Willem Robert Douma
Willem Robert (Rob) Douma (* 30. Dezember 1918 in Amsterdam; † 5. Februar 1943 in der Leusderheide, nahe dem Militärflugplatz Soesterberg zwischen Utrecht und Amersfoort) war ein Widerstandskämpfer gegen die nationalsozialistische deutsche Besatzungsmacht. Er lebte in Amsterdam, war unverheiratet und konfessionslos.
Familie und Beruf
Er ist der Sohn von Romke Ulbe Douma (* 1893) und Johanna van Riel (* 1896), er hatte eine Schwester Maria/Rie (1920–2012) und einen Bruder Dirk.[1]
Rob Douma arbeitete als Beamter im Statistikamt des Kommunalen Medizin- und Gesundheitsdienstes (Gemeentelijke Geneeskundige en Gezondheidsdienst, GG&GD) in Amsterdam. Er stand der sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) nahe und war Mitglied der sozialistischen Jugendorganisation Arbeiter Jugend Zentrale (Arbeiders Jeugd Centrale, AJC). In der AJC wurde er in der Jugendarbeit als Sportlehrer eingesetzt, er kommentierte es so: „Ich habe dazu beigetragen, die Jugend zu formen und aus jungen Menschen Persönlichkeiten zu machen.“[2]
Widerstand
Nach dem deutschen Überfall auf die Niederlande am 10. Mai 1940 kapitulierte das Land vor der erdrückenden Übermacht am 14. Mai 1940. Schon im Sommer 1940 sammelte Douma Informationen über die deutsche Besatzung, vervielfältigte und verteilte sie an ausgewählte Genossen. Im Herbst 1940 wurde er von dem AJC-Mitglied Arie Addicks in die Verteilung des Widerstandspostille De nieuwsbrief van Pieter 't Hoen[3], aus der im Februar 1941 die Untergrundzeitung Het Parool (Die Parole) hervorging, eingebunden.
Douma verteilte nicht nur die Parool, sondern auch Schriften der populären Widerständler Johan Scheps und Koos Vorrink. Er suchte den Anschluss an den bewaffneten Widerstand und nahm Kontakt zur Untergrundarmee, insbesondere zur Legion der ehemaligen Frontkämpfer (Legioen Oud-frontstrijders, LOF), auf und erhielt von einem Studenten der Munitionsfabrik Hembrug[4] einen Revolver.[5]
Verhaftung, Prozess und Hinrichtung
Am 16. September 1941 wurde er nach Denunziation verhaftet und war nacheinander in mehreren Gefängnissen in Amsterdam: zuerst im Hauptquartier des Sicherheitsdienstes in der Euterpestraat, zum Verhör im Gefängnis an der Weteringschans und zuletzt im Gefängnis im Amstelveenseweg. Danach wurde er nach Scheveningen ins Gefängnis Oranjehotel, dann zum Durchgangslager Amersfoort, nach Vught ins KZ Herzogenbusch, schließlich nach Utrecht verlegt, wo vor dem deutschen Kriegsgericht der Prozess stattfand.[2] Dieser wurde vom 12. bis zum 19. Dezember 1942 gegen mehrere Mitglieder der Gruppe um Het Parool geführt, das Gericht verurteilte ihn zusammen mit seinem Weggefährten Nicolaas Snyders und zwölf weiteren Kameraden zum Tode. Am 5. Februar 1943 führte ein Erschießungskommando die Hinrichtung aller in der Nähe des Flugplatzes Soesterberg, in einem Gehölz auf der Leusderheide, aus.
Gedenken
- Grabplatte auf dem Ehrenfriedhof Bloemendaal mit dem Spruch: „IK BEN BIJ U TOTDAT DE SLUIER VALT EN ZIET GIJ ZIJT BIJ MIJ – Ich bin bei euch, bis der Schleier fällt, und siehe, ihr seid bei mir.“ Bild und Ort siehe online-begraafplaatsen.nl.
- Straße in Amsterdam-West, Stadtteil Slotermeer, die Robert Doumastraat, mit Erinnerungstafel, Bilder siehe tracesofwar.com.
- Abschiedsbrief an seine Familie und Freunde, geschrieben um 12 Uhr, zwei Stunden vor der Hinrichtung: „Es ist besser, 24 Jahre in der Gewissheit gelebt zu haben, dass man etwas Gutes geschaffen hat, als 80 Jahre ein langweiliges und eintöniges Leben zu führen ... Lebt wohl Mutter, Vater, Rie, Dirk ... Mut und nicht weinen!“[2]
Literatur
- Lettere di condannati, Turin 1954, übersetzt: Und die Flamme soll euch nicht verbrennen, Letzte Briefe europäischer Widerstandskämpfer, Berlin-Ost 1956, Seite 424–425: Douma, Seite 413–416: Überblick über den niederländischen Widerstand mit weiteren Quellenangaben.
Weblinks
- Kurzbiographie auf der Gedenkseite des Ehrenfriedhofs eerebegraafplaatsbloemendaal.eum.
- Gedenkseite der Kriegsgräberstiftung, Bilder, Dokumente auf oorlogsgravenstichting.
Einzelnachweise
- ↑ Angaben auf genealogieonline.nl, Geschwister auch in seinem Abschiedsbrief, siehe Gedenken, Abschiedsbrief.
- ↑ a b c Lettere di condannati, S. 424–425, siehe Literatur.
- ↑ Der Newsletter von Pieter 't Hoen, benannt nach dem niederländischen Journalisten und Freiheitskämpfer (1744–1828) zur Zeit der Französischen Revolution.
- ↑ Munitiefabriek Hembrug oder Artillerie-Inrichtingen Hembrug in der Nähe von Zaandam.
- ↑ Einzelheiten siehe Weblinks, Kurzbiographie.