Einzelnachweise

  1. Lettere di condannati, Seite 425–426, siehe Literatur.
  2. Angaben Straßentafel, siehe hmdb.org.
  3. Siehe Weblinks, Widerstandsmuseum.
  4. a b Kurzbiographie, siehe Weblinks.
  5. Siehe Weblinks, Ehrengrab.
  6. Der Newsletter von Pieter 't Hoen, benannt nach dem niederländischen Journalisten und Patrioten (1744–1828) zur Zeit der Französischen Revolution.
  7. a b c Lettere di condannati, Seite 425–426, siehe Literatur.